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RAT VOM BAUSACHVERSTÄNDIGEN GÜNTHER NUSSBAUMWenn der Specht an die Fassade klopft

Der Bausachverständige Günther Nussbaum erklärt, wie man sein Haus am besten vor Löchern im Dämmmaterial und Taubenkot im Freibereich schützen kann.

© (c) hfox - stock.adobe.com (Hendrik Fuchs)
 

Warum der Specht immer wieder Löcher in Dämmfassaden hackt, ist noch ungeklärt. Speziell Styroporfassaden täuschen jedenfalls ein morsches Baumstück oder Insekten hinter einer Rinde für ihn vor. Es ist schon vorgekommen, dass auf zehn Quadratmeter Fassadenfläche 80 Löcher gezählt wurden!

Günther Nussbaum ist unabhängiger, zertifizierter Bausachverständiger. Bekannt ist der gelernte Spengler- und Dachdeckermeister durch das ATV-Serviceformat „ Pfusch am Bau“, derzeit läuft die 14. Staffel. Foto © (c) ERNST KAINERSTORFER

Aber der Specht ist nicht immer auf Nahrungssuche. So wurde beispielsweise beobachtet, dass er auf Blechdächer und Fassaden trommelt, um Artgenossen zu ärgern. Und wenn er balzt, macht er ebenfalls durch Trommeln auf sich aufmerksam. Blöd nur, dass die meisten Styroporfassaden das nicht schadenfrei überstehen. Löcher sollten jedenfalls tunlichst rasch verschlossen werden, damit Insekten, Mäuse oder zunächst auch nur Wassereintritte keinen weiteren Schaden anrichten können. Wer in abgelegener Lage saniert oder baut, sollte gut überlegen, nicht vielleicht doch eine schwere Dämmung, beispielsweise Holzweichfaser oder Mineralschaumplatten, kombiniert mit einem Dickputzsystem, als Fassade verbauen zu lassen. Oder gleich mit dicken Hochlochziegeln ohne zusätzliche Dämmung bauen!

Attrappen-Alarm

Großvogel-Attrappen, aufgeklebte Vogelsilhouetten und sonstiges Glitzerzeug halten den Specht nur bedingt auf Abstand. Die Auswahl an derartigen Produkten ist aber groß: Neuester Schrei sind Vogelspinnenattrappen mit Bewegungssensor. Wenn sich ein Vögelchen der Fassade nähert, fällt die Spinne aus dem Versteck die Fassade herunter, um kurz danach wieder im Versteck zu verschwinden. Angeblich liegt da der Haupteffekt im Gekreische der zufällig den Weg kreuzenden weiblichen Mitbewohner.

Pigeon standing on the fence at balcony
Tauben können sich auf Balkonen zu einem echten Problem entwickeln Foto © (c) MuamerO - stock.adobe.com

Verwilderte Haus- oder Straßentauben stellen Hausbesitzer vor ganz andere Probleme. Ein Taubenpaar brütet pro Jahr drei bis sieben Mal jeweils zwei Eier aus. Die Stäube, die man beim Beseitigen der Verschmutzungen durch Tauben aufwirbelt, sind für die Gesundheit von Mensch und Haustier eine Gefahr. Bakterien, Hefen und Pilze sind fast immer mit dabei. Bei 4 bis 17 Prozent der Haus- sowie 2 bis 8 Prozent der Stadttauben konnten Salmonellen nachgewiesen werden. Bakterien der Gattung Campylobacter wurden in 20 bis 50 Prozent der Proben nachgewiesen. Aber auch Taubenzecken und Milben können in der Nähe befindliche Menschen befallen und allergische Reaktionen hervorrufen.
Darüber hinaus ist Taubenkot ätzend. Speziell Lacke, Metalle, aber auch Beschichtungen können hier rasch Schaden nehmen. Eine Taube produziert übrigens 10 bis 12 Kilogramm Nasskot und 2,5 Kilo Trockenkot pro Jahr! Aber auch Tauben dürfen nur vergrämt und nicht verletzt oder getötet werden.

Seile & Netze

Für ein friedliches Nebeneinander sorgen Taubenseile, Taubenspitzen oder die altbekannten Taubennetze. Wobei die Spitzen Tauben nicht verletzen, sondern nur am Landen hindern sollen, Menschen dürfen durch die Spitzen keinesfalls gefährdet werden. Ultraschall- oder Infraschallwellen sind nicht nur ungeeignet, sie können auch Schadenersatzforderungen nach sich ziehen, weil sie auch von empfindlichen Menschen wahrgenommen werden. Wie bei den Spechten gilt: Es gibt kein Produkt, das sicher hilft. Im Anlassfall immer Rat beim Vogelkundler, Schädlingsbekämpfer oder Baufachmann holen.

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