Johannes KopfAMS-Chef: „Sind Bewerber ungeimpft, ernten sie meist ein Naserümpfen“

AMS-Chef Johannes Kopf sieht für heuer „sensationelle Prognosen“ für den Arbeitsmarkt. Doch Jobchancen für Ungeimpfte hätten sich „massiv reduziert“.

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AMS-Vorstand Johannes Kopf
AMS-Vorstand Johannes Kopf © (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
 

AMS-Vorstand Johannes Kopf sieht für heuer „sensationelle Prognosen“ für den Arbeitsmarkt: „Sie versprechen fünf Prozent Wirtschaftswachstum – das ist wie in den Siebzigern. 2022 wird das Jahr der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wir werden ganz viele Branchen sehen, die sich unglaublich bemühen müssen, um Arbeitskräfte zu finden. Da geht es um Abwerben, Konkurrenz zwischen den Branchen, Arbeitszeit, Vereinbarkeit, Kinderbetreuung.“ Der Markt werde sich drehen – „zumindest bei den Qualifizierten“ – in Richtung eines Arbeitnehmermarkts, sagte er im Interview mit dem „Standard“.

Nicht so rosig erwartet er die Situation für Ungeimpfte. „Die Jobchancen sind sicher massiv reduziert. Man muss aber nach Branchen unterscheiden. Eigentlich keine Chancen gibt es im Gesundheitsbereich, der Kinderbetreuung, Arbeit mit vulnerablen Gruppen, wo es mittlerweile üblich ist, dass die Impfung verlangt wird. (...) Genauso auch bei privaten Arbeitgebern, wo nahe mit Menschen gearbeitet wird, wie in Lokalen, Hotels mit Massage oder im Handel, kann im Rahmen der Privatautonomie eine Impfung vorausgesetzt werden“, so Kopf.

Die Ankündigung der Impfpflicht habe das Thema Impfung von den Arbeitgebern weg verlagert, „die davon ausgehen, dass das jetzt der Staat löst“. Er wisse, dass viele Firmen nach dem G-Status im Vorstellungsgespräch fragen. „Sind Bewerber ungeimpft, ernten sie meist ein Naserümpfen“, erklärte der AMS-Chef.

„Den meisten Leuten ist der Arbeitsplatz wichtiger“

Dass eine Impfpflicht die Personalnot verschärfen könnte, hält er für „überschätzt“. „Die einzige Erfahrung, die ich dazu kenne, ist Italien, wo eine verpflichtende Impfung im Gesundheitsbereich eingeführt wurde. Weniger als ein Prozent der Beschäftigten wurde – großteils kurz – suspendiert, weil sie nicht geimpft waren. Den meisten Leuten ist letztlich der Arbeitsplatz wichtiger“, blickt Kopf über die Grenze.

Zu den Sperren des Arbeitslosengeldes, weil ein Job nicht angenommen werden konnte, da keine Impfung vorlag, meinte der AMS-Vorstand: „Wir kennen die Fälle – und es sind österreichweit nicht mehr als zwei Dutzend.“

Kommentare (16)
eston
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Ungeimpft sind meist jene Personen,

die auch in anderen Belangen nerven

pianofisch
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@eston

Jemand wie Dich, der stigmatisiert und die Fähigkeiten und die Persönlichkeit eines Mitarbeiters auf seinen Impfstatus reduziert, würde ich als erstes rausschmeissen.

mgutsche
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Kann ich

Selbst als Unternehmer nicht bestätigen.
Es interessiert mich bei der Bewerbung nicht ob jemand geimpft oder ungeimpft ist.
Auch wenn es von den Medien immer so dargestellt wird als ob alle Unternehmer hinter den Maßnahmen der Regierung stehen würden kann ich das nicht bestätigen.
Gerade in Klein und Mittelständischen Unternehmen gibts sehr viele Regierungs kritische Unternehmer.
Ach ja hab ganz vergessen die Impfgegner sind ja immer nur die Einkommensschwachen und Mindergebildeten.

gallerherbert65
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@mgutsche geimpft oder ungeimpft

aber mich als Arbeitnehmer interessiert es ob jemand geimpft oder ungeimpft ist. Dort wo meine Gesundheit (Leben) mutwillig aufs Spiel gesetzt wird werde ich sicher nicht lange bleiben lieber Unternehmer :))

Balrog206
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Vielleicht

Solltest weniger nur dir Überschriften lesen ! Wo bist den Gefährten wenn du einen Ungeimpften triffst oder zusammen arbeitest ?? Bist ja bestimmt schon bald 4 mal geimpft !

Balrog206
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100%

Zustimmung !

HansWurst
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Vollkommen richtig!

Zumeist sind Ungebildete ungeimpft!
Demgegenüber gibt es überwiegend geimpfte Studenten und AHS-Professoren.

Salcher
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…..

Und wie‘s scheint auch kopfschwache Unternehmer ….

selbstdenker70
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..

Kann ich nur bestätigen. Ich habe beruflich mit sehr vielen KMUs zu tun. Gute Mitarbeiter werden gehalten, ob geimpft oder ungeimpft, und auch bei neuen Mitarbeitern geht Können und Motivation vor Impfpass. Es sind auch viele Chefs, Steuerberater ect nicht geimpft.

pecunianonolet
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zu großes Risiko

Ich stelle niemanden ein der nicht geimpft ist.

Man sollte auch das Arbeitslosengeld bzw. sonstige Transferleistungen einschränken.

RL
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🤔

Wichtig wäre die Qualifikation und nicht der Impfstatus!
Bis jetzt gibt es keine Impfpflicht.

Robinhood
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Selber schuld

Ich stelle niemanden mehr ein der nicht geimpft ist.

Niemandes_Knecht
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Das Nasenrümpfen wird sich bald haben

Mittelfristig (nach der Pandemie) werden Arbeitgeber nicht Geimpfte mit Handkuss nehmen, weil sie markant weniger krankheitsbedingte Ausfälle verursachen.

Salcher
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Schwurbler-Quatsch

Schwurbler-Quatsch / mehr fällt mir dazu leider nicht ein!

gallerherbert65
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Schwurbel

du meinst sicher die ungeimpften LongCovid Patienten die dann den von uns Geimpften erwirtschafteten Überschuß verbraten :))

Hapi67
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Die Aussagen

von Kopf variieren nach der Meinung seiner Gönner in der Regierung.

Seine Erkenntnisse zum Arbeitsmarkt und Bedarf an Personal erklären auch den ungemeinen Erfolg des AMS bei der Vermittlung jener, die sich Ihre Auszeit gönnen.

Dieser gute Mann ist ganz nah dran an den Problemen, den Problemen der Regierung.

Vielen Dank