Was Gärtner im September wissen müssenKann ich einen alten Hortensienstock jetzt umpflanzen?

Der Herbst beginnt. Das gibt es für Gärtner im September zu tun.

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© (c) Irina - stock.adobe.com
 

Kann ich einen alten Hortensienstock umpflanzen? Ein Glashaus wird gebaut und ich benötige den Platz.
Je später sie umpflanzen, desto besser ist es. Faustregel ist: Sobald das Laub komplett abgefallen ist, kann man alle Gehölze umsetzen. Alte eingewachsene Pflanzen verlieren dabei enorm viele Wurzeln, daher immer ganz stark zurückschneiden. Die Hortensie auf gut 20 Zentimeter.
 
Wir haben vor Jahren einen Lebkuchenbaum gepflanzt, doch der duftet nicht. Können wir etwas tun?
Das hängt mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Luftfeuchtigkeit ab. Im trockenen Süden und Osten Österreichs entwickeln die Blätter nie diese Duftintensität, wie zum Beispiel bei mir im Salzkammergut mit dem vielen Tau. Stellen Sie den Rasensprenger für kurze Zeit auf – und der Lebkuchenduft wird sich vermutlich ausbreiten.
 
Die Tomaten sind heuer durch die Fäulnis komplett vernichtet worden. Darf ich sie nächstes Jahr wieder an denselben Platz setzen?
Ja, Tomaten sind selbstverträglich. Dennoch würde ich die oberste Erdschicht entfernen und im Frühjahr durch frischen, abgelagerten Kompost ergänzen. Jetzt dick Urgesteinsmeh

Die im Frühjahr gepflanzte Magnolie hat komplett braunes Laub, soll ich sie gleich wegwerfen?
Die Pflanze dürfte vertrocknet sein, aber ausreißen würde ich sie noch nicht. Sie könnte noch aus dem Wurzelstock heraus austreiben. Auf jeden Fall bis Mai stehen lassen.

Unser Teich ist schon fast völlig verlandet, wann sollen wir ihn ausräumen?
Bester Zeitpunkt für die Teichräumung ist nun im Herbst. Wenn man es ganz perfekt machen will, dann nur einen Teil dieses Jahr ausräumen, um den Mikroorganismen und den Tieren eine Rückzugsmöglichkeit zu geben, und erst im kommenden Herbst den zweiten Teil vornehmen.

Kann man bei uns in Töpfen Kartoffeln anbauen, um die „Heurigen“ zu Weihnachten zu ernten?
Ja, aber nur dann, wenn sie in einem frostfreien Gewächshaus gezogen werden. Gepflanzt wird in größere Töpfe, die zunächst im Freien stehen, dann aber bei ersten drohenden Frösten ins Glashaus kommen. Durchschnittlich rechnet man zehn bis zwölf Wochen bis zur Ernte. Kleine Kartoffeln kann man aber auch schon früher ernten.

Meine Rosen sind völlig entlaubt, soll ich sie jetzt schneiden, oder doch auf den Frühling warten?
Ich würde auf den Frühling warten und der Pflanze mit den wenigen Blättern, die sie noch hat, eine Chance geben, Kraft zu sammeln. Im Frühjahr dann solche Beetrosen ganz stark schneiden und erst dann kräftig düngen.

Ab wann werden Blumenzwiebeln für den Frühling gesetzt? Die Packungen werden schon angeboten.
Bei Narzissen, Schneeglöckchen, Krokussen, Kaiserkronen, Prärielilien gilt: Je früher sie in die Erde kommen, desto besser. Viele bilden sofort Wurzeln, die dann dafür sorgen, dass sie noch größere Blüten bekommen. Bei den Tulpen kann man sich Zeit lassen. Sie kommen ganz spät in die Erde, denn sie wurzeln erst bei einer Bodentemperatur unter sieben Grad.


Kann ich jetzt noch Salat setzen? Es sind so viele Beete gerade freigeworden.
Ja, nicht nur den gewöhnlichen Pflücksalat, sondern auch die Asiasalate sind perfekt für den Herbstanbau geeignet. An frostfreien Tagen kann man sie den ganzen Winter über ernten, wenn man sie mit Vlies schützt.

Foto © mahey - stock.adobe.com
Kann man den Zierkohl eigentlich auch essen?
Die dekorative Pflanze erobert als Herbstschmuck die Blumenkisterln und Beete und sorgt bis zu den Frösten für Farbe. Natürlich ist Zierkohl auch essbar, seine Blätter schmecken gut und sind gesund.

Die Samthortensie ist bei uns schon ein mächtiger Strauch, wann schneidet man sie?
Dieses Gehölz wird über die Jahre hinweg bis zu drei Meter hoch und bekommt einen Durchmesser von vier Meter. Lichter Schatten, humose Erde und Rhododendrondünger sagen ihr zu. Falls notwendig im Frühjahr schneiden, allerdings bleibt dann die Blüte aus. Daher nur Totholz entfernen.

Meine „Annabelle“ fällt beim geringsten Windstoß um. Was kann ich machen, damit die Stiele kräftiger werden?
So herrlich die Schneeballhortensie, wie sie auch genannt wird, blüht, ihre Stabilität ist mäßig. Im Frühjahr ganz stark schneiden und dann sofort stabile verzweigte Äste vom Obstbaumschnitt fest in die Stöcke stecken, dann können sich die Triebe daran festhalten und fallen nicht um.
Farb- und Blütenpracht: Hortensien Foto © Friedberg - stock.adobe.com

Ich habe die Sorte „Magical“ gekauft. Ist sie winterhart und wird sie geschnitten?
Diese Hortensien sind wirklich bezaubernd, denn sie färben ihre Blüten drei Mal. Allerdings ist die Winterhärte bedingt. Geschnitten wird wenig, sie blüht auf den Vorjahrestrieben.

Ich habe bei den Pflanzen wieder Mehltau entdeckt. Soll ich den noch bekämpfen?
Ja, unbedingt. Ich habe großartige Erfolge mit einer Mischung aus Backpulver (ein Teelöffel), Schachtelhalmextrakt (etwa 30 ml) und Effektiven Mikroorganismen auf einen Liter Wasser erzielt. Mindestens zwei Mal tropfnass spritzen.

Die Sträucher sind heuer extrem gewachsen, kann ich jetzt noch schneiden?
Alle im Frühjahr blühenden Gehölze werden nicht mehr geschnitten. Bei allen anderen Sträuchern kann man schneiden, am besten ganze Äste bodeneben entfernen.

Kann ich von meinen Geranien noch Stecklinge schneiden?
Ja, jetzt ist die beste Zeit dafür. Knapp unter einem Blatt einen sogenannten Kopfsteckling abschneiden, die Blüten entfernen und die Blätter halbieren. In sandige Erde stecken – fertig!

Viele Beete im Gemüsegarten sind leer, soll ich sie so belassen?
Beete leer liegen lassen ist immer schlecht. Ich würde eine Gründüngung säen (Gelbsenf, Bienenfreund, Ölrettich, Inkarnatklee etc.). All diese Pflanzen keimen rasch und bilden einen dichten Teppich, der den Boden schützt. Davor die Erde lockern und ein wenig Kompost einarbeiten.

Wie wird die Mexikanische Gurke vorgezogen?
Die Melothria ist eine Kletterpflanze, die im März im Haus vorgezogen wird und nach den Eisheiligen ins Freie kommt. Die kleinen, kirschgroßen Früchte können roh gegessen oder in Essig eingelegt werden.

Die Weintrauben und Hollerbeeren vertrocknen, obwohl sie noch gar nicht reif sind.
Der relativ feuchte Sommer und auch die vielen Niederschläge, die jetzt fallen, führen zu Pilzkrankheiten. Alle kranken Teile entfernen (aber nicht generell das Gehölz schneiden) und auf bessere Witterung im kommenden Jahr hoffen.

Was jetzt im Garten und auf dem Balkon zu tun ist:

  • Die Rosskastanien sind reif, wir sind in der vorletzten der phänologischen Jahreszeiten, dem Vollherbst.
  • Blumenzwiebel pflanzen, in den Beeten, auf den Rasenflächen oder unter Hecken, Narzissen und Krokus zuerst. Tulpen kommen ganz spät in die Erde, sie bilden erst Wurzeln, wenn der Boden deutlich abgekühlt ist.
  • Kompost nur dort verteilen, wo es im Frühjahr nicht geht oder als Schutz bei den Rosen, unter Hecken, vor allem im Beerengarten.
  • Gehölze bestellen, denn in einem Monat beginnt die ideale Pflanzzeit, etwa für wurzelnackte Hecken. Hainbuche oder Liguster wachsen besonders gut an.
  • Empfindliche Kübelpflanzen zum Haus stellen. Zitrus mag nun nicht mehr zu viel Nässe. Er könnte sonst leicht Wurzelfäulnis bekommen und die grünen Blätter abwerfen.
  • Frühherbst ist die Erntezeit, sowohl im Gemüsegarten als auch im Obst- und Beerengarten.
  • Mit den kühlen Nächten schließen die Kürbisse das Wachstum allmählich ab. Beginnt der Stängel einzutrocknen, werden sie reif. Nun heißt es, sie für einige Tage bei Zimmertemperatur lagern, damit die Schale aushärtet, und erst dann in den Lagerkeller legen.
  • Die beste Zeit, um neue Rasenflächen anzulegen oder bestehende zu sanieren, denn die kühleren Temperaturen begünstigen das Rasenwachstum.
  • Immergrüne Hecken werden jetzt geschnitten. So bleiben sie auch den Winter über in Form.
  • Balkonblumen weiterhin düngen (Foto unten), die Blüte beginnt nun wieder. Bei den Kübelpflanzen sollte man dagegen die Düngung allmählich reduzieren, damit sie nicht mit zu weichen Trieben ins Winterquartier kommen.
  • Patentkali besorgen und damit frostempfindlichere Pflanze wie Feigen, immergrüne Klematis, immer- grüne Magnolien oder Khaki düngen. Kali fördert die Frostfestigkeit.
  • Im Garten: Abgeblühtes von Dahlien oder anderen Sommerblumen und Stauden regelmäßig entfernen, damit sich neue Blütenknospen bilden. Die Lücken in Beeten kann man mit Chrysanthemen füllen. Gründüngung im Gemüsegarten säen, damit schützt man den Boden, lockert die Erde und versorgt sie mit Nährstoffen.
  • Balkon und Terrasse: Balkonkisterln weiterhin düngen, oft beginnt nun im September eine besonders üppige Blüte. Kübelpflanzen nur noch wenig mit Nährstoffen versorgen – als Vorbereitung auf die Winterruhe.
  • Im Zimmer: Topfpflanzen, die auf „Sommerurlaub“ im Freien waren, sollten nun wieder ins Zimmer geholt werden. Davor mit Biospitzmittel behandeln, damit man keine Blattläuse ins Haus holt. Robustere Pflanzen können nun wieder vor den Südfenstern platziert werden.
  • Der Frühherbst ist da, der Holunder ist reif. Kübelpflanzen nun nur noch ganz mäßig mit Nährstoffen versorgen. Balkonblumen regelmäßig düngen.
  • Rasen kann man düngen, die wirkliche Herbstrasendüngung erst Ende September. Aber gerade heuer, mit dem vielen Regen und dem kräftigen Wachstum benötigen auch die Gräser mehr Nährstoffe.
  • Kranke Tomaten rasch entfernen, sollte es trockener werden, kann man nicht befallene Stauden vielleicht noch retten. Spritzungen mit Essig (0,5 %) und etwas Alkohol beseitigen die Pilzsporen, ebenso Backpulver (1 EL auf 1 Liter Wasser und ein Spritzer Rapsöl) haben sich gut bewährt.
  • Obstbäume können nach wie vor geschnitten werden. Gerade nach Hagelschäden werden die besonders betroffenen Triebe entfernt.
  • Der Holunder ist reif, der Sommer vorbei und die Herbstarbeit ruft.
  • Rasenflächen ausbessern. Falls nötig auch jetzt noch vertikutieren und dann sofort ein Kompost-Sand-Gemisch einarbeiten und nachsäen.
  • Verblühtes von Stauden und Sommerblumen entfernen, dann gibt es neue Blüten.
  • Tomaten weiterhin ausgeizen, aber nicht „köpfen“. Nur die Blütenansätze der großfruchtigen Sorten werden weiter entfernt, weil diese nicht mehr reif werden.
  • Das Gießen nicht übersehen. Wenn es kühler wird, vergisst man schnell darauf und das schwächt die Balkonblumen extrem. Weiterhin düngen, sonst stellen sich Pilzerkrankungen ein.
  • Kübelpflanzen wie Zitrus, Oleander, Olive, Hanfpalme und andere Gewächse, die überwintert werden, nun nicht mehr düngen. Wird es kühler, trockener halten.
  • Die Zeit der Alpenveilchen beginnt. An einer absonnigen, kühlen Fensterbank blühen sie lange, wenn man sie düngt und immer von unten gießt.
  • Orchideen wandern allmählich wieder in Richtung Fenster. Volle Sonne halten sie aber noch nicht aus.
  • Bei Clivia, Weihnachtskaktus und Amaryllis beginnt jetzt die Ruhezeit.





 

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