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Berühmtes Design200 Jahre Thonet: 12 Fakten, die man wissen muss

Mehr Designklassiker geht nicht: Die Firma Thonet feiert ihr 200-jähriges Jubiläum und ihre Klassiker wirken jung wie nie.

Der Klassiker im Thonet-Museum in Friedberg: Kaffeehausstuhl Nummer 14
Der Klassiker im Thonet-Museum in Friedberg: Kaffeehausstuhl Nummer 14 © Jürgen Fuchs (FUCHS Juergen)
 

1. Gründung

1819 gründet der Tischlermeister Michael Thonet in seiner Geburtsstadt Boppard am Rhein seine eigene Werkstatt.

2. Fürstliche Bekanntschaft

1841 macht Michael Thonet Clemens Fürst Metternichs Bekanntschaft, der ihn an den Hof nach Wien einlädt. Dort ist er, gemeinsam mit seinen Söhnen, auch an der Innenausstattung des Palais Liechtenstein beteiligt.

3. Kaffeehausstuhl Nummer 14

1859 erfindet Thonet ein Stuhlmodell, das noch heute untrennbar mit dem Namen Thonet verbunden ist: den Kaffeehausstuhl Nummer 14, später Nummer 214. Er begründet den Erfolg der Firma. Dem Erfolg liegt nicht weniger als eine Revolution zugrunde: Thonet perfektioniert eine Methode, um massives Buchenholz zu biegen.

4. Serienfertigung

6 Einzelteile, zwei Muttern und zehn Schrauben ergeben in Summe einen Stuhl Nummer 14. Ein Quantensprung, denn zum ersten Mal konnte man Stühle in Serienfertigung herstellen. Unzählige Kaffeehäuser, Restaurants und Wohnungen wurden damals mit dem Sessel bestuhlt. Die Firma wuchs unaufhörlich.

5. Überseeexport

36 in ihre Einzelteile zerlegten Stühle passen in eine Schiffskiste mit einem Kubikmeter Platz. Somit konnte die Nummer 14 in hoher Zahl auch nach Übersee exportiert und vor Ort zusammengesetzt werden. Ab 1889 gibt es bereits sieben Fabriken, die Thonet-Möbel herstellen. Neben Ungarn, Tschechien und Russland auch im deutschen Frankenberg, wo auch heute noch immer gefertigt wird. In Großstädten wie London, Paris, New York, Berlin, Odessa, Moskau und St. Petersburg werden Verkaufsniederlassungen eröffnet.

6. Prominente Kunden

1900 entdecken auch die Künstler und Architekten der Wiener Moderne, darunter Josef Hoffmann, Adolf Loos, Koloman Moser und Otto Wagner, den Möbelbauer Thonet für sich. So hat Wagner gleich mehrere Modelle für die Inneneinrichtung der Wiener Postsparkasse in Auftrag gegeben.

7. Katalog mit 1400 Modellen

1911 - in diesem Jahr erscheint der bislang umfassendste Thonet-Katalog mit einer Rekordzahl von 1400 Modellen. Zu finden sind nicht nur die Klassiker, sondern die Auswahl reicht vom einfachen Hocker bis zum Gebetsstuhl.

8. Gründung des staatlichen Bauhauses

1919 - in diesem Jahr gründet Walter Gropius in Weimar das Staatliche Bauhaus. Eine Kunstschule mit der Vision, die Welt nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges ein Stück besser zu machen. Das Motto: Form folgt Funktion. Damit sind sie nicht weit von der Philosophie von Michael Thonet entfernt: einfach, praktisch, aber stets formschön.

9. Stahlrohrprototyp

1925 experimentiert Architekt Marcel Breuer am Bauhaus mit Stahlrohrprototypen im Möbeldesign. Thonet sichert sich zu dieser Zeit bereits die ersten Entwürfe nicht nur von Breuer, sondern auch von Ludwig Mies van der Rohe, Mart Stam und Le Corbusier. Der Vorteil von Stahlrohr: Es ist einerseits robust, aber auch elastisch. Wie der Kaffeehausstuhl Nummer 14 sind die Freischwinger S 33 von Mart Stam sowie B 32 und B 64 von Marcel Breuer (heute S 32 und S 64) Design-Klassiker. Die Originalentwürfe werden noch immer im Stammsitz in Frankenberg produziert.

10. 50 Millionen Stückgrenze

1930 übersteigt die Zahl des bislang weltweit verkauften Thonet-Klassikers Nummer 14 bereits die 50 Millionen Stückgrenze.

11. Geschlossen

2006 wird im steirischen Friedberg die letzte heimische Thonet-Produktionsstätte geschlossen. Was geblieben ist: ein einzigartiges Museum, das mit über 100 Stücken die Bandbreite dieses Familienunternehmens zeigt.

12. Neues Farbkonzept

2019 wurde Modell Nummer 14 von Eva Marguerre und Marcel Besau zum Firmenjubiläum mit einem neuen Farbkonzept beschenkt: Two-Tone-Farbstellungen in Schwarz, Weiß, Samtrot und Salbei.

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