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75 JAHRE IKEAZum Geburtstag gibt es eine Vintage-Kollektion

Genau am 28. Juli feiert Ikea seinen 75. Geburtstag. Rechtzeitig zum Jubiläum werden einige Oldies wiederbelebt. Ab August wird dabei den 1950ern gehuldigt.

Willkommen in den 1950ern und 1960ern, in der die ersten Ikonen aus dem Haus Ikea entstanden sind. Der Strandmon-Polstersessel bekam für die Geburtstagskollektion eine neue Farbe. © Ikea
 

Begonnen hat die Geschichte von IKEA im Jahr 1943. Damals gründete der 17-jährige Ingvar Kamprad eine Firma. Ihr Name – IKEA – setzt sich aus seinen Initialen sowie den Anfangsbuchstaben des Namens des elterlichen Bauernhofes Elmtaryd im Dorf Agunnaryd zusammen. Sparsamkeit, Enthusiasmus und der Glaube an stetige Veränderung waren Ingvar Kamprads Antriebsfedern. Småland, Ingvar Kamprads Heimat, war über Jahrhunderte eine der ärmsten Gegenden Schwedens. Mitte des 19. Jahrhunderts trieben Hunger und Armut fast die Hälfte der Bevölkerung Smålands in die Emigration. Die andere Hälfte rückte enger zusammen, half sich gegenseitig, wurde erfinderisch. Dann kam die Weltwirtschaftskrise. In Küchen und Scheunen entstanden Nebenerwerbs-Kleinstunternehmen; fast jeder stellte in seiner Freizeit möglichst billig Produkte her, die die Menschen in den „reicheren“ Gegenden Schwedens brauchen konnten.

Erinnerungen an die 70er und 80er zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Bei Ikea steht das vielgeliebte Klippan-Sofa für diese Zeit. Foto © Ikea

Wie jeder bemühte sich auch Ingvar Kamprad, ein paar Öre zum Lebensunterhalt beizutragen. Also kaufte der fünfjährige Bub für 1,5 Öre das Stück Zündhölzer, die er dann – wohl weniger wegen des guten Preises als aufgrund seiner Hartnäckigkeit – für 5 Öre verkaufte. Das Geschäft mit den Streichhölzern lehrte ihn rechnen, er fand billigere Einkaufsquellen. Bald kamen Fische dazu, die der Bub an seine Zündholzkunden verkaufte. Da das Angeln aber, gemessen am Zeitaufwand, zu geringe Erträge abwarf, beschwatzte Ingvar seinen Vater, in ein Fischernetz zu investieren. Er selbst wollte den Fisch fangen und verkaufen, der Gewinn sollte zwischen ihm und dem Netzbesitzer, seinem Vater, geteilt werden. Nach und nach erweiterte der Bursch sein „Sortiment“ um Christbaumschmuck, Weihnachtszeitungen und Samentüten, später um Bleistifte und Uhren – bis er schließlich sein erstes Versandhandelsunternehmen gründete.

Möbeldemokratie made in Sweden

Vom ersten Prospekt für den eigenen Versandhandel bis zu Ingvar Kamprads Einstand als Möbelhändler war es nur mehr ein Katzensprung. Der Zufall half mit: Der Milchwagen, Ingvar Kamprads Haupttransporteur, änderte seine Route, sodass der Jungunternehmer schlagartig von seinen Kunden abgeschnitten war; gleichzeitig wurde eine stillgelegte Tischlerei im nahe gelegenen Älmhult zum Verkauf angeboten. Ingvar Kamprad nutzte die Gelegenheit, verlegte seinen Firmensitz in das Dorf, in dem eine Vielzahl an kleinen Möbeltischlereien existierte, und nahm 1950 auch Möbel in sein Sortiment auf.

Der Look der 90er: simpel, minimalistisch, mit unbehandeltem Kiefernholz und grafischen Mustern. Im Bild die PS-Bank, Bjuran-Sessel und Sippruta-Textilkollektion. Foto © Ikea

Beim Besuch einer Möbelmesse hatte Ingvar Gefallen am Design der Stücke gefunden, nicht aber an den Preisen, denn diese überstiegen die Möglichkeiten der Durchschnittsbevölkerung bei Weitem. Also begann Ingvar Kamprad, Möbel per Katalog zu verkaufen. Dass er das zu nie da gewesenen Preisen tat, rief sehr schnell die Konkurrenz auf den Plan und führte zu Boykottdrohungen gegen seine Lieferanten. Gemeinsam fanden sie einen Weg aus der Misere: Ingvar Kamprad ließ Möbel nach eigenen Skizzen fertigen, die niemand sonst anbot und die vor allem ein Kriterium erfüllen mussten: Jedes Stück, egal ob Tisch, Sessel oder Bücherregal, musste – damals wie heute – so gebaut sein, dass es in Pakete passt.

Der Siegeszug des Inbusschlüssels

Die Lösung klingt heute ganz simpel, damals aber war sie eine Sensation, und der Inbusschlüssel wurde zum Symbol: „Wir zerlegen unsere Möbel, packen sie in flache Pakete und sparen so Verpackungs- und Versandkosten. Der Kunde holt die flachen Pakete im Einrichtungshaus, transportiert sie nach Hause und baut sie dort selbst zusammen. Gemeinsam sparen wir Geld“, lautete das einfache Rezept.

Seit den 50er-Jahren gefällt den Kunden dieses Konzept. Ikea hatte erkannt, dass die Menschen etwas anderes brauchten als das, was bis dato vom Möbelhandel angeboten worden war, – und dass sie vor allem andere Preise brauchten. Ikea bot beides: formschöne, funktionale Möbel zu Preisen, die sich jeder leisten kann. Damit hat Ingvar Kamprad in wenigen Jahrzehnten das Wohnen revolutioniert und nicht nur die Möbelindustrie auf den Kopf gestellt. Ikea ist heute mit rund 150.000 Mitarbeitern – von Österreich bis Kanada, von China bis Saudi-Arabien – mit knapp 400 Ikea Einrichtungshäusern in 48 Ländern vertreten.

 

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