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Fünf Mal Grünes für die KarwocheBiogärtner Karl Ploberger über köstliches Unkraut

Im Garten gibt es das eine oder andere Beikraut, wie die Naturgärtner sagen, das beseitigt gehört: ideale Bestandteile für „grüne Speisen“ in der Karwoche. Viele von diesen besonders ausbreitungswilligen Pflanzen alias Unkräuter sind nicht bloß für den Kompost, sondern auch für die Küche mannigfach verwendbar. Auf ins Grüne!

Unkraut ist nicht gleich Unkraut: Karl Ploberger sucht im Garten nach frischem Grün für die Karwoche © (c) Richard Großschädl
 

1. Brennnessel

Keine andere Pflanze galt lange Zeit so sehr als Symbol für Unkraut wie diese. Doch die Zeiten haben sich geändert. Brennnesseln sind mittlerweile salonfähig geworden, die jungen Blätter werden wie ein Spinat (Lieblingsgericht am Gründonnerstag) oder als interessante Bereicherung eines Frühlingssalats verwendet.

Im Garten ist die Brennnessel eine wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlingsraupen. Generell gilt: Wo die Brennnesseln wachsen, ist der Boden besonders humos und nährstoffreich. So lassen sie sich dennoch beseitigen: Mit Rasenschnitt, Holzfaser etc. mulchen, dann kann man die Wurzeln gut beseitigen, weil sie in der lockeren, obersten Schicht wachsen.

2. Vogelmiere

Die Pflanze, die wie die Brennnesseln dort gedeiht, wo der Boden besonders gut und damit ideal fürs Garteln ist, wächst und wächst und wächst. Kaum ausgerissen, ist sie nach wenigen Tagen schon wieder da. Daher: Die zarten Blätter als Salatverfeinerung verwenden, sie enthalten viele wichtige Vitamine. Aufpassen im Gewächshaus: Diese Pflanze ist ein Leckerbissen für die Weiße Fliege. Von dort breitet sie sich dann auf Tomaten und Gurken aus.

Schmeckt unter anderem sehr gut im Salat: Vogelmiere Foto © (c) PhotoSG - stock.adobe.com

3. Scharbockskraut

Ganze Teppiche dieses Frühlingskräutleins sind nun in den Gärten zu finden: Die kleinen Blätter sind reich an Vitamin C und waren über Jahrhunderte ein passabler Schutz gegen Skorbut, eine Mangelkrankheit, auf die auch der deutsche Name Scharbockskraut hindeutet. Ab dem Zeitpunkt, da die gelben Blütensterne erscheinen, sind die Blätter giftig und führen zu Übelkeit und Erbrechen. Beseitigen lässt es sich eigentlich nicht. Es verschwindet aber in wenigen Wochen und zieht komplett ein.

Hübsch und nur bis zu dem Zeitpunkt zu genießen, wenn sich die ersten Blütensterne zeigen Foto © (c) Stockfotos-MG - stock.adobe.com

4. Giersch

Der Erdholler, wie Aegopodium podagraria landläufig genannt wird, trieb schon Generationen von Gartlern in die Verzweiflung - kaum ausgerissen, taucht er schon wieder auf und überwuchert alles. Das dichte Wurzelwerk ist nur durch dickes Mulchen und Pappkarton in Schach zu halten. Meine Methode: Zuerst Kompost auftragen, dann dicken Verpackungskarton und darüber Mulch zum Abdecken. Im Herbst sind in der obersten lockeren Schicht die Wurzeln leicht zu entfernen. Noch ein Trost: Die jungen Blätter sind ein hervorragender Salat.

Gundelrebe - fabelhaft in der Kräuterbutter oder über die Eierspeise gestreut Foto © (c) unpict - stock.adobe.com (unpict.com - Paul Schwarzl)

5. Gundelrebe

Fans des gepflegten Rasens hassen dieses Kräutlein, das auch Gundermann genannt wird. Es schickt endlos lange Triebe durch die Rasenfläche und nimmt bei falscher Pflege rasch überhand. Wird der Rasen zu kurz gemäht und nicht gedüngt, breitet sich die Gundelrebe extrem aus. Mäht man auf Stufe IV-V, sind die Gräser in der Lage, die Beikräuter generell zu verdrängen. Außerdem: Die Blätter des Gewächses schmecken köstlich und sind ideal für Kräuterbutter, als Salatbeigabe oder in der Eierspeise. Bei Hildegard von Bingen galt es als Heilmittel.

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