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In nur 10 JahrenWie Airbnb die Branche mit einer Luftmatratze umkrempelte

Airbnb hat binnen zehn Jahren die Tourismusbranche umgekrempelt. Inzwischen ist die Plattform auch Konkurrenz für normale Mieter.

Heute vor exakt zehn Jahren wurde Airbnb gegründet, heute ist es der weltgrößte Tourismuskonzern
Heute vor exakt zehn Jahren wurde Airbnb gegründet, heute ist es der weltgrößte Tourismuskonzern © APA/AFP or licensors
 

Drei Luftmatratzen plus Frühstück, das ist das Kernstück der Gründungslegende der Schlafplatzbörse Airbnb. Demnach konnten die Gründer Brian Chesky, Joe Gebbia und Nathan Blecharczyk sich im Jahr 2007 die Miete ihres Appartements in San Francisco nicht mehr leisten und vermieteten die Luftmatratzen, auf Englisch Airbed, an Kongress-Besucher. Dazu gab es Frühstück. Aus Airbed-and-Breakfast wurde später Airbnb.

Heute sind weltweit fünf Millionen Schlafmöglichkeiten in Wohnungen in 81.000 Städten auf der Plattform inseriert. In nur zehn Jahren hat Airbnb damit die größte Hotelkette Marriott mit seinen 1,3 Millionen Betten um ein Vielfaches überholt. Mit einer Bewertung von rund 27 Milliarden Euro ist das Unternehmen eines der wertvollsten Start-ups des Silicon Valley. Im Vorjahr schrieb Airbnb erstmals einen Gewinn von rund 87 Millionen Euro. Es wird erwartet, dass ein möglicher Börsengang des Unternehmens einer der größten der Geschichte sein könnte.Die Gründer wollen sich damit aber noch Zeit lassen, wie Chesky jüngst bekannt gab.

Dieser Erfolg hat auch seine Schattenseiten. Das Angebot von Airbnb fokussiert hauptsächlich auf Städte. So verteilen sich die 770.000 österreichischen Airbnb-Gäste im Jahr 2017 vor allem auf Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz und Linz. Die MA 23 in Wien schätzt, dass rund 8000 Wohnungen auf der Plattform registriert sind. Laut einer Studie der TU Wien werden dem Markt dadurch dauerhaft 2000 Wohnungen entzogen.

Airbnb in Österreich

770.000 Urlauber buchten 2017 in Österreich ein Zimmer über Airbnb. 64.500 stammen aus dem Inland.

Die meisten ausländischen Gäste kamen aus Deutschland (142.900), den USA (97.800) und Großbritannien (52.800).

Die beliebtesten Städte sind Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz und Linz.

 

 

Und so überrascht es nicht, dass immer mehr Städte in Airbnb und seinen Mitbewerbern eine Ursache für zu hohe Mieten sehen. Selbst das wirtschaftsliberale New York – der wichtigste Markt für Airbnb in den USA – hat die Regeln für diese Portale jüngst erneut verschärft. Schon bisher durften nicht selbst bewohnte Wohnungen nur länger als 30 Tage vermietet werden. Nun müssen Airbnb & Co. der Stadt eine Liste der Gastgeber sowie Informationen über alle Transaktionen übermitteln.

Auch in Deutschland ergreifen immer mehr Städte Maßnahmen, um die Vermietung über Airbnb einzuschränken. Berlin ist noch verhältnismäßig locker. Vermieter müssen sich lediglich eine Registriernummer am Bezirksamt besorgen. In Hamburg dürfen Vermieter nur Zimmer in ihrer Hauptwohnung anbieten. In München dürfen die Räume zudem maximal acht Wochen im Jahr weitergegeben werden.

Rechtlicher Graubereich

In Österreich arbeitet Airbnb bisher in einem rechtlichen Graubereich. Für den Tourismus sind die Länder zuständig. Das Hauptproblem: Die Vermieter zahlen meist keine Ortstaxe. Bisher hat nur Wien eine klare Regelung, nach der die Anbieter entweder ihre Daten an die Stadt übermitteln oder die Ortstaxe selbst einheben und pauschal an die Stadt abliefern. Mit „HomeAway“ wurde dahingehend eine Vereinbarung erzielt. Mit Airbnb werde darüber gerade verhandelt. „Diese Pauschalierung ist der falsche Weg“, sagt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung. Sie sei das Gegenteil von Transparenz und Klarheit. „Wir haben eine Explosion der Mietpreise und vermieten allein in Wien 11.000 Wohnungen über Airbnb. Es wird notwendig sein, dass jeder, der vermietet, eine Registrierungsnummer beim Finanzamt eingibt. Wer viel vermietet, kommt in die gewerbliche Vermietung hinein“, sagt Reitterer.

Sie geht sogar so weit, die Vermieter der Schlafplatz-Plattformen als „Parahotellerie“ zu bezeichnen. „In Wien baut man ganze Wohnhäuser, um die über Airbnb zu vermieten. Das ist ein versteckter Betrug. Ein Hotel zu bauen kostet 30 Prozent mehr.“ Und was laut Reitterer völlig übersehen werde: „Diese Plattform zahlt in Österreich keine Steuern. Das stößt jedem Unternehmer auf, wenn ein Milliardenkonzern keine Steuern zahlt.“

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Gedankenspiele
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Wohnung vermieten gehört steuerlich stärker belastet

AirBnB ist ein typisches Instrument, das zur Umverteilung von unten nach unten genutzt wird. Wer sich mehrere Wohnungen leisten kann als er für den Eigenbedarf benötigt, verdient sich noch schön was dazu (gilt nicht nur für AirBnB auch für normale Wohnungsvermietungen durch Private). Die Anzahl der Wohnungen wird dadurch deutlich verknappt (In jeder Stadt ist es verschieden kritisch).
Essen, Trinken und Wohnen sind für mich Grundrechte, mit denen nicht spekuliert werden dürfte.

Manche kaufen sich mehrere Wohnungen und manche nicht einmal die eine, die sie für sich selbst brauchen!

Ich weiß das klingt etwas radikal, aber grob gesagt, solange nicht der "Großteil" der Leute, die eine Eigentumswohnung haben wollen, sich diese leisten können, sollte sich nicht der Erste eine Zweitwohnung zulegen dürfen. Bzw. Das Geldverdienen durch Vermieten (ob über AirBnB oder auch als normale Mietwohnung) gehört steuerlich so unattraktiv gemacht, dass jeder die Finger davon lässt! Wohnen ist eine Grundnotwendigkeit und sollte kein Luxus sein! Deshalb gehört sowas in staatliche Hände. Am privaten Sektor wird sowas nie funktionieren.

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ragnarok
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Diese permanete Heulerei

der Hotellerie in Österreich ist unerträglich. Selber vom Steuerzahler ein 3% Umsatzsteuergeschenk bekommen, aber immer diese Jammerei. Halten sich Arbeitssklaven aus Osteuropa, weil sich keine Österreicher finden, die auf eigene Kosten an- und abreisen und dazwischen 6 Tage- 52 Std. die Woche sich dämlich hackln. Unterbringung in einem Loch aus den 70er Jahren, wo kein Touri mehr Hausen möchte, etc. etc... Und nach JEDER Saison die obligate Jubelmeldung über neue Buchungs und Umsatzrekorde! Wie heißt Frau Reitterer im Vornamen? Mimimi? Den freien Markt huldigen und wenn jemand mit etwas Schlauem daherkommt, auf das die Menschen anspringen, neidig sein? SO geht eben freier Markt! Mimimi...

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ragnarok
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Im übrigen,

Ich buche seit Jahren nur mehr über Airbnb. Billiger, lustiger, charmanter, abenteuerlicher. Das kann ein Pauschalhotel mit Speisesaal für Hunderte, nicht bieten.

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Mein Graz
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@ragnarok

Hier geht es auch darum, dass dem Staat eine Menge Geld entgeht, da keine Ortstaxe bezahlt wird. Weiters, und das ist im Artikel klar ersichtlich, gehen eine Menge Wohnungen verloren, was die Mietpreise ordentlich anheizt.
M.E. geht es nicht um Neid, sondern darum, dass hier einige, die vorgeben nur privat ein Zimmer zu vermieten, ordentlich abkassieren.

Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht:
Ich habe ein einziges Mal über Airbnb ein Zimmer gebucht und war entsetzt, was dort angeboten wurde: ein Mini-Kammerl mit "Aussicht" auf einen verdreckten, dunklen Hinterhof, die Wohnung von der Katze versaut, in der Küche Ameisen, im Bad Schimmel. Es wurden allein in dieser Wohnung 5 (!!!) Zimmerchen vermietet!
Nachdem ich dort blitzartig die Flucht ergriffen habe gab es keine Möglichkeit, diese Unterkunft zu bewerten, somit wurden kritische Bewertungen von Vornherein ausgeschaltet.

Vielleicht hatte ich Pech, mich wird diese Plattform allerdings niemals wieder sehen.

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ragnarok
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>Mein Graz

Dann hast du halt Lehrgeld bezahlt. Das Bewertungssystem bei Airbnb ist mM nach sehr gut. Klar das es überall gierige, schwarze Schafe gibt, die sich Wohnungen anmieten, nur um eben diese auf die Plattform zu bringen. Das ist auch nicht die Grundidee von Airbnb. Ich kenne viele die eine Horrormiete zahlen müssen und ab und zu ein Zimmer vermieten, eben um sich die Miete überhaupt leisten zu können. Und zum Geldverlust des Staates: Glaubst du die zusätzlichen Gäste, die sonst nicht kommen würden, sind kein Nutzenfaktor? Echt jetzt?

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Mein Graz
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@ragnarok

Ja es war Lehrgeld, vor allem, da ich für 6 Wochen gebucht hatte! Zurückbekommen habe ich natürlich nur einen Bruchteil, da ich abgereist bin, ohne vorher lange auf eine Antwort von Airbnb zu warten...

Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Gäste tatsächlich zusätzlich sind, sondern, wer reisen will, tut das. Und wenn er über Airbnb nichts finden würde, ginge er halt in eine andere günstige Unterkunft, und davon gibt es ja auch nicht wenige, etwa Hostels, angemeldete Privatzimmer oder offizielle B&B.

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ragnarok
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>MG

Du verurteilst etwas, weil deine subjektive Erfahrung schlecht war. Also hast du es auch in Anspruch genommen und die Geschäftsbedingungen ad absurdum geführt durch deine vorzeitige Abreise. So weit so gut. Mutmaßungen, wie "Ich kann mir vorstellen".. ist wenig empirisch. Es gibt zu dem Thema genug Statistiken! Und zuletzt: Was ist eine "offizielle B&B? Ist Airbnb nicht offiziell? Du reflektierst die uninformierte Allgemeinmeinung, dass das alles illegal ist. Tatsache ist es ein nicht ausjudizierter Graubereich! Nicht zu vergessen ist, dass die Ö Hotellerie eine Lobbyingmaschinerie ist, die sich Politikerversallen halten und Wahlkämpfe sponsern! Ich als Unternehmer würde mit der Zunge schnalzen, bei einer Umsatzsteuer von 10 %! PS: Ich habe in der Vergangenheit Hotelkonzepte verkauft. Ich kenne die Materie.

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Mein Graz
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@ragnarok

Nicht nur ich habe mit Airbnb- Vermietern schlechte Erfahrungen gemacht, in meinem Bekanntenkreis gibt es davon mehrere.
Wo du ein "verurteilen" siehst verstehe ich nicht. Ich verurteile nicht, ich stehe dem Ganzen einfach kritisch gegenüber und warte ab, wie sich die Plattform aus dem Graubereich heraus entwickelt. Und ich habe einfach für mich beschlossen, dass Airbnb für mich persönlich nicht mehr in Frage kommt.

Wenn ein Vermieter keine Steuern für die Vermietung sowie keine Ortstaxe abliefert, ist das dann legal? Das werden die Gerichte entscheiden müssen.

Deine Verweigerung, Hotels in Anspruch zu nehmen, spricht nicht gerade dafür, dass du von deiner eigenen - vergangenen - Arbeit überzeugt bist.

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ragnarok
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Du drehst dich thematisch im Kreis, MG

WER zahlt keine Steuern? Alle? Wie viele, kannst du Zahlen nennen, oder ist das wieder dein subjektiver Eindruck? Was ist dann mit einer Studenten WG? Zahlen die Steuern? Dein letzter Satz ist absolute Polemik. Privat habe ich noch nie ein Hotel gebucht, warum auch? Legt sich ein Totengräber gerne in ein Grab oder was? Schade, dass du in billige Polemik abrutscht. Ein Zeichen von Argumentationsnotstand.

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Mein Graz
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@ragnarok

Wie viele von den Vermietern liefern etwa die USt. ab? Wahrscheinlich wissen die meisten nicht einmal, dass sie, wenn sie über der Steuerfrei-Grenze liegen, eine Einkommenssteuererklärung machen müssen.
Und da Airbnb keine Daten abliefert, können die Leute, die da Steuern hinterziehen, auch nicht verfolgt werden.
Dass kaum einer Ortstaxe abliefert ist ja inzwischen schon allgemein bekannt und wird deshalb von den Gemeinden angefochten.

Eine WG wird einen Mietvertrag haben (da wird sich schon der Vermieter auf nichts anderes einlassen zu seinem eigenen Schutz) und der Vermieter muss Einkommenssteuer zahlen. Die Studenten selbst zahlen keine Steuern, da sie ja in einer gemieteten Wohnung leben.

Ja, mein letzter Satz war etwas daneben, dafür entschuldige ich mich.

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ragnarok
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Und damit sind wir wieder am Anfang der Diskussion.

Die Grundidee von Airbnb war den Lebensraum in dem man selber lebt zu Teilen. Mit der Gesamtmiete bezahlt man schon Umsatzsteuer. Ähnlich einer Studenten WG, bzw. die Fortführung von Sofasurfen. Ich mag die Idee, weil sie auch für kleineres Budget ist, Charm hat und Individualität versprüht. Meist bist du der einzige Gast in einer Wohnung und genießt eine tolle Betreuung und bekommst Insiderwissen über die jeweilige Stadt. In meinen Augen ein gänzlich anderes Produkt, als Hotels verkaufen. Es wäre auch ein leichtes, wenn über das Bezahlsystem die Ortstaxe abgeführt wird. Warum Airbnb sich dagegen sträubt erschließt sich mir nicht. Auch die Digitalsteuer fehlt, so wie auch von FB, IG, Twitter usw. die in Ö operieren. Und wie gesagt, die gierigen, schwarzen Schafe mit mehreren Unterkünften die sich eine goldenen Nase verdienen, gehören sowieso zur Kasse gebeten. Die sind aber in Graz in der Minderzahl, denn jeder kann auf der Seite Recherchieren. Die sind meist in Wien. Aber es sei dir unbenommen auf der Seite der Miethaie und Hotelkonzerne zu stehen, wohl ein Resultat der einseitigen Berichterstattung, weil Zahlen nennst du nicht, nur Konjunktive. Schönen Samstag!

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