Was Gärtner im Juni wissen müssen Kann ich den Rhododendron in ein Planschbecken setzen?

Der Sommer ist da. Das gibt es für den Gärtner im Juni zu tun.

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© (c) K.-U. Häßler - stock.adobe.com
 

Kann ich einen Rhododendron in ein ursprüngliches Planschbecken setzen, das ich auf der Terrasse als Pflanzbeet verwenden will?
Mit dem Rhododendron haben Sie genau die richtige Pflanze gewählt, denn diese bildet einen ganz flachen Wurzelstock. Aber aufpassen, dass der Standort nicht zu sonnig ist. Kombinieren Sie eventuell mit Felsenbirne und Azaleen.

Eine selbst aufgegangene Birke im Pflanztrog ist gut drei Meter hoch. Was kann man tun, um sie zu retten?
Bei allen Gehölzen gilt: Will man sie klein und kompakt halten, dann muss man von Beginn an schneiden. Immer so, dass man keine „Amputation“ hinterlässt, sondern dass sich gleich dort, wo der Schnitt angesetzt ist, ein Seitenast befindet. Ihre Birke würde ich dennoch kräftig zurückschneiden. Am besten im Spätwinter, denn Birken „bluten“ extrem stark.

Bei Gemüsepflanzen hört man von guten und schlechten Nachbarn. Gibt es so etwas auch bei Bäumen und Sträuchern?
Natürlich gibt es auch hier Pflanzen, die zusammenpassen und solche, die sich nicht so vertragen. Vor allem geht es aber dabei um die Bodenansprüche, die die Gehölze haben. Zum Beispiel Moorbeetpflanzen wie Rhododendren lieben saure Erde und werden mit Rosen, sie lieben Lehm und Kalk, keine wirklich gute Partnerschaft bilden.

Die Rosen haben jetzt schon gelbe Blätter, ganze Triebe sind fahl.
Das sind Spätfolgen des Frostes. Am besten diese Triebe komplett herausschneiden. Einzelne gelbe Blätter im Inneren der Stöcke sind kein Problem, viele bedeuten aber den Beginn von Sternrußtau. Mit Schachtelhalmextrakt besprühen.

An der Unterseite der Hortensien-Blätter sind dicke, wollig-weiße Tierchen. Wie bekämpfe ich sie?
Es handelt sich dabei um die Wollige Napfschildlaus, die in den letzten Jahren vermehrt auftritt. Man findet sie auch an Zitrus- und Laubbäumen. Der Schaden ist minimal, daher kann man sie im Prinzip belassen. Zum Bekämpfen: mit Schmierseifenwasser abspülen und danach mit einem Rapsölpräparat einsprühen.

Was tun, wenn die Hortensien von wollig-weißen Tierchen heimgesucht werden?
Wunderbare Hortensien-Pracht Foto © (c) Marina Andrejchenko - stock.adobe.com (Marina Andrejchenko)
Kleine braune und graue Nacktschnecken fressen Salat, Radieschen und Kräuter an. Wie bringe ich sie weg. Schneckenkorn bei Gemüse?
Tauchen Nacktschnecken im Übermaß auf, muss man etwas unternehmen, denn aus den kleinen Tierchen werden rasch große Exemplare, die bis zu 400 Eier legen. Schneckenkorn auf Eisen-III-Phosphat-Basis kann man im Gemüsegarten verwenden. Breitwürfig ausstreuen.

Was tun, wenn Rosentriebe ohne Knospen sind?
Das sind sogenannte Blindtriebe, die oft dann entstehen, wenn es sehr kalt war oder der Standort zu schattig ist. Den Trieb bei Beetrosen stark zurückschneiden und mit biologischem Volldünger versorgen. Dann kommt mit dem neuen Trieb eine Blütenknospe.

In Rosenblüten ist neben dem Rosenkäfer auch ein schwarzer mit weißen Punkten auf Besuch.
Das ist der Trauerrosenkäfer, der von Blütenpollen lebt. Er taucht nur in ganz wenigen Exemplaren auf und gilt als gefährdete Art. Am besten einfach ignorieren oder noch besser, sich freuen, dass man einen Naturgarten hat, in dem ein Stück Ursprung zu finden ist.

Die eben gekaufte Gurkenpflanze sieht auf dem Balkon unglücklich aus. Was fehlt ihr?
Die Pflanze kommt meist direkt aus dem Gewächshaus und leidet an der Umstellung. Also keine Panik, das wird schon. Aber: nicht zu viel gießen, wenn sie noch nicht wächst. Sie braucht viel Wasser, verträgt aber keine Staunässe.

Woman gardener transplanting roses flowers from pot into wet soil. Summer garden work.
Was tun, wenn die Rosentriebe ohne Knospen sind? Foto © maryviolet - stock.adobe.com
Welcher Baum eignet sich für einen Terrassenkübel?
Die Felsenbirne ist robust, blüht im Frühjahr herrlich, hat einen lockeren Wuchs und nach den Früchten gibt es noch eine herrliche Laubfärbung. Meine Zitruspflanzen bekommen keine Blüten. Was tun?
Mehrere Gründe: selbst gezogen aus Kernen, dann dauert es zwölf bis 15 Jahre. Ist die Veredelung abgestorben, dann wächst der Wildling, der ebenfalls sehr spät blüht. Oder die Pflanze hat zu wenig Dünger! Bis Mitte August wöchentlich düngen.

Ein prächtiger Rosenstock muss wegen einer Baustelle umgesetzt werden.
Die ungünstigste Zeit überhaupt! Mit zehnprozentiger Chance den Stock auf 20 Zentimeter zurückschneiden, mit möglichst vielen Wurzeln ausgraben und sofort einsetzen. Anhäufeln, dass die Triebe fast komplett zugedeckt sind. Und hoffen.

Die Blätter unserer Ribisel sind voller Pusteln. Können wir die Früchte trotzdem essen?
Ja, problemlos. Im kommenden Jahr im zeitigen Frühjahr beim Knospenschwellen mit Schachtelhalmextrakt und einem Rapsölpräparat sprühen, um der Johannisbeer-Blasenlaus keine Chance zu geben. 

Ich habe im Hochbeet rote und schwarze Ameisen. Gibt es ein Biomittel?
Ja, Kieselgur. Das Pulver bei trockenem Wetter auf die Bauten streuen, eventuell etwas aufgraben. Wirkt auch auf Terrassen und in Wohnungen.

Foto © Wellnhofer Designs - stock.adobe
Der frisch gesäte Rasen will nicht wachsen. War es das Saatgut oder die Witterung?
Möglicherweise beides. Beim Saatgut sollte man immer zu einer hochwertigen Mischung greifen. Natürlich haben auch die extrem kühlen Temperaturen, wie bei vielen anderen Pflanzen auch, das Wachstum stark gebremst.

Noch immer sind die Blätter der Schneeglöckchen saftig grün. Wann kann ich den Rasen mähen?
Die kühle Witterung lässt bei diesen Frühjahrsblühern ein besonders langes Wachstum zu. Das schafft gute Blühvoraussetzungen für das kommende Jahr. Also, mit dem Abmähen noch zuwarten.

Sie haben vom Flämmen gesprochen. Ist das für das Bodenleben gefährlich?
Am besten ist es natürlich, wenn man die störenden Wildkräuter, die durch den Regen extrem wachsen, ausreißt, aber auf großen Pflasterflächen ist das unmöglich. Dort hat sich das Flämmen als umweltfreundlichste Möglichkeit bewährt. Die Hitze ist nur oberflächlich und vernichtet nur die einjährigen Pflanzen. Wurzelunkräuter kommen wieder, werden aber mit jeder Anwendung geschwächt.

Was jetzt im Garten und auf dem Balkon zu tun ist

  • Wir stehen laut Kalender der Natur mitten im Frühsommer, doch die Temperaturen beginnen allmählich hochsommerlich zu werden. Nach dem kühlen Frühjahr ist das für viele Pflanzen ungewohnt. Sie machen in der Mittagshitze schlapp, obwohl sie ausreichend mit Wasser versorgt worden sind.
  • Gießen gehört in den nächsten Wochen zur Hauptbeschäftigung. Wichtig ist, dass man die Pflanzen nicht täglich ein wenig, sondern alle paar Tage intensiv gießt. Das gilt nicht für Kübelpflanzen oder Blumenkisterln. Sie müssen manchmal sogar zweimal pro Tag mit Wasser versorgt werden.
  • Wer viel gießt, der muss auch viel düngen, nur dann wachsen die Pflanzen in den Töpfen gesund und kräftig. Faustregel: Mindestens einmal pro Woche, Oleander, Zitrus, Engelstrompete und viele andere stark wachsende Pflanzen brauchen sogar zweimal pro Woche Düngernachschub.
  • Der Rasen sollte in den nächsten Tagen die zweite Düngegabe bekommen, vor einem Regenschauer ist es idealsten. Damit die Graspflänzchen die Trockenheit besser verkraften, wird der Boden mit einem Bodenaktivator versorgt. Die darin enthaltenen Gesteinsmehle (Zeolith) binden nicht nur Nährstoffe, sondern auch große Mengen an Wasser, die sich die Wurzeln dann bei Bedarf aus dem mikroskopisch feinen Gesteinsstaub holen.
  • Im Garten: Aufbinden und ausschneiden, bei Gehölzen genauso wie bei den vielen Stauden und Sommerblumen. Rasen in den nächsten zwei, drei Wochen nochmals düngen, am besten vor einem angesagten Regenschauer. Gurken, Kürbisse, Zucchini können jetzt genauso noch gesät werden wie Bohnen oder Erbsen. Auch Petersilie wächst, wenn man sie jetzt sät, besonders rasch.
  • Auf dem Balkon: Kübelpflanzen und Balkonblumen auch bei Regen gießen, denn meist kommt durch das Blätterdach kein Wasser zum Topf. Nährstoffe sind nun besonders wichtig, denn damit wachsen die Pflanzen kräftig, aber keinesfalls überdüngen, das führt rasch zu Verbrennungen.
  • Im Zimmer: Nützen sie die sanften Regenschauer und stellen sie, wenn möglich, die Topfpflanzen in den Regen. Vor allem Blattschmuckpflanzen schätzen diese Behandlung, aber aufpassen, die kräftige Sonne kann die Pflanzen rasch versengen.
  • Mit der Holunderblüte starten wir in den Frühsommer. Im Garten heißt es nach wie vor vorsichtig sein, auch wenn ich zuletzt schon anderes gesagt habe. Basilikum, Bohnen oder Gurken, Zucchini und Kürbisse leiden unter den niedrigen Temperaturen enorm. Auch bei Tomaten wird das Wachstum ziemlich stark gebremst, wenn es in der Nacht nur einstellige Plusgrade hat.
  • Bei den Balkonblumen gibt es dagegen kein großes Problem. Pelargonien halten die kühlen Nächte gut aus, ebenso Surfinien oder Margeriten. Bei den Zitrus sollte es auch keine größeren Wachstumsstockungen geben.
  • Hecken. Noch ist es zu früh, um Laubhecken zu schneiden, denn es würde sofort wieder mit einem Austrieb der Schnitt zunichtegemacht werden. Richtiger Zeitpunkt: Ende Juni.
  • Rosen. Sie können jetzt schon gedüngt werden. Notwendig ist das allerdings nur bei den Beetrosen, eingewachsene Kletterrosen, Strauchrosen und Wildrosen muss man nicht düngen. Ein Rückschnitt nach dem Blühen erfolgt nur bei mehrmals blühenden Rosen.
  • Gemüse. Noch kann man allerlei Gemüse anbauen. Stangen- und Buschbohnen wachsen nun besonders gut. Aber selbst in ein, zwei Wochen ist es noch zeitgerecht. Pflücksalate, Porree, Kohlrabi und sogar Tomaten kann man noch setzen.
  • Balkonblumen. Ihr Wachstum ist nun besonders stark. Ob die überwinterten oder die neu gekauften – alle benötigen nun viel und regelmäßig Dünger.
  • Kübelpflanzen kann man auch jetzt noch umpflanzen, der Wurzelballen sollte aber nicht mehr zu stark gestört werden, weil die feinen Haarwurzeln die Gehölze versorgen müssen.
  • Zimmerpflanzen. Tag für Tag wird der Sonnenschein intensiver, daher die Zimmerpflanzen vom Fenster wegstellen. Die Blätter würden Verbrennungen bekommen. Beachten, dass wegen der Wärme abgedunkelte Zimmer ein Problem für Topfpflanzen sind. Lieber in andere Räume stellen, denn ohne Licht gibt es kein Pflanzenwachstum.
  • Der Hochsommer steht schon vor der Tür. Niederschläge und Wärme sind die Zutaten, die Pilzkrankheiten im Garten nun zum Problem werden lassen.
  • Krankheiten. Der Grauschimmel, die Botrytis, aber auch Mehltau und die gefürchteten Rosenkrankheiten wie Sternrußtau und Rosenrost machen zu schaffen. Bei allen gilt: Sauberkeit. Die befallenen Blätter sofort entfernen, sie werden nicht mehr gesund, sorgen aber für das Ausbreiten der Krankheiten. Sofort mit Biospritzmittel auf Basis des Ackerschachtelhalms, mit Algenpräparaten, Mikroorganismen etc. die befallenen Pflanzen behandeln.
  • Schnitt. Viele Rosen sind verblüht. Bei den mehrmals Blühenden alle Blüten abschneiden, dann gibt es in drei bis vier Wochen die nächste Blüte. Kirschen und Weichseln gleich nach der Ernte schneiden – die neuen Triebe um zwei Drittel einkürzen.
  • Gemüse. Tomaten ausgeizen nicht vergessen.
  • Balkonblumen. Sie werden regelmäßig gut gedüngt, der Regen schwemmt, wenn er zu den Kisterln gelangt, viele Nährstoffe aus. Ebenso brauchen Kübelpflanzen jetzt viel Dünger.

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