Gartenparadies in PassailEine blühende Oase, in der das Seinlassen zelebriert wird

Einst naschte in Passail ein Wiener Pralinenfabrikant. Heute leben hier die Feldgrills, die einfach lassen, statt zu machen und zu tun.

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Die ,Félicité et Perpétue’ wächst die Hauswand hoch © (c) © oliver wolf
 

Ein Quaken im Gebüsch verrät die „Gartenpolizei“. Die vier Laufenten Donald, Daisy, Pepi und Willi halten die Schnecken auf Trab. Aber manchmal gerät sogar die quakende Streife auf Abwege. Zum Beispiel, wenn man vergisst, das Tor zum Gewächshaus zu schließen.

Aber soll nichts Schlimmeres passieren in dem grünen Paradies, das zwar noch nie einen Rasenmäher gesehen hat, in dem Besitzerin Karma Feldgrill dafür aber Brennesseljauche nach dem Rezept des britischen Thronfolgers braut und jeden Vogel am Gesang erkennt – „Hören Sie, das ist die Mönchsgrasmücke.“

Verwachsen, umgeben von Blumen und Grün

„Formale Gärten haben mich nie interessiert“, wird Karma Feldgrill später bei „Spuckkuchen“ (Kirschkuchen mit Kernen) und Kaffee erzählen. „Dafür haben es mir die Cotswolds angetan. Die Gegend, in der Prinz Charles unterwegs ist. Mit den strohgedeckten Häusern, die verwachsen sind und umgeben von Blumen und Grün“, sagt die pensionierte Englischlehrerin.

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Grünes Paradies: In diesem Garten lautet das Motto: Genießen, statt zu machen und zu tun

Gerhard und Karma Feldgrill wurden von ihrem Haus "gefunden". "Es war unser Traumhaus", erzählt die Hausherrin.

(c) © oliver wolf

Das Haus in Passail wurde 1950 von zwei Brüdern, einem Schuster und einem Wiener Pralinenfabrikanten, erbaut.

(c) © oliver wolf

Gerhard Feldgrill, der in Passail aufgewachsen ist und hier auch als Baumeister tätig ist, erinnert sich gerne zurück: "Die Frau des Schusters hat viel gebacken, und wir durften als Kinder die Schokolade aus den Schüsseln schlecken."

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Im November 1993 zog das junge Paar in das Haus auf dem 1800 Quadratmetern großen Grundstück, das heute eine blühende Oase ist, in dem das Sein-Lassen zelebriert wird und nicht das Machen und Tun.

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Lebendig statt genormt und in Form gebracht.

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Ein Haus bewacht von grünen Wächtern: Im Sommer halten die Bäume die Hitze ab, im Winter werden sie zum Schutz.

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„Sehen Sie, die Mauerkatze? Sie umarmt das Haus mittlerweile schon von drei Seiten. Und im Winter bieten die Nadelbäume nordseitig Schutz. Die Pflanzen, das Haus und wir – wir alle leben in einer perfekten Symbiose", sagt Karma Feldgrill beim Rundgang.

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Bei ihrem Einzug war Karma Feldgrill noch begeisterte Tennisspielerin, bis die Gartenlust aufkeimte.

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„Sehen Sie: Die ,Félicité et Perpétue’ wächst die Hauswand hoch. Man riecht sie in allen Zimmern.“

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„Unser Garten ist zum Spüren da“, fügt Karma Feldgrill hinzu.

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"Man kann sich richtig vorstellen, wie der Wiener Pralinenfabrikant hier auf dem Balkon saß und seine Pralinen naschte", lacht sie auf dem Balkon des Hauses, der auch in der Sommerhitze durch den Schatten der Bäume angenehm gekühlt wird.

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Heute hat 68-Jährige 80 verschiedene Rosensorten im Garten.

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Das Motto lautet: Spüren und Wahrnehmen.

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Ein grünes Paradies, das zwar noch nie einen Rasenmäher gesehen hat, in dem die Besitzerin dafür aber Brennesseljauche nach dem Rezept von Prinz Charles braut und jeden Vogel am Gesang erkennt – „Hören Sie, das ist die Mönchsgrasmücke.“

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„Formale Gärten haben mich nie interessiert“, sagt die Hausherrin.

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Beim Spaziergang zählt sie die Namen der Rosen auf, die ihre Schönheit bereits erahnen lassen.

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May Queen, Madame Alfred Carrière oder einfach nur ...

(c) © oliver wolf

... Warm Welcome. Passend.

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Überall im Garten gibt es geheimnisvolle, versteckte Plätze.

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„Mir haben es die Cotswolds angetan. Die Gegend, in der Prinz Charles unterwegs ist. Mit den strohgedeckten Häusern, die verwachsen sind und umgeben von Blumen und Grün“, sagt die pensionierte Englischlehrerin.

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Auch Gerhard Feldgrill, dessen neuestes Projekt, die „Holzoase“, im Vorjahr gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Lockdown fertig wurde, will seinen Kunden mit diesem Raum im Grünen die Natur näher bringen.

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Die "Gartenpolizei" hält die Schnecken auf Trab. Hier im Bild: Daisy und Donald. Der Rest der Truppe (Peppi und Willi) macht derweilen den Garten unsicher.

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Auch Katze Mara genießt das Gartenparadies.

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Natürlich finden sich auch abseits der Rosen zahlreiche Blumenschönheiten in der grünen Oase.

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Eine Skulptur aus Sandstein, die die Hausherrin angefertigt hat.

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Kater Shiva hält Mittagsschläfchen im Esszimmer.

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Der finnische Specksteinofen, den Karma Feldgrill auch zum Brotbacken nutzt.

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Auch der Farn fühlt sich wohl. "Er bläst sich immer mehr auf", lacht Karma Feldgrill.

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Nur gut, dass dieses Haus in den 1990ern zu dem jungen Ehepaar kam. „Ich habe es schon als Kind geliebt“, erklärt Gerhard Feldgrill, der in Passail aufgewachsen und hier nun als Baumeister tätig ist. Gleich ums Eck befinden sich sein Elternhaus und sein Büro. „Das Haus gehörte zwei Brüdern, einem Schuster und einem Pralinenfabrikanten in Wien. Die Frau des Schusters hat viel gebacken, und wir durften als Kinder die Schokolade aus den Schüsseln schlecken“, erinnert sich der 70-Jährige zurück.

Lebendig statt genormt

Im November 1993 zog das junge Paar in das Haus auf dem 1800 Quadratmetern großen Grundstück, das heute eine blühende Oase ist, in der das Seinlassen zelebriert wird und nicht das Machen und Tun. Lebendig statt genormt und in Form gebracht. „Viele glauben ja, dass das keine Arbeit ist, aber das stimmt nicht“, sagt Karma Feldgrill und lacht.

Bei ihrem Einzug war sie noch begeisterte Tennisspielerin, bis die Gartenlust aufkeimte. Heute hat 68-Jährige 80 verschiedene Rosensorten im Garten. Beim Spaziergang zählt sie ihre Namen auf, die ihre Schönheit bereits erahnen lassen: May Queen, Madame Alfred Carrière oder einfach nur Warm Welcome. Passend.

Ein Haus bewacht von grünen Wächtern

„Sehen Sie: Die ,Félicité et Perpétue’ wächst die Hauswand hoch. Man riecht sie in allen Zimmern.“ Ein Haus bewacht von grünen Wächtern: Im Sommer halten die Bäume die Hitze ab, im Winter werden sie zum Schutz.

Die Pflanzen, das Haus und wir – wir alle leben in einer perfekten Symbiose.

Karma Feldgrill
„Sehen Sie, die Mauerkatze? Sie umarmt das Haus mittlerweile schon von drei Seiten. Und im Winter bieten die Nadelbäume nordseitig Schutz. Die Pflanzen, das Haus und wir – wir alle leben in einer perfekten Symbiose.“

Das Projekt

Das Haus in Passail wurde 1950 erbaut. Es ist 240 Quadratmeter groß und liegt auf einem 1800 Quadratmeter großen Grundstück.
Hier haben sich der Baumeister Gerhard Feldgrill und die pensionierte Englischlehrerin Karma Feldgrill eine grüne Oase geschaffen.
Interessenten können hier auch Gerhard Feldgrills „Holzoase“ begutachten. www.feldgrill-bau.at

Auch Gerhard Feldgrill, dessen „Holzoase“, rechtzeitig vor dem ersten Lockdown fertig wurde, will seinen Kunden mit diesem Raum im Grünen die Natur näher bringen. „Unser Garten ist zum Spüren da“, fügt seine Frau hinzu. Und wie um diesen Satz zu unterstreichen, fährt der Wind in die Bäume. „Hören Sie, und plötzlich sind wir am Meer. Das klingt doch wie Meeresrauschen.“