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Klimaschutz

Windstille in den vier Wänden

Energieoptimierte Häuser verfügen über eine luftdicht gedämmte Hülle. Die Frischluftzufuhr muss dann meist eine Wohnraumlüftung übernehmen.

Be- und Entlüftung: Das Lüftungsgerät saugt die (feuchte) Luft aus Bad und Küche ab. Die frische Luft wird mit ihrer Abwärme vorgewärmt
Be- und Entlüftung: Das Lüftungsgerät saugt die (feuchte) Luft aus Bad und Küche ab. Die frische Luft wird mit ihrer Abwärme vorgewärmt © 
 

Energieeffiziente Häuser tragen zum Klimaschutz und zum sparsamen Umgang mit Energieressourcen bei. Saniert man ein Haus energetisch, so schlägt sich das mit spürbar geringeren Energiekosten, aber auch mit einem besseren Wohnklima zu Buche. Letzteres aber nur dann, wenn ein wesentlicher, häufig unterschätzter
Faktor ausreichend berücksichtigt wurde: die Raumlüftung. Denn wurde vorher über manuelle Fenster-Lüftung und – ungewollt – über Ritzen und Spalten den Räumen Frischluft zugeführt, so herrscht infolge der luftdichten Dämmung nun „Windstille“ in den vier Wänden. Um die  empfohlenen 30 Kubikmeter Frischluft pro Stunde und Person ins Haus holen zu können, müsste man rund alle zwei Stunden die Fenster für einige Minuten öffnen. Ein unrealistisches Szenario.

Lüftungskonzepte

Das Haus wird so zum Fall für eine kontrollierte Wohnraumlüftung, sprich für eine Lüftungsanlage. Über diese wird automatisch via Ventilatoren und Rohrsysteme Frischluft in die Räume eingeleitet – im besten Fall geräuschlos, energieeffizient und ohne Zugluft. Man unterscheidet dabei zwischen mehreren Systemen: 

Zentrale Be- und Entlüftung. Solch eine Anlage verfügt über voneinander komplett unabhängige Rohrsysteme für die verbrauchte Raumluft und die Frischluft. Ihr Herz ist ein Lüftungsgerät mit den Ventilatoren sowie (meist) einem Wärmetauscher. In diesem treffen die Abluft- und Frischluftströme – hermetisch voneinander getrennt – aufeinander. Im Wärmetauscher wird der Abluft die Wärme entzogen und mit dieser die Frischluft orgewärmt. Moderne Systeme können bis 95 Prozent der Abluft-Wärme übertragen. Der Installationsaufwand einer solchen Anlage ist recht groß: Die direkte Verlegung der Rohre in Wände und Decken ist wohl nur in Neubauten sinnvoll. Bei Sanierungen lassen sich die Kanäle hinter (abgehängten) Zwischendecken verbergen.

Zentrale Abluftanlagen. Diese Anlagen saugen die verbrauchte Luft des Hauses vor allem über Räumen mit hoher Feuchtigkeits- und Geruchsbelastung wie Bad oder Küche nach außen ab. Der zentrale Ventilator erzeugt dabei einen stetig leichten Unterdruck im ganzen Haus, über den die frische Außenluft in alle Wohnbereiche  nachgesaugt wird. Dafür müssen Lüftungsschlitze in die Fassade gefräst werden. Gesteuert wird der Luftstrom über regelbare Gitter in den Schlitzen. Nachteil: Eine Wärmerückgewinnung ist in der Regel nicht integriert (eine Möglichkeit dafür böte eine zusätzliche Wärmepumpe).

Einzelraum-Entlüftung. Dabei wird in jedem Raum ein eigenes Lüftungsgerät eingesetzt, das – ähnlich wie ein Heizkörper – direkt an einer (Außen)-Wand montiert
wird. Durch diese Wand führen vom Gerät zwei kurze Rohre nach außen. Über das eine wird die Außenluft angesaugt, über das andere geht die Raumluft nach außen. Ein Wärmetauscher im Gerät wärmt mit der Abwärme der Abluft die Zuluft vor. Der Vorteil liegt darin, dass diese Geräte recht einfach in bestehende Häuser eingebaut werden können. Ein Nachteil ist, dass ihre Ventilatoren direkt in den Räumen arbeiten: Strömungs- und Laufgeräusche könnten eventuell stören.