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Zum vierten Mal in FolgeExporte sinken: Handelsstreit setzt China immer stärker zu

China hat im November das vierte Monat in Folge einen Rückgang der Exporte verzeichnet.

© (c) AP (Elaine Thompson)
 

Vor dem Hintergrund des Handelskrieges mit den USA sind Chinas Ausfuhren im November um 1,1 Prozent unerwartet stark gefallen. Es war der vierte Monat in Folge, in dem Chinas Exporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig waren. Experten hatten eigentlich einen Zuwachs erwartet.

Wie der chinesische Zoll am Sonntag in Peking weiter mitteilte, brachen die Exporte in die USA besonders stark ein - um 12,5 Prozent. Die Importe aus den USA gingen sogar um 23,3 Prozent zurück. Das bilaterale Handelsvolumen verringerte sich um 15,2 Prozent.

Die Auslieferung ins Ausland fielen um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie am Sonntag veröffentlichte Daten der Zollbehörde zeigten. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen einen Anstieg um ein Prozent vorausgesagt.

Im Oktober waren die Exporte um 0,9 Prozent zurückgegangen. Die Importe stiegen dagegen im November unerwartet um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem sie im Oktober noch um 6,4 Prozent gesunken waren. Ökonomen hatten einen Rückgang von 1,8 Prozent prognostiziert. Der Außenhandelsüberschuss schrumpfte auf 38,73 Milliarden Dollar, nach 42,81 Milliarden Dollar im Oktober.

Der Handelsstreit zwischen den Regierungen in Peking und Washington belastet zunehmend das Wachstum Chinas. Die beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte überziehen sich seit rund eineinhalb Jahren mit milliardenschweren Sonderzöllen.

In dem Handelskonflikt liefen die Verhandlungen nach amerikanischen Angaben zuletzt auf Hochtouren. Allerdings droht am nächsten Sonntag eine neue Runde von Zollerhöhungen der USA auf in China produzierte Konsumgüter, die den Konflikt weiter eskalieren lassen dürfte. Ob vorher eine Vereinbarung gefunden werden kann, muss sich zeigen. Die Frist 15. Dezember hatte US-Präsident Donald Trump gesetzt.

Treten die neuen Strafzölle in Kraft?

Auf der Grundlage der bisherigen Ergebnisse der Handelsgespräche wird Trump persönlich entscheiden, ob die neue Strafzölle in Kraft treten oder ob den Gesprächen noch mehr Zeit gegeben wird. Er droht mit zusätzlichen Importgebühren von 15 Prozent auf die Einfuhr von Konsumgütern wie Laptops, Smartphones, Kleidung und Spielzeug aus China im Wert von rund 150 Mrd. Dollar (135,21 Mrd. Euro).

Ohnehin sind schon Importe aus China im Wert von rund 375 Mrd. US-Dollar mit Strafzöllen belegt - weit mehr als die Hälfte aller Exporte Chinas in die USA, die 2018 rund 557 Mrd. US-Dollar erreichten. Im Oktober hatte Trump bereits den Abschluss einer teilweisen Vereinbarung über die erste Phase der Verhandlungen bis Mitte November in Aussicht gestellt, doch ziehen sich die Handelsgespräche seither weiter hin.

Verunsicherung steigt

Durch gezielte Veröffentlichungen beider Seiten gibt es ein ständiges Hin und Her in der Bewertung der Handelsgespräche, was die Börsen verunsichert. China hat das Klima gleichwohl zum Ende der Woche etwas verbessert, indem es ankündigte, die Zölle auf einige Lieferungen von Sojabohnen und Schweinefleisch aus den USA auszusetzen. Allerdings fordert China in den Verhandlungen über eine erste Teilvereinbarung, dass nicht nur die angedrohten neuen Zölle ausgesetzt, sondern auch die bestehenden Sonderabgaben zurückgefahren werden.

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