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Tipps von Biogärtner Karl PlobergerJetzt ist es Zeit für Baum- und Gehölzschnitt

Beim Baum- und Gehölzschnitt heißt es behutsam vorgehen und auf die unterschiedlichen Ansprüche Rücksicht nehmen.

Vorsichtig an die Scheren! © (c) Jürgen Fälchle - stock.adobe.com
 

So sehr wir alle vielleicht dann und wann unter dem Wetter heuer gelitten haben, viele Gehölze sind dieses Jahr enorm gewachsen. Und jetzt wollen alle Bäume und Sträucher zurechtgestutzt werden.
Jedes Gehölz stellt im Laufe seines Wachsens unterschiedliche Schnittansprüche. Am Beginn steht der Pflanzschnitt.

Sowohl die Äste als auch die Wurzeln – wenn es sich um sogenannte „wurzelnackte“ Pflanzen handelt – werden eingekürzt. Gehölze im Topf (die Profis sprechen vom Container) müssen nicht geschnitten werden.
Nach einem Jahr folgt der Erziehungsschnitt: Triebe, die nach innen wachsen, werden dann entfernt, diejenigen, die steil nach oben wachsen, eingekürzt. Faustregel: um etwa ein Drittel.

Bodeneben abschneiden

In den folgenden Jahren ist dann der Erhaltungsschnitt notwendig. Dabei werden vergreiste Triebe bodeneben (!) herausgeschnitten und alle zu dicht stehenden Äste entfernt. Keinesfalls darf in dieser Phase des Wachstums der „Bubikopf“-Schnitt, so nannte ihn charmant ein Leser, praktiziert werden. Die weniger schmeichelhafte Bezeichnung: Hausmeisterschnitt. Forsythien oder andere Blütensträucher zu Kugeln formen, mag kreativ sein, letztlich führt es aber über die Jahre dazu, dass die Sträucher ihre Vitalität verlieren.

Später kommt der Verjüngungsschnitt

In der letzten Phase des Strauchlebens kann dann ein sogenannter Verjüngungsschnitt angewendet werden. Dabei wird ein Großteil der Äste bodeneben herausgeschnitten und nur einige wenige Triebe bleiben stehen. Wer es ganz richtig machen will, der schneidet „ableitend“. Das bedeutet, der dicke Ast verjüngt sich auch nach dem Rückschnitt bis zu einem kleinen Trieb. So bleibt die natürliche Wuchsform des Strauchs erhalten und er wächst von unten wieder mit vielen neuen Ästen aus.

Profi-Tipp

In Pflanzentrögen sollen vor allem die Proportionen zwischen Topf und Gehölz gewahrt bleiben. Generell gilt: Für die Bepflanzung schwachwüchsige Sorten wählen.

Mehr Rat von Karl Ploberger gibt's unter: biogärtner.at

Eine für viele scheinbar brutale Schnittmethode ist das „auf den Stock setzen“. Wildgehölze wie Holunder, Haselnuss, Kornelkirsche oder auch die Schlehe können nach einigen Jahren radikal auf etwa 20 Zentimeter zurückgeschnitten werden. Schon im ersten Jahr wachsen sie bei guten Bodenverhältnissen wieder bis zu 1,5 Meter und bilden bereits im zweiten Jahr wieder eine dichte Hecke. So werden von unten verkahlte Sträucher verjüngt.

Es kommt auf den Zeitpunkt an

Der richtige Zeitpunkt des Schnitts ist unterschiedlich: Blütengehölze, die im Frühjahr blühen (Forsythie, Flieder, Jasmin, Kätzchenweide), werden gleich nach der Blüte geschnitten. Würde man jetzt schneiden, gäbe es keine Blüten.

Obstbäume schneidet man im Spätwinter. Stark wachsende Obstbäume sollte man übrigens möglichst spät schneiden, denn so wird das Wachstum eingebremst. Idealer Zeitpunkt für Rosen ist dann, wenn die Forsythie blüht, da drohen keine starken Fröste mehr, die die frischen Knospen vernichten.

Laubhecken wie etwa Hainbuchen werden um die Sommersonnenwende geschnitten. Sie können aber jetzt noch nachgeschnitten werden.
Gehölze auf Balkon und Terrasse – meist in größeren Trögen gesetzt – benötigen besondere Aufmerksamkeit, was den Schnitt betrifft. Hier geht es darum, die Pflanzen „windfest“ zu schneiden, um eine stabile und sichere Wuchsform zu garantieren.

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