Dachterrasse auf Grazer AltbauÜber den Dächern der Stadt

Wie sich Verena Kubinzky-Papik den lang gehegten Traum von der Dachterrasse auf einem Altbau in der Grazer Innenstadt erfüllte.

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Während die allgemeine Stimmung schön langsam ins Wochenende einbiegt und die Sommerhitze erste Straßenzüge aus ihrem Würgegriff entlässt, entspannt sich einige Meter über dem Getümmel ein Sonnensegel. Der perfekte Ausklang für einen Freitagabend auf einer Dachterrasse der Sonderklasse.

50 Quadratmeter groß und über einen runden, verglasten Stiegenaufgang direkt aus der Wohnung erreichbar, ist die Terrasse mit dem sagenhaften Blick über die Dächer von Graz das neue Refugium von Verena Kubinzky-Papik. Refugium, aber auch Produkt ihrer Hartnäckigkeit. Denn die 38-Jährige investierte Monate und Nerven, um sich diesen Traum mit Aussicht zu erfüllen. „Als ich vor zehn Jahren eingezogen bin, habe ich mich unglaublich gefreut. Gefehlt hat mir nur ein Balkon oder eine Terrasse.“

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Dachterrasse: Über den Dächern von Graz

2020 erfüllte sich Verena Kubinzky-Papik den Traum der Dachterrasse auf einem Altbau in der Grazer Innenstadt.

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Das im Jahr 1892 errichtete Haus befindet sich im Besitz von Verena Kubinzky-Papik und ihrem Vater, dem Grazer Stadthistoriker Karl Albrecht Kubinzky. Anhand dieses Fotos konnte gezeigt werden, dass das Dach das Gewicht eines Aufbaus trägt, weil es schon einmal eine Kuppel gab. "Das Haus wurde nämlich im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe getroffen", erklärt die Hausherrin.

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Überall auf der Terrasse befinden sich versteckte Laden und Fächer als Stauraum. Ein Sonnensegel sorgt für angenehmen Schatten. Ein Schwimm-Spa mit Gegenstromanlage kann sommers wie winter genutzt werden.

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Es brauchte insgesamt drei Anläufe bis die Dachterrasse von der Altstadtkommission genehmigt wurde. Im August 2020 wurde sie schließlich fertiggestellt.

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Über eine Wendeltreppe ...

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 ... und ein verglastes, zylindrisches Aufstiegshäuschen gelangt man nun direkt von der Wohnung auf die Dachterrasse.

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„Besonders wichtig war auch, dass die Terrasse etwas zurückversetzt auf dem Dach liegt, damit man sie von der Straße aus nicht sehen kann“, sagt Kubinzky-Papik an das Glasgeländer gelehnt.

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Die Hocker können mit der Sitzbank zu einem Daybed zusammengestellt werden. Der Tisch ist höhenverstellbar, es gibt WLAN und vier Steckdosen, sodass man auf der Terrasse auch arbeiten kann – vorausgesetzt, die Aussicht lenkt nicht zu sehr ab.

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Aber nicht nur die Dachterrasse, sondern auch die 250 Quadratmeter große Wohnung der 38-Jährigen überzeugt mit zeitloser Eleganz.

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Vor Kubinzky-Papiks Einzug vor zehn Jahren wurden die Räume als Rechtsanwaltskanzlei genutzt.

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Aufgang zur Dachterrasse: Im Rahmen des Umbaus entstand hier geschickt unter der Treppe verbaut, besonders viel Stauraum.

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Sowohl in der Küche samt Esszimmer, als auch im Wohnzimmer setzt die Wohnungsbesitzerin auf die Kombination aus Weiß und Beige. „Ich wollte einen Grundstil, der sich durchzieht.“

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Für farbige Akzente sorgen Gemälde ausgewählter Künstler, im Wohnzimmer ein abstrakter Spiegel oder im Eingangsbereich ein Regal mit Fotos und Urlaubserinnerungen.

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Katze Chloe zog vor zehn Jahren mit in die Wohnung.

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2018 wurden aus den Träumen schließlich konkrete Pläne, auf das Flachdach des 1892 errichteten Altbauhauses, das sich im Besitz von Verena Kubinzky-Papik und ihrem Vater, dem Grazer Stadthistoriker Karl Albrecht Kubinzky, befindet, eine Art Gaube aufzusetzen. Sechs Monate lang plante sie mit dem Architekten Gerald Deutschmann und dem Bauherrenvertreter Michael Kaiser, der mit vollem Einsatz dafür sorgte, dass der Umbau möglich wurde, bevor das erste Konzept für die Grazer Altstadtsachverständigenkommission stand.

Zylindrischer Aufstieg

„Wir konnten alte Fotos vorlegen, die beweisen, dass es schon einmal eine Kuppel gab, das Dach also das Gewicht tragen kann. Das Haus wurde nämlich im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe getroffen“, erklärt die Kommunikationsexpertin das Foto, das das Gebäude vor dem Angriff zeigt. Das Bild sei zwar ein gutes Argument, so die Kommission, doch der Entwurf überzeugte noch nicht. „Es sollte alles rund sein, damit es ergonomisch zum Haus passt. Auch das Aufstiegshäuschen, dann wäre es in Ordnung“, erinnert sich die Hausherrin zurück. So entstanden die Wendeltreppe und der verglaste, zylindrische Aufstieg, die schon das Emporsteigen zu einem Abenteuer machen. Das Trio versuchte es ein zweites und drittes Mal, bis es 2019 grünes Licht bekam.

Bei der geplanten Maßnahme wird die Symmetrie des Dachaufbaues nicht gestört, da der ovale Treppenaufbau mit dem runden Eckpavillon formal in Beziehung tritt und an der Mittelachse liegt“, so ein Auszug der Experten-Begründung.

Auszug der Experten-Begründung
Im August 2020 wurde die Terrasse, nach langer Suche nach einer Baufirma, die sich das anspruchsvolle Projekt in Sachen Statik und Logistik zutraute, fertiggestellt. Immerhin befand sich ein Kran auf dem Dach und das Haus selbst musste eingerüstet werden.

Rosa Sonnenuntergänge

Heute spendet hier über den Dächern der Stadt ein Sonnensegel angenehmen Schatten. Vor allem im Schwimm-Spa, das mit einer Gegenstromanlage ausgerüstet und beheizbar ist und damit auch im Winter entspannte Abende verspricht. Aufgrund eines durchdachten Konzepts der Hausherrin – „der Tischler und ich haben lange gefeilt“ – gibt es auf der Terrasse unzählige versteckte Fächer, Laden und Möglichkeiten. Die Sitzhocker können mit der Bank zu einem Daybed zusammengeschoben werden.

Das Projekt

2020 entstand auf einem Altbau in der Grazer Innenstadt eine 50 Quadratmeter große Dachterrasse.
Die Altstadtkommission forderte, dass sie „die Symmetrie des Dachaufbaues“ nicht stören dürfe. Nun führt eine Wendeltreppe in
einem zylindrischen Aufstiegshaus auf die Dachterrasse. Sie verfügt unter anderem über ein geschickt verbautes Schwimm-Spa mit Gegenstromanlage.
Die Wohnung von Verena Kubinzky-Papik ist 250 Quadratmeter groß – Deckenhöhe 4,20 Meter.

Der Tisch ist höhenverstellbar, es gibt WLAN und vier Steckdosen, sodass man auf der Terrasse auch arbeiten kann – vorausgesetzt, die Aussicht lenkt nicht zu sehr ab. „Besonders wichtig war auch, dass die Terrasse etwas zurückversetzt auf dem Dach liegt, damit man sie von der Straße aus nicht sehen kann“, sagt Kubinzky-Papik an das Glasgeländer gelehnt mit Blick auf die leer gefegten Büros. Feierabendstimmung. Am schönsten seien die rosa Sonnenuntergänge über der Murmetropole.

Weiß, Beige und farbige Akzente

Aber nicht nur die Dachterrasse, sondern auch die 250 Quadratmeter große Wohnung der 38-Jährigen überzeugt mit zeitloser Eleganz. Vor Kubinzky-Papiks Einzug vor zehn Jahren wurden die Räume als Rechtsanwaltskanzlei genutzt, erzählt sie beim Rundgang durch die Wohnung, die durch eine Raumhöhe von 4,20 Metern noch an Imposanz gewinnt. „Ich mache diese Wohnstory ja auch, damit jeder sieht, dass ich nicht so unordentlich bin wie mein Vater“, sagt sie und lacht. Ist doch vielen das Bild des namhaften Historikers in seinem Büro ein Begriff. Kreatives Chaos sucht man hier aber vergeblich.

Sowohl in der Küche samt Esszimmer, als auch im Wohnzimmer setzt die Wohnungsbesitzerin auf die Kombination aus Weiß und Beige. „Ich wollte einen Grundstil, der sich durchzieht.“ Für farbige Akzente sorgen Gemälde ausgewählter Künstler, im Wohnzimmer ein abstrakter Spiegel oder im Eingangsbereich ein Regal mit Fotos und Urlaubserinnerungen. „Viele sagen, es sieht hier aus wie in einem Hotel und dass sie sich nicht vorstellen können, so zu wohnen. Aber wenn sie im Hotel sind, denken sich dann alle: schön!“