Was Gärtner im Oktober wissen müssenHerr Ploberger, darf ich Oleander und Zitrone jetzt zurückschneiden?

Herbstzeit: Das gibt es für den Gärtner im Oktober zu tun.

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Vorsicht beim Winterschnitt
Vorsicht beim Winterschnitt © (c) Olaf Speier - stock.adobe.com
 

Wann soll man Nistkästen ausputzen?
Vögel bauen immer neue Nester und somit kommt die Brut immer näher zum Flugloch. Damit können sie leichter Beute für Feinde werden. Bester Zeitpunkt: Spätsommer und zeitiges Frühjahr. Nicht zu spät im Herbst, da überwintern dann gerne Siebenschläfer oder Mäuse im Nistkasten.

Warum sollte man im Herbst einen anderen Rasendünger verwenden? Er ist überdies kaum zu bekommen.
Herbstrasendünger enthalten mehr Kalium, das fördert die Frostfestigkeit der Gräser. Viele Hersteller von organischen Düngern verzichten auf den Herbstdünger, sie verweisen auf generell hohe Kaligehalte in ihren Produkten.

Darf ich jetzt Oleander und Zitrone zurückschneiden? Beide sind extrem gewachsen.
Der Rückschnitt im Herbst ist immer problematisch, vor allem wenn das Winterquartier nicht optimal ist. Dann dringen über die Schnittstelle gerne Pilzerreger ein. Die Überwinterung soll kühl (Oleander sogar um die zwei Grad), eher trocken und hell sein. Zitruspflanzen mögen es auch wärmer.

Sommerflieder soll erst im Frühjahr geschnitten werden, aber der ist so stark gewachsen, dass er sicher vom Schnee abgebrochen wird. Was tun?
Besonders lange Äste kann man natürlich einkürzen, auch das Zusammenbinden des Strauchs schafft Abhilfe. Der starke, endgültige Rückschnitt auf ein Drittel erfolgt aber erst im April.

Einige Gehölze beginnen jetzt wieder zu wachsen. Wird das ein Problem?
Nein, meist bereitet das keine Schwierigkeiten. Das passiert sogar oft nach einem trockenen, heißen Sommer, in diesem Jahr in manchen Regionen eher ungewöhnlich. Empfindlichere Pflanzen mit Patentkali düngen, damit sie frostfest werden.

Ist es sinnvoll, wenn ich jetzt den Rasen noch dünge? Die Gräser sehen so dünn und schwach aus.
Ja, unbedingt, jetzt ist die richtige Zeit für eine Düngung, da der Rasen Kraft für das kommende Jahr tankt. Am besten einen organischen Herbstdünger einsetzen, dieser enthält Kali.

Sie haben kürzlich geschrieben, dass man wurzelnackte Pflanzen setzen kann. Sind die Pflanzen in Töpfen schlechter?
Sie sind genau so perfekt, aber deutlich teurer. Wer große Gärten bepflanzt, kann mit wurzelnackten Pflanzen, die in etwa vier Wochen verfügbar sind, die Kosten auf ein Zehntel reduzieren und bestes Anwachsen ohne viel Pflege bekommen.
 
Im Gemüsegarten sind grüne Käfer, die wie Wanzen aussehen. Einige Exemplare sind schwarz mit weißen Punkten. Die Früchte, auf denen sie saßen, sind ungenießbar.
Dieser Käfer ist tatsächlich eine Wanze, die Grüne Reiswanze. Sie taucht seit einigen Jahren bei uns auf und wird gerade in diesem Jahr in vielen Gärten beobachtet. Im Moment ist es für eine Bekämpfung schon zu spät. Im nächsten Jahr am besten mit einem NEEM-Präparat behandeln. Das Besprühen verhindert die Häutung und damit die Verwandlung von den schwarz-weißen zu den grünen Käfern.

Kann man jetzt noch Rasen anbauen? Unser besteht nur noch aus Klee. Wie macht man es am besten?
Um den Klee möglichst großflächig zu entfernen, sollte man die oberste Fläche abziehen, dann Rasenerde und viel Quarzsand auftragen und einfräsen (lassen!). Danach Qualitätssaatgut säen. Jetzt sind die Böden warm und das Wachstum ist stark.

Bei den Kletterrosen sind Triebe angeknabbert.
Hier ist vermutlich der Rosentriebbohrer am Werk. Es gibt zwei, einen „abwärtssteigenden“ und einen „aufwärtssteigenden“. Triebe abschneiden und schauen, ob noch ein Loch im Inneren ist. Sonst weiter zurückschneiden. Die Triebe entsorgen.

Wann kann ich den Oleander umtopfen? Ich müsste auch kräftig zurückschneiden.
Oleander wird, wie alle anderen Kübelpflanzen, im Frühling umgetopft. Der Rückschnitt sollte auch da erfolgen, weil die Schnittstellen im Winterquartier oft ein großes Problem darstellen und Pilzkrankheiten dort eindringen.

Darf ich mit dem aktuellen Gehölzschnitt und Brennnesseln das Hochbeet aufbauen?
Jeder Gehölzschnitt kann als unterste Schicht im Hochbeet verwendet werden. Aufpassen bei den Wurzeln von Pflanzen, die sich durch Ausläufer vermehren – wie die Brennnesseln. Die Pflanzen abtrocknen lassen, am besten in einen schwarzen Plastiksack stecken und einige Tage in der Sonne trocknen.

Foto © Wellnhofer Designs - stock.adobe
Soll man schon im Herbst Karotten säen?
Ja, allerdings darf das nicht zu früh erfolgen. Am besten im späten November nach den ersten leichten Nachtfrösten. Beete sollten schon vorbereitet sein. Die Samen bleiben in der Erde liegen und keimen von selbst zum idealen Zeitpunkt.
Foto © Stefan Körber - stock.adobe.com

Was jetzt im Garten und auf dem Balkon zu tun ist:

  • Kompost kann jetzt im ganzen Garten verteilt werden: unter Beerensträuchern, auf Obstbaumscheiben und auf den Beeten, die mit Blumenzwiebeln bepflanzt wurden. Im Gemüsegarten die Beete immer erst im Frühjahr mit dem frischen Humus versorgen.
  • Rasenflächen können nach wie vor gedüngt werden. Aussäen ist noch möglich, aber es ist allerhöchste Zeit, denn es wird bereits deutlich kälter.
  • Die Pflanzzeit steht unmittelbar bevor: Wurzelnackte Rosen werden ab Ende Oktober gesetzt, ebenso Kernobstbäume (Apfel und Birne). Steinobst sollte man besser erst im Frühjahr pflanzen.
  • Robuste Kübelpflanzen bleiben nach wie vor im Freien: Oleander, Hanfpalme, Olive, Lorbeer, ihnen allen geht es im Freien bedeutend besser als im Winterquartier. Nichts übereilen, die Pflanzen halten minus drei bis vier Grad aus.
  • Wir sind mitten im Vollherbst, denn die Kastanien sind reif.
  • Die Zeit des Einwinterns beginnt rascher, als es uns lieb ist. So mild die Herbsttage noch sind, der erste Frost kommt bestimmt. Daher jetzt alle Vorbereitungen treffen, um die empfindlichen Kübel- und Balkonblumen schnell in Sicherheit zu bringen.
  • Kamelien, Oleander, Lorbeer und auch viele Palmen bleiben noch einige Zeit im Freien. Sie sind bis minus drei, vier Grad frostfest. Nach einer Frostnacht sollte nicht sofort die Sonne auf die Blätter kommen, sonst gibt es Verbrennungen.
  • Boden lockern, hat man kein Mulchmaterial (Rasenschnitt), dann eine dünne Schicht Laub verteilen. Eventuell dünn Kompost drüberstreuen, damit der Wind es nicht verbläst.
  • Kompost wird unter Hecken und auf Staudenbeeten verteilt.
  • Blumenzwiebeln für das Frühjahr werden weiter gesetzt.
  • Wurzelgemüse bleibt noch im Beet. Gerade jetzt ist das Wachstum besonders stark.
  • Orchideen und andere sonnenempfindliche Pflanzen stehen nun wieder am Südfenster.
  • Beim Weihnachtskaktus ist jetzt die Ruhezeit angesagt, sechs bis acht Wochen lang bekommt er kein Gießwasser. Erst wenn sich die ersten Knospen zeigen, wird wieder gegossen.
  • Die Amaryllis sollten nun schon im Keller stehen und „ruhen“. Erst im Dezember, wenn sich die ersten Knospenspitzen zeigen, kommen die Pflanzen für den großen Auftritt ins Zimmer zurück.
  • Der goldene Herbst lässt viele Arbeiten zu, die im kommenden Jahr das Garteln erleichtern. Dennoch gilt: Nicht zu viel aufräumen, denn dann haben viele Nützlinge eine Chance, den Winter im Garten zu überstehen.
  • Hecken lassen sich nun gut schneiden, auch so mancher, zu groß gewordene Strauch kann in Form gebracht werden. Allerdings immer so schneiden, dass er sich von unten verjüngt und keinesfalls mit der Heckenschere die Äste rundherum (Kugelschnitt) einkürzen. Also große Äste bodeneben herausschneiden und so für neues Wachstum sorgen.
  • Nach wie vor ist es die beste Zeit, um Blumenzwiebeln zu setzen. Bloß bei den Tulpen kann man sich noch Zeit lassen. Diese brauchen niedrige Bodentemperaturen.
  • Staudenbeete bitte nicht generell abräumen, auch hier überwintern viele Nützlinge. Der Kompost wird normalerweise im Frühling aufgebracht, in Beeten mit vielen Frühjahrsblühern sollte man aber besser im Herbst die Erde mit dem wichtigen Humus versorgen.

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