Eine Ära geht zu EndeWolfgang Leitner geht nach 27 Jahren als Andritz-Chef

Wolfgang Leitner (68) ist seit 27 Jahren Vorstandsvorsitzender der steirischen Andritz AG. Unter seiner Ägide wurde aus der Maschinenfabrik ein globaler Marktführer. Im April 2022 verlässt er den Anlagenbauer. Sein Nachfolger wird Joachim Schönbeck.

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Studierter Chemiker: Wolfgang Leitner © APA/HANS PUNZ
 

Der langjährige Chef des börsennotierten steirischen Technologiekonzerns Andritz, Wolfgang Leitner (68), verlässt im kommenden Frühjahr das Unternehmen. Nach 34 Jahren Tätigkeit im Vorstand, davon 27 Jahre als Vorstandschef, wird er seine Funktion mit Ablauf der für 12. April 2022 geplanten Hauptversammlung beenden, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Nachfolgen wird ihm Joachim Schönbeck (57), der seit 2014 dem Andritz-Vorstand angehört.

Neues Vorstandsmitglied wird ebenfalls ab April 2022 Domenico Iacovelli. Er ist seit 2011 in verschiedenen Führungsaufgaben der Andritz-Gruppe tätig, seit April 2018 ist er Vorsitzender des Vorstands der Schuler AG. Diese Funktion wird er auch beibehalten. Die anderen Vorstandspositionen der Andritz AG bleiben unverändert.

Karriere eines Arbeiterkindes

Leitner stammt aus einer Arbeiterfamilie - sein Vater war Schlosser bei Andritz - und studierte Chemie in Graz. Nach seinem Studium war er von 1978 bis 1981 für Vianova, ein österreichisches Tochterunternehmen der Hoechst AG, in der Forschung tätig. Von 1981 bis 1985 arbeitete er als Unternehmensberater bei McKinsey & Company in München. 1986 gründete er gemeinsam mit seinem Studienkollegen, dem späteren Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, das Pharmaunternehmen Genericon. Deren ungarische Tochter Pharmavit erzielte mit Brausetabletten und Generika große Erfolge und wurde 1995 von dem US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb für 110 Millionen Dollar gekauft.

Parallel dazu war er seit 1987 als Finanzvorstand und ab 1994 als Vorstandsvorsitzender der Andritz AG tätig. Seine Verantwortungsbereiche umfassen zentrale Gruppenfunktionen, wie Personalwesen, Controlling und Rechnungswesen, Konzernkommunikation und Investor Relations, Interne Revision, EDV sowie Geschäftsprozess-Management. Beim 1999 erfolgten Verkauf der Andritz AG erwarb Leitner einen 26-Prozent-Anteil, 72 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz, zwei Prozent hält das Management.

Im Wirtschaftsmagazin trend wird Leitner seit geraumer Zeit unter den reichsten Österreichern gelistet. Auf der Liste The World’s Billionaires des Forbes Magazine rangierte Leitner im Jahr 2015 auf Platz 1190 mit einem geschätzten Vermögen von 1,6 Milliarden Dollar.

Der börsennotierte Grazer Anlagenbau-Konzern Andritz hat knapp 27.000 Mitarbeiter und mehr als 280 Standorte in über 40 Ländern.

Kommentare (4)
makronomic
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Gute Arbeit, mieser Chef?

An der Börse und im Markt hat Leitner sicherlich gut gearbeitet, aber die internen Abteilungen sind schwach. Gute Leute werden von oftmals schlechten nicht ordentlich geführt - Fähigkeiten nicht unterstützt, Mitarbeiter nicht motiviert... es geht besser! Zumindest hört man das aus dem Andritz Umfeld. Vielleicht kommt da zum Schluß noch was Gutes?

marinosale
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Neidhammel

Wieso steht im ersten Satz schon, dass er einer der reichsten Österreicher ist? Was hat das mit seiner Arbeit, seinen Funktionen, Firmen, seiner Person zu tun???

ich.daheim
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Alles

Er hat nichts geerbt, er hat alles selbst erarbeitet.

Niclas1
0
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Alles

ich würde sagen, er hat die richtigen Entscheidungen getroffen und die richtigen Leute arbeiten lassen. Und das ist sehr wichtig um eine Firma erfolgreich zu machen.