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Immer einen Besuch wertEin Garten für den Seelenfrieden

Wieder einmal die Seele baumeln lassen: Im Schaugarten von Doris Gusel und Bernhard Haanl gelingt das auf jedem einzelnen der rund 100.000 Quadratmeter. Ein Spaziergang durch eine der wohl schönsten Gartenlandschaften Österreichs.

Vom „Wald-baden“ ins kühle Nass: Bernhard Haanl am Badeteich © (c) oliver wolf
 

Auf einem Holzdeck im Garten lässt Bernhard Haanl sich nieder. „Ich habe ein paar verrückte Sammelleidenschaften“, verrät er und deutet hinter sich. Ein schmucker historischer Zirkuswagen gehört dazu. Außerdem sammelt er Steine - in allen Größen und Formen sind sie auf seinem Grundstück zu entdecken. Vielleicht erst auf den zweiten Blick - und das macht es so spannend. Denn der ganze Garten umfasst rund zehn Hektar. Und wenn man ihn nicht selbst angelegt hat wie Bernhard Haanl, wird man ihm wohl nie alle Geheimnisse entlocken.

Garten der Seele

Vor mehr als zehn Jahren zogen Doris Gusel und Bernhard Haanl von Weiz ins Burgenland, um ein altes Bauernhaus zu sanieren. Wo früher der Schweinestall war, ist heute ein Meditationsraum untergebracht, wo der Traktor stand, wird jetzt gefrühstückt. Das alte Heulager wurde zur Gartenbibliothek. Mit der Zeit schufen der Landschaftsgärtner und die Psychologin aus den vielen Ackerflächen und dem brachliegenden Land einen einzigartigen Lebensraum und nannten ihn „Garten der Seele“. Warum er so groß sein muss? „Weil meine Frau gesagt hat, kleiner geht es nicht, sonst müssen wir gleich wieder umziehen.“

Lebensraum: Garten der Seele

Badehäuschen

Auf dem Weg durch den Schaugarten im Südburgenland kommt man auch zum Badeteich. Steine aus aller Welt zieren die unterschiedlich angelegten Themengärten im Garten der Seele.

(c) oliver wolf

Gartenbibliothek

Das alte Heulager wurde zur Gartenbibliothek mit einer Menge Lektüre. Hier lässt es sich gut entspannen.

(c) oliver wolf

Wildblumen

Auch ausgedehnte wilde Wiesen sind Bestandteil des Gartens und bieten Futter für Bienen.

(c) oliver wolf

Ferienhaus

So natürlich wie möglich: Im angegliederten Ferienhaus setzt man auf Holz.

(c) oliver wolf

Begeisterter Gärtner

Quereinsteiger: Bernhard Haanl studierte Sportwissenschaften und ging dann auf Weltreise. Heute widmet er sich mit Leidenschaft der Garten- und Landschaftsgestaltung. Im Hintergrund eine der Ruhezonen.

(c) oliver wolf

Seerosenteich

Im Jahreskreislauf blühen viele verschiedene Pflanzen zu Land und zu Wasser.

(c) oliver wolf

Zirkuswagen

Vor dem historischen Zirkuswagen aus hat man einen schönen Blick auf das Südburgenland.

(c) oliver wolf

Fisch-Frame

Drei begehbare Kunstwerke sind als Ruhezonen über das Gelände verteilt.

(c) oliver wolf

Schlafkojen

Der Garten der Seele ist eine Mischung aus Design...

(c) oliver wolf

Wiesenblumen

...und Wildnis.

(c) oliver wolf

Tipi

Feine Sache zum Verweilen: Ein Tipi unter Bäumen.

(c) oliver wolf

Abwechslungsreich

Figuren und Werke von Künstlern sind mit der Landschaft verwoben. Jedes Jahr wird um ein Kunstwerk erweitert.

(c) oliver wolf

Verspiegelt

Ruhezone: Der "Fisch-Frame" spiegelt die Natur wider und fügt sich so fast nahtlos in die Landschaft.

(c) oliver wolf

Sonnenaufgang

Kleine Sinnestäuschung: Kunstobjekt von Ernestine Faux statt Sonne am Rand einer wilden Wiese

(c) oliver wolf
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Mischung aus Design und Wildnis

So machen sich Besucher also auf den Weg - viele auf der Suche nach Ruhe und Verlangsamung. Beginnend beim mediterranen Kiesgarten, vorbei an einem Teich mit Seerosen, einer Feuerstelle und Natursteinmauern zum Verweilen. Bienen summen, Vögel zwitschern und schon jetzt beginnt man, diese kleine Auszeit vom Alltag als Geschenk zu begreifen. Im Landschaftsgarten finden sich drei „Frames“, kleine Ruhezonen, begehbare Kunstwerke benannt nach den Sternzeichen, Löwe, Skorpion und Fisch.

Allein der „Fisch-Frame“, ein verspiegelter Holz-Kubus, ist eine Klasse für sich. Er fängt die umliegende Landschaft ein, sodass er von manchen Seiten kaum zu sehen ist. Ähnlich wie bei Fischen im Wasser bemerkt man nur hin und wieder einen Lichtreflex, bevor man schließlich davorsteht. Ein zauberhaft angelegter Garten folgt dem nächsten - etwa der Japan- oder der Waldgarten -, es ist eine fein ausbalancierte Mischung aus Design und Wildnis.

Nächstes Projekt im Herbst

Auf verschlungenen Wegen aus Sandstein geht es vorbei an kugelig „wachsenden“ Steinen aus Rumänien. Ein Badehaus an einem Teich taucht auf, dann zeigt sich ein Tipi unter Bäumen, eine Feuerstelle. Man passiert eine Wildblumenwiese, malerisch eingesäumt von Wildstrauchhecken - Hartriegel, Schneeball, Sanddorn, Eibe, Schlehdorn, Wacholder und Flieder drücken sich hier aneinander.

Zum Projekt

Der Garten der Seele ist ein Schaugarten auf rund zehn Hektar in Neusiedl bei Güssing im Burgenland. Angelegt wurde er von Doris Gusel und Bernhard Haanl. Er birgt eine Reihe von Gartenlandschaften mit Plätzen zum Entspannen und Erholen. Außerdem kann man im Ferienhaus übernachten, auch Seminargruppen finden Platz. Neben Prärie- und Steppenbeeten gibt es Wassergärten, Wald-, Japan- oder Kiesgarten, Gartencafé ... Der Schaugarten hält von April bis Oktober von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Voranmeldung wird erbeten, Eintritt: 7 Euro. Für Ruhesuchende: One-Day-Off (z. B. Eremitenpaket 1 Tag Schaugarten mit Obstkorb und Hängematte, 30 Euro), www.gartenderseele.at

Eine fünf Meter hohe Welle aus Eisen schwingt mit dem Wind. Immer wieder sind Werke von Künstlern mit der Landschaft verwoben. Im Herbst soll das nächste Gartenprojekt fertig sein - ein Erlenwald, der zum Meditieren lädt. So viel Gartenlandschaft will erhalten werden. Das fällt aber weniger zeitaufwendig aus als gedacht. „Wir kommen zu zweit mit etwa zwei Tagen pro Woche aus“, sagt Bernhard Haanl. „Ich habe den Garten relativ pflegeleicht geplant.“ Drei Mähroboter helfen mit, die Wege frei zu halten. Doch selbst sie stören die himmlische Ruhe nicht und ziehen lautlos ihre Bahnen.

 

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