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Was Gärtner im Juli wissen müssen Meine Tomaten drehen die Blätter zusammen - was tun?

Hallo Sommer! Das gibt es für den Gärtner im Juli zu tun.

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Container vegetables gardening. Vegetable garden on a terrace. Herbs, tomatoes growing in container
Container vegetables gardening. Vegetable garden on a terrace. Herbs, tomatoes growing in container © (c) vaivirga - stock.adobe.com (Picasa)
 

Der im Herbst gepflanzte Walnussbaum trägt neun Früchte, soll man sie entfernen?
So jungen Bäumen tut man Gutes, wenn man zwei Drittel der Früchte entfernt. Damit hat er Kraft, Wurzeln und Triebe zu bilden. Im kommenden Jahr wird er vermutlich weniger tragen, in zwei Jahren beginnt dann die Ernte bei Ihrer extrem robusten und stark tragenden Sorte.

In meinem Hochbeet hat sich ein gelber, breiartiger Belag auf der Erde gebildet.
Es handelt sich um einen Schleimpilz, die gelbe Lohblüte oder auch Hexenbutter genannt. Er ist nicht giftig, aber gilt bei uns als ungenießbar. Er wächst extrem rasch und taucht dort auf, wo Holz fault und viel Feuchtigkeit vorherrscht. Gemüse kann man essen.

Im gesamten Garten sind Ameisenbauten, Backpulver hat nicht gewirkt.
Meine besten Erfolge erzielte ich mit Kieselgur. Allerdings nur dann, wenn es nicht geregnet hat. Mehrmals den Bau einstäuben und die Ameisen verschwinden.

Foto ©
Der Schnittlauch wird immer dünner. Muss man die Stöcke austauschen?
Nein! Schnittlauchstöcke können sehr alt werden, wenn man sie regelmäßig mit Dünger versorgt, im Frühjahr ausgräbt und teilt und ab Mitte August nicht mehr aberntet. Also, jetzt mit Flüssigdünger versorgen.

Meine Tomaten drehen die Blätter zusammen. Hunger? Durst? Oder krank?
Zusammengerollte Blätter bei den Paradeiserstauden deuten auf einen Stickstoffüberschuss hin. Also keinesfalls düngen, sondern weiterhin gleichmäßig mit Wasser versorgen. Beim Gießen gilt generell: Lieber alle paar Tage kräftig und dann wieder eine Pause einlegen. Das Laub nicht nass machen.

Wie lange darf ich den Rhabarber essen? Ist er nun wirklich giftig?
Giftig ist Rhabarber nicht, er enthält jetzt aber sehr viel Oxalsäure, die bei empfindlichen Menschen Magenprobleme verursachen kann. Man spürt diese Säure als Belag auf den Zähnen. Das übliche Ernteende um die Sommersonnenwende hat aber noch einen anderen Grund: Man will damit dem Stock die Chance geben, wieder Kraft fürs nächste Jahr zu tanken.

Im Schattengarten fallen Hortensien und Funkien der Schneckeninvasion zum Opfer. Die Pflanzen sehen wie nach einem Hagel aus. Schneckenkorn will ich nicht verwenden.
Da heißt es, Nützlinge fördern. Das Laub liegen lassen, damit sich Laufkäfer ansiedeln. Laubhaufen anlegen, vielleicht verirrt sich doch ein Igel in den Stadtgarten. Und wenn Schneckenkorn, dann nur eines auf Eisen-III-Phosphat-Basis. Das ist ungefährlich. Alle anderen sind hochgiftig.

Muss ich jetzt alle Rosen düngen?
Nein! Wichtig ist die Düngung bei den mehrmals blühenden Edelrosen. Wildrosen, Historische Rosen oder auch angewachsene Kletter- und Ramblerrosen müssen nicht gedüngt werden.

Ich habe Probleme bei Gurken und Zucchini, die wenige Zentimeter großen Früchte werden gelb und faulen. Ich habe schon verschiedene Sorten probiert.
Heuer ist vor allem die Kälte das Problem. Generell sollte man aber bei diesen Pflanzen die ersten zwei bis drei Fruchtansätze entfernen, damit die Pflanzen genug Wurzeln bilden können.
Foto © Pixelmixel - stock.adobe.com
Warum fressen Schnecken vorgezogene Ringelblumen, wild aufgehende aber nicht?
Ganz geklärt ist es noch nicht, doch vermutlich sind die weichen Zellen der vorgezogenen Pflanzen ein Leckerbissen, die freiwachsenden sind dagegen robuster. Abhärten der Pflanzen im Topf im Freien hilft in vielen Fällen, dann erst an den endgültigen Standort setzen.

Fressen Weinbergschnecken die Gelege der Nacktschnecken oder doch meine Blumen?
Die Gefahr besteht nicht. Weinbergschnecken sind, wie einige andere auch, die Gesundheitspolizei und fressen Faulendes und Verwesendes. Zeitweise fressen sie die Gelege der Nacktschnecke, aber nicht bedeutsam, dennoch im Garten belassen.

Auf dem Komposthaufen tummeln sich hunderte Nacktschnecken. Aufgeben? Absammeln ist unmöglich.
Bei mir leben im Komposthaufen wirklich viele Blindschleichen, die sind große Schneckenvertilger. Außerdem streue ich im zeitigen Frühjahr punktuell das Eisen-III-Phosphat-Schneckenkorn. Kompost ist eine unbezahlbare Kraftquelle.

Ich habe schon seit 30 Jahren Zitrusbäume, seit zwei Jahren sind sie auch im Sommer im Wintergarten, aber jetzt fallen die Früchte ab.
Im Wintergarten mangelt es an Befruchtung, daher die Abwürfe. Wenn eine Verlagerung ins Freie nicht mehr möglich ist, dann müssen Sie den Bestäuber spielen und mit einem Pinsel von Blüte zu Blüte gehen.

Warum wird bei mir die zweite Aussaat der Radieschen nichts?
Bei Radieschen muss man unbedingt darauf achten, dass man keine Frühjahrs- und Herbstradieschen im Sommer pflanzt. Die unterschiedliche Tageslänge verhindert bei den Pflanzen die Ausbildung der Knollen.

Der Tipp Salbeiblätter gegen Schnecken hat nicht geholfen, der Salat war weg.
Bei solchen Tipps hängt es allerdings von der Umgebung und dem sonstigen Nahrungsangebot für Schnecken ab. Beste Barriere ist immer noch das Kupferband.

Der Weinstock trägt gut, doch die Früchte springen auf.
Das ist ein Zeichen für unregelmäßige Wasserversorgung. Weinstöcke brauchen eigentlich nicht gegossen werden, weil ihre Wurzeln tief in den Boden reichen. Setzen Sie mit den Wassergaben einfach aus.

Was jetzt im Garten und auf dem Balkon zu tun ist

  • Sommerzeit ist die Zeit der Ruhe und Entspannung – auch im Garten und auf dem Balkon.
  • Gießen und Ausputzen gehört nun zur Haupt- beschäftigung. Nicht auf das Düngen vergessen, denn nun ist für Balkon- und Kübelpflanzen die Hauptwachstumszeit.
  • Im Gemüsegarten die leer gewordenen Beete mit Herbstsalaten bepflanzen (Endivien, Chinakohl oder Asiasalate). Oder Sie gönnen dem Beet ein wenig Erholung und säen eine Gründüngungsmischung. Sie bleibt bis über den Winter am Beet und wird erst im Frühjahr oberflächlich eingearbeitet oder als Mulchdecke liegen gelassen.
  • Zimmerpflanzen lassen sich auch jetzt noch gut umsetzen, denn auch hier ist das Wachstum stark. Aufpassen: Nicht zu viel gießen, denn oft ist es in abgedunkelten Räumen erheblich kühler.
  • Rasen nicht zu kurz mähen. Sollte jemanden das Beikraut stören, dann jetzt ausreißen und sofort nachsäen. Rasen organisch düngen.
  • Kübelpflanzen gießen, auch wenn es regnet, weil die Blätter viel abhalten, und die Töpfe zwei Mal wöchentlich düngen.
  • Schnitt. Laubabwerfende Hecken können noch einmal geschnitten werden, am besten bei absteigendem Mond. Auf die Vogelbrut achten. Sträucher, die im späten Frühjahr geblüht haben, werden jetzt ausgelichtet. Für Liguster und Buchs ist nun die beste Zeit für den Formschnitt. Ribisel gleich nach der Ernte auslichten, altes Holz herausschneiden und auch nach innen wachsende Triebe entfernen.
  • Vermehren. Schwertlilien nach der Blüte teilen und an sonnige, trockene Plätze pflanzen. Rhizomstücke nur flach in die Erde geben. Zweijährige Sommerblumen wie Vergissmeinnicht werden jetzt ausgesät.
  • Blumenbeet. Bei Rosen und Beetstauden Verwelktes entfernen. Bei Lupinen oder Rittersporn Verblühtes ganz zurückschneiden, dann gibt es vielleicht eine zweite Blüte. Lavendel zum Trocknen jetzt ernten, solange die Blüten noch knospig sind.
  • Im Garten: Gießen, wenn der Himmel keinen Regen schickt. Kübelpflanzen auch bei Regen gießen, denn das Blätterdach lässt kaum Wasser an den Topf. Düngen ist nun besonders wichtig, vor allem auch bei allen hagelgeschädigten Pflanzen. Sie müssen nämlich viele Wunden heilen und benötigen dafür viel Kraft. Im Obstgarten ausdünnen, falls viele Früchte angesetzt wurden. Wer es besonders perfekt machen will, der sprüht die Bäume mit Schachtelhalmextrakt und auch mit effektiven Mikroorganismen ein, das ist ein guter Schutz vor Pilzkrankheiten.
  • Auf Balkon und Terrasse: Balkonblumen flüssig düngen. Abgeblühtes abzupfen, vor allem dann, wenn die Pflanze Samen ansetzt, denn das kostet Kraft. Lücken, die entstehen, wenn Pflanzen kaputtgehen, mit Kapuzinerkresse füllen. Sie wächst besonders flott.
  • Im Zimmer: Jetzt ist für viele Pflanzen der Platz am Fenster gefährlich. Verbrennungen sind schnell als dauerhafter Schaden an den Blättern zu sehen. Daher die Orchideen und andere Grünpflanzen aus dem direkten Sonnenlicht rücken. Weiter düngen. Bei mildem Regen Töpfe ins Freie stellen, bei Sonne aber sofort schützen.


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