Ploberger im GartentalkGartentipps vom Biogärtner: „Düngen und Gießen nicht vergessen“

Um Mieslinge wie Dickmaulrüssler, am Hungertuch nagendes Gemüse, die Kunst des Schneidens und den Fortbestand altehrwürdiger Pflanzen ging es in der Telefonstunde mit unserem Biogärtner Karl Ploberger und im Gespräch mit Helena Wallner.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
 

Der südseitige Rollrasen zeigte nach einem Jahr braune Flecken, im Winter trocknete er vollends aus. Gibt es noch eine Rettung?
KARL PLOBERGER: Der Rasen ist verhungert, zum Teil dürften es auch Schneeschäden sein. Dreimal im Jahr sollte gedüngt werden und auf das Gießen nicht vergessen. Vertikutiert wird erst nach dem zweiten Mähen.

Auf einer nordseitigen Fläche unter Bäumen will kein Gras mehr wachsen. Gibt es eine Alternative zum Rindenmulch?
Auf der Fläche Kompost ausbringen und danach mit Bodendecker wie Efeu oder Elfenblume bepflanzen.

Die Kirschlorbeerhecke ist braun und abgestorben. Ist sie noch zu retten?
Ich würde sie stehen lassen und darauf achten, ob sie frisch durchtreibt. Es handelt sich eindeutig um Trockenschäden, die Pflanzen sind verdurstet.

Ich bin mehrmals an Kamelien gescheitert, die letzte Pflanze hat drei Blüten, die restlichen Knospen fallen schon wieder ab.
Ich nehme an, dass das kühle Zimmer doch nicht kühl genug war. Kamelien vertragen höchsten zwölf bis 15 Grad. Sie dürfen niemals austrocknen, vertragen aber auch keine Staunässe.

Wann darf ich beim Oleander mit dem Düngen beginnen?
Sobald er im Freien steht, wird gedüngt und gegossen.

Lorbeer, Zitrusbäumchen und Japanischer Spindelstrauch haben Fressschäden. Was tun?
Da ist der Dickmaulrüssler am Werk, Abhilfe bringen Nematoden. Diese kleinen Fadenwürmer werden aber erst bei Bodentemperaturen von zehn bis zwölf Grad ausgebracht.



Was kann ich gegen die ungebetene Efeuüberwucherung aus dem Nachbargarten machen?
Mein Rat, lernen Sie den Efeu lieben. Er schadet den Bäumen nicht und erfüllt seine Rolle als Bodendecker hervorragend.

Unsere im Oktober gesetzten Mittagsblumen sind kaputt. Haben wir noch eine Chance?
Mittagsblumen sind einfach nicht winterhart, sie kommen mit der Feuchtigkeit und mit der Kälte nicht zurecht.



Wie halte ich mir Ameisen vom Leib? Wo gibt es ein Mittel?
Kieselgur bekommt man in jedem Lagerhaus und Gartengeschäft. Das Pulver kann man sogar im Haus anwenden und es wirkt garantiert.

Darf ich meine 25 Jahre alte Zygopetalum-Orchidee teilen?
Ich würde es am besten mit der Bodensäge versuchen und die Orchidee in vier Teile teilen. Die Schnittstellen gut abtrocknen lassen und anschließend in Orchideensubstrat pflanzen.

Wie werde ich den Giersch los?
Die bewährte Methode: Kompost aufbringen, einen starken Karton darauflegen und mit Mulch abdecken. Im Herbst lassen sich die Wurzeln problemlos absammeln. Wirklich erfolgreich ist man, wenn man es wiederholt.

Unser Schneeballstrauch hat so früh die Blätter verloren.
Das wird die Trockenheit gewesen sein, warten Sie ab und in Zukunft auf richtiges Gießen achten, nämlich intensiv zehn bis 20 Liter pro Quadratmeter und alle vier bis fünf Tage. Der Kugelschnitt ist nicht wirklich fachgerecht, bei Sträuchern werden alte Triebe bodeneben herausgeschnitten. Sie können Ihren Schneeball zusätzlich mit Kompost und organischem Dünger verwöhnen.

Die Schnecken sind schon los.
Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, die kleinen Schnecken zu erwischen, weil das Futterangebot noch nicht so üppig ist. Umweltverträgliches Schneckenkorn breitflächig ausbringen.

Wie hält man einen Blumenstrauß frisch?
Man kann Essig und Zucker ins Wasser geben, aber das Haltbarkeitspulver aus dem Handel hat die gleiche Wirkung. Viel wichtiger ist, dass die Vase absolut sauber ist und das Wasser alle zwei bis drei Tage gewechselt wird.

Wie nah kann ich eine Gartenhütte an eine 50 Jahre alte Eibe bauen?
Ihre Vorstellung von einem Meter ist ziemlich wenig, drei Meter Abstand wären ideal.

Hilfe, wie werde ich die Rosenkäfer los und was mache ich gegen die vielen Wanzen auf den Beerensträuchern?
Rosenkäfer beißen nur Staubgefäße ab, in Massen sind sie allerdings eine Plage. Die einfachste Methode ist, ihre Larven – zum Beispiel auf dem Komposthaufen – auszugraben und an die Vögel zu verfüttern. Die Wanzen haben sich leider extrem vermehrt, absammeln ist da die einfachste Lösung.

Die Wühlmäuse machen uns das Leben schwer. Was tun?
Die meisten empfohlenen Methoden helfen nicht. Am wirksamsten sind und bleiben Fallen, aber man muss schon dahinter sein.

Seit zwei Jahren wird aus meinen Roten Rüben nichts.
Diese Pflanzen brauchen viele Nährstoffe, also organischen Dünger, denn sie dürfen nicht hungern. Das gilt auch für Zwiebeln und nicht vergessen: Erst nach vier Jahren wird das Gemüse wieder auf denselben Platz gesetzt.

Die Weiße Fliege verseucht den Rhododendron.
Gelbtafeln aufhängen hilft, aber Vorsicht, Jungvögel können daran picken bleiben, darum den Tafeln ein Gitter verpassen. Das Sprühen von Niem-Extrakt wirkt.

Die Telefonstunde zum Nachschauen:

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!