Wohnen und Arbeiten vereint"So stressfrei wie wir haben nur wenige gebaut“

Ein starkes Team: wie sich Nicole und Mathias Mosbacher mit Architektin Daniela Reisinger im steirischen Mortantsch zuerst ihre Wohn- und nun, zehn Jahre später, ihre Arbeits(t)räume erfüllten.

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Vor zehn Jahren erfüllten sich die Mosbachers ihren Traum
Lorenz und Greta fühlen sich sichtlich wohl © (c) MATHIAS MOSBACHER
 

So stressfrei wie wir haben nur wenige gebaut“, sagt Mathias Mosbacher. Im Hintergrund fällt das erste Licht des Tages durch die hohen Fenster des Fotostudios, die Espressomaschine gurgelt bereits, und aus den Boxen legt sich ein entspannender Klangteppich über den Raum. Ja, stressfrei ist hier vorstellbar. Sogar Architektin Daniela Reisinger, die nicht nur die Planung, sondern auch die Managementarbeit bei Wohnhaus sowie Studio stemmte, nickt zustimmend.

„Wir waren beide schon mit Dani befreundet, bevor wir 2007 zusammengekommen sind“, erklärt Nicole Mosbacher den durchaus lockeren Umgangston untereinander. „Die beiden haben sich ja gegen mich verbündet“, sagt die Bauherrin und lacht. Grund des nicht ernst gemeinten Zanks war ihr Wunsch nach einem Keller und einem zweiten Bad. Beide wurden nicht erfüllt, aber es wurde immer ein Kompromiss gefunden. Ein Umstand, der die Zusammenarbeit der drei auszeichnet.

Doch zurück zum Anfang. Vor circa elf Jahren stand für das junge Paar fest, dass man sich den Traum vom Haus am Land erfüllen will. Unter anderem wegen der Kinder, die bestimmt kommen würden – heute zieren die Bilder von Greta und Lorenz die Wände des Wohnhauses. Der Kaufvertrag für eine Doppelhaushälfte war schon fast unterschrieben, als „Dani“ meinte: „Bei dem Preis könnt ihr selbst bauen.“ Gesagt, getan. Schnell war auch das passende Grundstück in Mortantsch gefunden – auf einer Kuppe des Göttelsbergs mit Rundumblick auf Schöckl, Rabenwald und Kulm, der jeden Fernseher überflüssig macht.
Zwei Lösungen vereint
Rechts das Wohnhaus, links das neue Studio Foto © (c) MATHIAS MOSBACHER

Holz und Beton im Zentrum

„Wir sind beide keine Handwerker, deswegen hätten wir uns nie über den Hausbau drübergetraut“, sagt Mathias Mosbacher. Daher nahm Architektin Daniela Reisinger auch wirklich alles in die Hand. „Ich hatte nicht sehr viele Vorgaben. Sie wollten offen wohnen und große Fenster, um den Blick auf die umliegende Landschaft zu haben. Holz und Beton sollten im Zentrum stehen“, so die Architektin.

Ein Haus, zwei Lösungen: Wohnen und Arbeiten unter einem Dach

Vor circa elf Jahren stand für Nicole und Mathias Mosbacher fest, dass sie sich den Traum vom Leben auf dem Land erfüllen wollen. Schnell war auch das passende Grundstück in Mortantsch gefunden. Das Zentrum des Hauses bildet heute die offene Wohnküche mit frei stehendem Küchenblock.

(c) MATHIAS MOSBACHER

"Ich hatte nicht sehr viele Vorgaben. Sie wollten offen wohnen und große Fenster, um den Blick auf die umliegende Landschaft zu haben. Holz und Beton sollten im Zentrum stehen“, erklärt Architektin Daniela Reisinger.

(c) MATHIAS MOSBACHER

Schließlich entstand ein zweigeschoßiger Ziegelmassivbau mit Flachdach in L-Form.

(c) MATHIAS MOSBACHER

Die Bauherren brachten sich aber auch selbst kreativ ein. Grafikdesignerin Nicole Mosbacher entwarf das Treppengeländer selbst.

(c) MATHIAS MOSBACHER

Auch Kinder planten die Mosbachers damals ein, heute werden die Wände schon von Zeichnungen von Lorenz und Greta geziert.

Mathias Mosbacher

Das Haus liegt auf einer Kuppe des Göttelsbergs mit Rundumblick auf Schöckl, Rabenwald und Kulm, der jeden Fernseher überflüssig macht.

(c) MATHIAS MOSBACHER

Aus der Wohnküche kann die Familie die traumhafte Aussicht genießen.

(c) MATHIAS MOSBACHER

Derzeit gibt es ein Kinderzimmer. Dieses wurde aber vorausschauend schon mit einer weiteren Tür versehen, sodass sich durch Aufziehen einer Mauer zwei Kinderzimmer für Greta und Lorenz ergeben.

(c) MATHIAS MOSBACHER

Aber auch im neuen geschaffenen, 85 Quadratmeter großen Studio lässt sich in der Pause die Aussicht genießen.

(c) MATHIAS MOSBACHER

Im Zentrum des Fotostudios stehen die Fenster im Industrieschick.

(c) MATHIAS MOSBACHER

"Wir sind beide Haptiker und lieben Analoges. Wir laden unsere Kunden ins Studio ein. Das gehört zum Erlebnis dazu“, erklärt Mathias Mosbacher.

(c) MATHIAS MOSBACHER

Auch hier ist der Stil der beiden Skandinavien-Fans minimalistisch und zurückhaltend.

(c) MATHIAS MOSBACHER

Früher mieteten sich die Fotografen für Shootings immer wieder in Locations ein, unter anderem die Tatsache, dass in Zukunft jemand zu Hause sein sollte, wenn die Kinder von der Schule kommen, veranlasste das Ehepaar zur ausgelagerten Lösung „vor der eigenen Haustür“.

(c) MATHIAS MOSBACHER

Starkes Team: Architektin Daniela Reisinger mit Nicole und Mathias Mosbacher.

(c) MATHIAS MOSBACHER

Im Studio werden nun die ganz kleinen Erdenbürger, aber auch werdende Mamas von Nicole Mosbacher ins rechte Licht gerückt.

(c) MATHIAS MOSBACHER
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Weiters wollten Mathias Mosbacher, der als Buchhalter und Fotograf arbeitet, und seine Frau, die als Grafikdesignerin und Fotografin tätig ist, dass es einen eigenen, aber nicht abgetrennten Arbeitsbereich gibt. Dieser befand sich bis vor Fertigstellung des Studios noch im Wohnzimmer.
Gute Freunde, starkes Team
Daniela Reisinger mit den Bauherren Nicole und Mathias Mosbacher Foto © diemosbachers.at

Das Projekt

Das Wohnhaus (Ziegelmassivbau, Ober- und Untergeschoß) ist 168 Quadratmeter groß.
Das Fotostudio der Mosbachers ist 85 m2 groß (diemosbachers.at). Hierfür wurde über das bestehende Erdgeschoß und den neuen Garagenbereich eine KLH-Decke gespannt. Darauf wurde der Holzriegelbau mit Pultdach errichtet. Beide Objekte entstanden in Zusammenarbeit zwischen Bauherren und Daniela Reisinger (architektur64.at). Ausführung: Steirerhaus.

Schließlich entstand ein zweigeschoßiger Ziegelmassivbau mit Flachdach in L-Form, damit die knapp 40 Quadratmeter große überdachte Terrasse vor Wind geschützt wird. Das Zentrum des Hauses bildet heute die offene Wohnküche mit frei stehendem Küchenblock. Da das Haus über keinen Keller verfügt, bietet hier eine eigene Speisekammer genug Platz, um Vorräte zu lagern. Sie ist einer der Kompromisse für den zuvor erwähnten nicht vorhandenen Keller.

Selbst kreativ eingebracht

„Mit eurem Budget geht das nicht“, sollte der Standardsatz der Architektin werden, gewährt das Ehepaar schmunzelnd Einblicke in die Planungsphase. Doch die drei schafften es immer, sich in der Mitte zu treffen. „Was ist die Lösung, um es schön, aber leistbar zu machen?“, sagt Daniela Reisinger.

Die Bauherren brachten sich aber auch selbst kreativ ein. Grafikdesignerin Nicole Mosbacher entwarf das Treppengeländer selbst. Hier gab es, bis die Kinder zu gehen begannen, nur einen Handlauf. „Wir haben das Offene so sehr geliebt, dass wir weder mit Glas noch mit einer Lösung aus Schnüren zufrieden waren“, so die Grafikdesignerin. Heute verleiht das Unikat aus eigener Feder dem Raum das gewisse Etwas.

Raum für kreative Ideen

Das wollen Nicole und Mathias Mosbacher übrigens auch bei ihrer Arbeit als Fotografen einfangen. Man kann „diemosbachers“ für Paar- oder Hochzeitsshootings buchen. Nicole Mosbacher hat sich dazu noch auf Babyshootings spezialisiert. Das luftige Studio, ein 85 Quadratmeter großer Holzriegelbau mit Pultdach, der auf den ebenfalls neuen Garagenbereich gesetzt wurde, ist nun das neue Zuhause für ihre kreativen Ideen. „Wir sind beide Haptiker und lieben Analoges. Wir laden unsere Kunden zur Bildauswahl und Präsentation ein. Das gehört zum Erlebnis dazu“, erklärt Mathias Mosbacher.


Früher mieteten sich die beiden für Shootings immer wieder in Locations ein, unter anderem die Tatsache, dass in Zukunft jemand zu Hause sein sollte, wenn die Kinder von der Schule kommen, veranlasste das Ehepaar zur ausgelagerten Lösung „vor der eigenen Haustür“. „Bestandsgebäude und Neubau wurden bewusst unterschiedlich gestaltet“, erklärt Reisinger. Während das Wohnhaus mit einer Putzfassade versehen wurde, erstrahlt das Studio in einer Holzfassade aus gebürsteter, lasierter Fichte.

Optimale Lichtverhältnisse

Wichtig war den Fotografen vor allem die nördliche Ausrichtung des Studios, um gleichmäßige Lichtverhältnisse zu erhalten. Fenster im Industrieschick dominieren den Raum. Um bei Shootings individuell agieren zu können, ist das Studio mit mobilen Möbeln ausgestattet. Nun scheiden sich die Geister der drei nur noch an der Akustik. Wie soll sie verbessert werden? Bei dem Ausblick eigentlich aber auch zweitrangig.