Was Gärtner im August wissen müssenExtreme Krautfäule bei den Erdäpfeln - kann ich die Früchte dennoch ansetzen?

Spätsommer: Das gibt es für Gärtnerinnen und Gärtner im August zu tun.

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Bei den Erdäpfeln war die Krautfäule extrem. Kann ich die Früchte dennoch ansetzen?
Besser man kauft neues Saatgut, denn die Pilzerreger sind sehr beständig, sie können auch im Winterlager überdauern.

Die Paradeiser haben einen braunen Fleck, sonst wachsen die Früchte normal. Was mache ich falsch?
Blütenendfäule nennt man diese Erscheinung, die keine Krankheit im eigentlichen Sinn ist. Durch hohe Temperaturen oder unregelmäßiges Gießen kann die Pflanze Kalzium nicht aufnehmen, dadurch werden diese Schäden verursacht. Nach dem Ausschneiden der befallenen Stelle kann man die Früchte aber ohne Bedenken verwenden.

Adorable little toddler girl holding garden shovel with green plants seedling in hands. Cute child learn gardening, planting and cultivating vegetables in domestic garden. Ecology, organic food.
Adorable little toddler girl holding garden shovel with green plants seedling in hands. Cute child learn gardening, planting and cultivating vegetables in domestic garden. Ecology, organic food. Foto © (c) Irina Schmidt - stock.adobe.com
Wenn die Tomatenblätter krank sind, werden dann auch die Früchte krank?
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kraut- und Braunfäule auf die Früchte übergreift, ist sehr groß. Manchmal kann man sie, gemeinsam mit Äpfeln in Körben einer Notreife unterziehen. Oft aber breitet sich die Krankheit weiter aus, dann sind die Früchte nicht mehr genießbar. Die Gladiolen sind abgeblüht. Kann ich die Knollen in den Keller bringen?
Die Gladiolen bleiben - so wie im Frühjahr Tulpe und Co - bis zum völligen Einziehen in der Erde. Auch Gladiolen speichern die Nährstoffe und blühen dann im kommenden Jahr viel schöner. Übrigens: Die milden Winter der letzten Zeit haben viele Gladiolen auch in den Beeten gut überwintern lassen.

Beim Nussbaumschnitt im August fallen ja die Früchte weg?
So sehr das Herz auch blutet, der Nussbaum wird wirklich jetzt geschnitten, zu einem anderen Zeitpunkt blutet nämlich der Baum. Jetzt heilen die Schnittstellen am schnellsten. Die grünen Nüsse etwa zum Ansetzen von Schnaps verwenden, das bietet eine gute Verwertung der Früchte.

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Ist es möglich, dass die Wespen auch meine Fuchsien anbeißen?
Das kann ohne Weiteres der Fall sein, denn der süße Nektar ist zweifellos auch für Wespen ein besonderer Leckerbissen. Teilweise beißen aber auch die Ohrwürmer Löcher in den Blütenkelch, auch sie fühlen sich von dem köstlichen Blüteninhalt magisch angezogen. Welche Gehölze eignen sich besonders für Vögel als Brutplatz und als Futterquelle?
Im Prinzip ist jede Wildhecke geeignet, zum Beispiel bestückt mit Vogelbeere, Schwarzem Holunder und Weißdorn. Beim Pflanzen auf genügend Abstand achten, denn manche Gehölze werden groß, lassen sich aber problemlos zurückschneiden.
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Die Schwarze Ribisel wächst kräftig, hat aber fast keine Früchte. Sie ist zufällig aufgegangen.
Dieser „Wildling“ wird niemals viele Früchte bringen. Er ist offenbar durch Vogelkot in die Hecke gelangt und hat keine der guten Eigenschaften von Zuchtsorten mitgebracht. Also ausgraben und durch eine Fruchtsorte ersetzen.

Kann man auch aus Stauden eine Hecke gestalten?
Auf jeden Fall, auch Stauden geben einen guten Sichtschutz ab und eignen sich als gestalterisches Element ebenso wie Gehölzhecken. Sie sind gerade für kleinere Gärten eine kreative Lösung und punkten mit ihrem Artenreichtum und ihrer Blütenvielfalt.

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Ich habe dieses Jahr den Oleander dreimal pro Woche gedüngt, wie Sie es vorgeschlagen haben. Soll ich nun damit aufhören?
Oleander benötigen sehr viele Nährstoffe. Ich würde aber mit dem Düngen langsam Schluss machen, damit er nicht mit zu viel Schwung in den Herbst geht. Bei Sonnenschein noch etwa zwei Wochen düngen, bei Schlechtwetter nicht mehr.

Ich hatte zuvor nie Mehltau an meinen Paradeisern. Was habe ich falsch gemacht? Darf ich die Früchte verwenden?
Die tropischen Temperaturen und die teilweise sehr hohe Luftfeuchtigkeit hat den Mehltau („Schönwetterpilz“) heuer richtig forciert. Spritzungen mit Backpulver (ein Liter Wasser mit einem Teelöffel Backpulver) und mit den Effektiven Mikroorganismen helfen sofort. Braune Blätter entfernen. Früchte, die mit Mehltau befallen sind, entsorgen. Alle anderen können selbstverständlich verwendet werden. Mehr zum Thema (f15e8c3b)Der Oleander wirft viele gelbe Blätter ab. Was mache ich falsch? Was kann ich tun?
Diese mediterrane Auwaldpflanze benötigt im Sommer extrem viel Wasser und Nährstoffe. Wer zu wenig düngt oder zu wenig gießt (auch bei Regen, weil die Blätter die Tropfen abhalten), muss mit den gelben Blättern rechnen. Die Pflanze holt sich für das Wachstum die Nährstoffe aus den ältesten Blättern, um neue Blüten und Laub zu bilden.

Auf den Gartenwegen aus alten Kopfsteinen wächst viel Unkraut. Was tun ohne Gift?
Die beste Methode ist natürlich das Ausreißen oder Abschaben. Ich verwende zum großflächigen Beseitigen ein Flämmgerät. Je dichter die Pflasterritzen vermoost sind, desto weniger Wildwuchs gibt es. Zwanzigprozentige Essigessenz mit kochendem Wasser aufsprühen hilft ebenfalls.

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Was jetzt im Garten und auf dem Balkon zu tun ist:

  • Der Spätsommer geht bald zu Ende. Ist der Holunder reif, zieht der Frühherbst ins Land.
  • Im Ziergarten steht das Ausputzen und Aufbinden im Mittelpunkt. Durch das Entfernen der Samenstände von Dahlien oder bei Sommerblumen, verlängert man die Blütezeit. Kübelpflanzen werden ein letztes Mal kräftig gedüngt.
  • Im Gemüsegarten wird jetzt Spinat und Vogerlsalat angebaut und als Herbst- und Wintersalate werden die gut frostfesten Asiasalate gesetzt. Frei gewordene Beete kann man mit Gründüngungspflanzen wie Bienenfreund einsäen. Sie bleiben bis zum Frühjahr auf dem Beet und bilden eine dünne Mulchschicht.
  • Auf dem Balkon kann man nun mit regelmäßigen Düngergaben Krankheiten hintanhalten. Vor allem bei den Surfinien taucht nämlich in diesen Tagen oft Mehltau auf, ein Zeichen von Nährstoffmangel. Pelargonien lassen sich nun noch sehr gut durch Stecklinge vermehren, ebenso Fuchsien oder andere Kübelpflanzen. Sandige Erde und ein warmer, aber nicht zu sonniger Platz reichen und schon bilden sich nach wenigen Tagen neue Wurzeln.
  • Im Zimmer herrscht nach wie vor Sommerbetrieb, das heißt, die Südfenster sind für viele Pflanzen noch immer tabu, dort ist es viel zu heiß und es kommt zu Verbrennungen.
  • Im Gemüsebeet: Winterrettich, Feldsalat, Spinat und Mangold werden jetzt gesät. Chinakohl, Pflücksalat, Knollenfenchel und Kohlrabi werden für die Herbsternte gepflanzt. Bei Tomaten, Zucchini, Auberginen und Bohnen ist jetzt Erntezeit.
  • Hecken: Recht starkwüchsige Hecken wie Hainbuche oder Liguster bekommen im August noch einmal einen Rückschnitt.
  • Rasen: Den Rasen mit einem Langzeitdünger stärken. Jetzt ist auch der passende Zeitpunkt, um neuen Rasen zu säen oder um Lücken zu schließen. Die Ränder mit dem Rasenkantenstecher in Form bringen.
  • Balkon und Terrasse: Kakteen unbedingt an die frische Luft befördern, sie mögen Hitze. Jetzt, Mitte des Monats, werden von den Fuchsien Sommerstecklinge geschnitten. Bei den Blumenkisterln rechtzeitig für dekorativen Herbstflor sorgen.
  • Pflanzen. Die Zwiebeln der Madonnenlilien kommen bereits im August bis zu drei Zentimeter tief in den durchlässigen, nährstoffreichen Boden, weil sie eine längere Entwicklungszeit haben. Auch Herbstzeitlose und herbstblühende Krokusse jetzt pflanzen, sie blühen noch in diesem Herbst.
  • Schnitt. Damit Lavendel nicht zu viel Energie für die Samenbildung vergeudet, werden die Stängel mit der Heckenschere zurückgeschnitten. Der tiefere Rückschnitt erfolgt dann im Februar/März.

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