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VW überlegt VerbandsaustrittDeutsche Autobranche steht vor heftigem Grundsatzstreit

Batterie? Brennstoffzelle? Gasantrieb? Weil VW sich vom größten deutschen Autoverband in der Diskussion um künftige Technologien nicht gut vertreten fühlt, überlegt der Konzern den Ausstieg.

VW könnte bald den wichtigsten Branchenverband verlassen
VW könnte bald den wichtigsten Branchenverband verlassen © APA
 

In der deutschen Autobranche droht laut einem Zeitungsbericht ein Grundsatzstreit zu eskalieren: Der Volkswagen-Konzern drohe aus dem Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) auszutreten, berichtet die "Welt am Sonntag".

Bei dem Autobauer gebe entsprechende Überlegungen, heißt es demnach aus Unternehmenskreisen. Die Wolfsburger fühlten sich vom VDA nicht richtig vertreten. Dabei gehe es insbesondere um eine Konzentration auf Elektromotoren bei den alternativen Antriebsarten.

Es gebe eine lange Liste an Kritikpunkten, schreibt die "WamS". Vor allem müsse der Verband von der Strategie der "Technologieoffenheit" abrücken und dafür sorgen, dass alle Kräfte ausschließlich auf die Durchsetzung des Batterieautos konzentriert würden. Entwicklung und Förderung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellen, Gasantrieben oder anderen umweltfreundlicheren Varianten müssten eingestellt werden. Das überfordere die Branche, wurde VW-Chef Herbert Diess zitiert.

"Kulturkampf" gegen das Auto

Gegen das Auto werde in Deutschland derzeit "ein Kulturkampf geführt", heißt es dem Bericht zufolge bei VW. Dem müsse der Verband "entschlossener entgegentreten und sich klarer positionieren".

Der VDA müsse sich zudem dafür einsetzen, dass Industrie und Politik einen "echten Masterplan Elektromobilität" entwerfen und ein Strukturfonds eingerichtet werde, der Brüche und den Technologiewandel in der Branche abfedere.

Batterieautos sollten geringer besteuert werden, um die Absatzzahlen zu steigern, besonders günstige E-Autos als "Einstiegsmobilität" vom Staat gefördert werden.

All diese Punkte würden vom VDA nicht mit der nötigen Energie verfolgt, wird dem Bericht zufolge bei VW kritisiert. Der VDA weist die Kritik zurück.

VW fokussiert voll auf Elektroautos

"Dass es in einem so großen Verband nicht immer ohne Reibung geht, war in der Vergangenheit so und wird auch in Zukunft sicherlich immer wieder so sein", hieß es gegenüber der "WamS". Der Fokus liege durchaus auf der Elektrifizierung der Autos. "Aber andere Antriebs- und Kraftstoffalternativen bleiben im Blickfeld." In den kommenden Tagen wollen sich Vertreter von VW und VDA zu klärenden Gesprächen treffen.

Volkswagen stellt sich derzeit auf das Zeitalter von Digitalisierung und Elektroautos ein. Am Mittwoch kündigte VW an, dass im Zuge der Neuausrichtung bis 2023 etwa 5000 bis 7000 Stellen gestrichen werden.

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Danke für Ihr Verständnis.

duerni
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Herr Diess, ich bin enttäuscht, dass sie, als gelernter...

... Maschinenbauer offensichtlich zu den Volkswirtschaftler übergelaufen sind. Verbrenner nein - ok; Akku-Autos, als Brückentechnologie - ok. Dauerlösung ist die Akku-Stromquelle aber nicht. Ihr eigentlicher "Antrieb", Herr Diess, ist offensichtlich, die Rettung der Rentabilität ihres koventionellen Autokonzerns. Sie wissen - wie alle an "Mobilität" Interessierten - die junge Generation sieht das eigene Auto nicht als erstrebenswertes Ziel. Die Verkehrsdichte der Städte und die Kosten werden in naher Zukunft zur drastischen Reduzierung der Zahl an eigenen Autos führen. Damit erledigt sich ein Teil des CO2 Problems über die Anzahl der "Stinker". Die Akku-Stromquelle wird nur vorübergehend für einen Boom bei den E-Autos führen, denn der Energiebedarf und die Versorgung setzen Grenzen. Die Automobilkonzerne werden sich dramatischen verringern - fusionieren oder kollabieren und zu Mobilitätsanbietern werden. Das selbstfahrende E-Fahrzeug - ausgewählt mit "ON" über die App - steht dann nach überschaubarer Zeit am "Meeting Point" zu Nutzung. Am Ziel angelangt lässt man sein Gefährt wieder auf einen "Meeting Point" stehen und ist es mit "OFF" los. Die junge Generation von heute wird - hoffentlich gut ausgebildet - in anderen Berufen ihr Geld verdienen.
Conclusio:
Neben dem Problem Klimaerwärmung kommt das Problem: Versorgung von arbeitslosen immer älter werdenden Menschen.

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checker43
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Es

pendeln ca. 150.000 Personen täglich mit dem PKW nach Graz ein. Ich denke nicht, dass man für diese ein On-demand-Angebot einführen wird.

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scionescio
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+1

Auch eAutos stehen im Stau, brauchen Parkplätze und verbrauchen Resourcen bei der Herstellung - die echte Lösung kann nur eine Verringerung der absoluten Anzahl an Fahrzeugen sein, die dann per Sharing oder Pay per Use die Mobilitätsbedürfnisse sicher (echtes autonomes Fahren ab Level 4), komfortabel und preisgünstig befriedigen können.
Wichtig wird sein, das Mindsetting gravierend zu ändern: weg von sinnlosen Beschleunigungsmonstern für Spätpubertierende zu umweltfreundlichen und sicheren Fahrzeugen, die einfach Menschen von A nach B bringen!

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duerni
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+2 "Auch eAutos stehen im Stau, ......................."

........ logo - aber eAutos wird "man" dann mieten, wenn "man" sie benötigt - ergo wird die Anzahl der Fahrgeräte drastisch abnehmen.
Derzeit steht das Gefährt statistisch 90% der Zeit ungenützt!
@scionescio: Sie sind ein "Begriffschöpfer":
- "Mindsetting" - man kann auch die Einstellung sagen - kann nicht verordnet werden, die ergibt sich aus der Nachfrage. -"Beschleunigungsmonster für Spätpubertierende" - ist ein Widerspruch in sich, denn Monster beschleunigen nicht schnell. Wenn sie Sportautos im Sinn haben - diese beschleunigen deshalb schnell, weil sie KEINE Monster sind, also wenig Masse haben. Beschleunigung = Kraft/Masse....
…. keep cool!

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scionescio
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@Duerni: +1

Absolut richtig: Sportliche Autos sind in erster Linie leicht, um eine entsprechende Kurvendynamik erreichen zu können und haben zusätzlich ein sehr gutes Leistungsgewicht.
Manche Teslafahrer glauben aber, dass sie ein sportliches Auto besitzen (weil der Ankündigungsweltmeister das auch so platziert), weil sie ihre durch die Akkus überschweren Autos einige wenige Male hintereinander geradeaus beschleunigen können, ohne das Akku, BMS und eMotor sofort abrauchen!

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paulrandig
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Elektro - ja.

Akkus in der derzeitigen Form - nein.
Akkus effizienter und umweltfreundlicher machen - ja.
Brennstoffzellen - ja.
Bitte auch nicht vergessen, dass nicht nur Akkus umweltschädlich sind, sondern Fossilbrennstoffe ebenso.
Am sinnvollsten wäre es also, das Mobilitätsverhalten neu zu denken und weiter zu entwickeln.

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scionescio
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@paulrandig: Vollkommen richtig!

Erst Sharingkonzepte im großen Stil, Pay per Use, Mieten statt Besitzen, ... also ein völlig geändertes Mobilitätsverhalten mit kleinen eAutos für Kurzstrecken, Gas, Synthetic Fuel, Wasserstoff für längere Strecken und Schwerverkehr werden eine spürbare Entlastung für die Umwelt bringen.
VW als größter Autobauer ist bei den eAutos quasi All In gegangen (durch den Dieselskandal gezwungenermaßen) und bekommt jetzt schon Bammel weil die Entwicklung der eAutos/Infrastruktur viel flacher verläuft als erhofft- da auch Audi gerade gewaltig schwächelt und eigentlich nur im Premiumsegment gute Renditen zu erzielen sind (siehe Porsche, BMW, Daimler & Co. ) schwimmen Ihnen die Felle davon.
Daimler, BMW, Ford forschen im Gegensatz zu VW schon seit Jahrzehnten an der Brennstoffzelle und bilden gerade große Allianzen. Da sie auch nicht die Stückzahlen von VW haben, sind sie natürlich flexibler, können weiterhin gutes Geld im Premiumsegment verdienen und erst dann richtig einsteigen, wenn es eine vernünftige Nachfolgetechnologie für die problematische Sackgassentechnologie „Akku“ gibt. In der Zwischenzeit investieren sie in autonomes Fahren (gemeinsame Plattform) und Sharing (Zusammenschluss von Car2Go und DriveNow). Um die Kontrolle zu behalten, halten sie große Anteile an Hubject, ChargePoint, Ionity, etc. um auch da dabei zu sein, wenn die Zeit reif dafür ist.

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hauwi68
6
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Elektromobilität

Die Politik wird sich noch wundern wieviel Arbeitsplätze wirklich verloren gehen! Was dann???? Es gibt Berechnungen die sagen in Europa gehen 1.000.000 Arbeitsplätze verloren! Herzlichen Glückwunsch. Es werden auch neue entstehen, keine Frage, aber wieviel???? Und über den Sondermüll Akku redet auch keiner. Aus meiner Sicht der komplett falsche Weg.

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checker43
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Über

das Recycling von Akkus reden alle und machen es auch bereits. Glauben Sie bitte nicht das Märchen von der Nichtrecyclebarkeit. Und den Wegfall von Arbeitsplätzen wegen neuer Technologien und das Hinzukommen anderer Jobs gibts seit 10.000 Jahren. Die Argumente sind für die Fische.

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scionescio
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Selbstverständlich kann recycelt werden - aber hauptsächlich im Labor oder eben bei weitem nicht kostendeckend- daher werden die meisten Akkus nach wie vor sehr umweltfreundlich verbrannt!

Selbst beim Recycling von Akkus wird zuerst eingeschmolzen, von Wert ist dabei nur das gewonnene Kobalt, das Lithium ist minderwertig und taugt nur mehr als Beigabe zum WD40 und die Aluminiumverbindungen und die anderen Reststoffe sind höchstproblematischer Sondermüll!

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checker43
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@scio

Die Firmen in Frankreich und Belgien (Société Nouvelle d'Affinage des Métaux, wo Toyota die Nickel-Metallhydrid-Speicher aufbereiten lässt und Umicore in Belgien, die Marktführer bei der Entsorgung von Lithium-Ionen-Batterien ist) arbeiten also nicht kostendeckend? Wann ist der Konkurs geplant? Wissen Sie mehr?

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scionescio
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@checker43: in den einem Fall handelt es sich um NiMH und damit um keine Lithium Akkus ...

... im andere Fall um einen milliardenschweren Konzern, der sich das Recycling aus Imagegründen „leistet“ - wie man sieht, mit Erfolg;-)
Meine Informationen habe ich aus der Bilanz und einer Werksbesichtigung im Juni des Vorjahres im Rahmen einer VDE Arbeitsgruppe.

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checker43
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Und

beim Besuch hat man Ihnen die Bilanz gezeigt und aus der haben Sie gelesen, dass der Recyclingbetrieb von Umicore nur durch Stützungen des Mutterkonzerns betrieben werden kann. Auch in zehn und zwanzig Jahren. Korrekt?

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scionescio
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.... natürlich nicht - aber warum sollten sie auch?

Bei börsennotierten Unternehmen ist die Bilanz und der Geschäftsbericht öffentlich und daher leicht zugänglich.
Beim Recycling zählt nur der Wert des gewonnenen Kobalts - beim Einschmelzverfahren ist die Menge limitiert und da der Weltmarktpreis nach einigen Bocksprüngen tendenziell rückläufig ist (man benötigt immer weniger Kobalt für die Zellen und da sich der Markt viel langsamer entwickelt, als die Optimisten gehofft haben, ist auch die absolut benötige Menge geringer), ändert auch die steigende Menge an zu recycelnden Akkus nichts daran. Das einzige was bei noch mehr Akkus steigt, sind die giftigen Gase beim Einschmelzen und der zurückbleibende, höchstproblematische Sondermüll (allein dessen Entsorgung frisst einen Großteil des Kobalterlöses auf ...).

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checker43
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Und

Sie glauben, der Konzern leistet sich Investitionen in Höhe von hunderten Millionen Euro für ein Verlustgeschäft?

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scionescio
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... ich habe im Geschäftsbericht nichts von Investitionen in Höhe von hunderten Millionen gefunden ...

... und die Anlage, die ich vor Ort gesehen habe, hat unter Garantie nicht hunderte Millionen gekostet - dann wären zumindest ordentliche Filter für die entstehenden giftigen Gase dabei gewesen!

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