BerlinTrotz Abgasskandal: VW-Chef hält am Diesel fest

VW-Konzern mit fast 14 Milliarden Euro Gewinn 2017. Bis 2022 werden E-Modelle an 16 Standorten produziert. Erstes vollautonomes Fahrzeug wird serienreif.

VW-Chef Matthias Müller
VW-Chef Matthias Müller © AP
 

Von drei auf 16: In den kommenden vier Jahren will VW an 16 Standorten weltweit batteriebetriebene Fahrzeuge produzieren und somit die konzerneigene „Roadmap E“ in die Realität umsetzen. Aktuell werden an drei Standorten E-Fahrzeuge produziert, in zwei Jahren sollen weitere neun Werke auf den Zukunftsantrieb umgerüstet sein.

Um die entsprechenden Kapazitäten zu sichern, werden Partnerschaften mit Batterieherstellern in Europa und China abgeschlossen, bisher mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro. Ziel sei es, so Konzernchef Matthias Müller bei der Jahrespressekonferenz des Volkswagenkonzerns in Berlin, bis zum Jahr 2025 drei Millionen E-Autos zu bauen. Ab 2019 werden „fast im Monatsrhythmus“ E-Modelle präsentiert. „Über alle Marken und Modelle hinweg wollen wir in wenigen Jahren die weltweit größte Elektro-Flotte auf die Straße gebracht haben“, sagte Vorstandsvorsitzender Müller.

Keine Abkehr vom Diesel

Das sei aber nicht die Abkehr von konventionellen Verbrennungsmotoren: „Der moderne Dieselantrieb ist Teil der Lösung, nicht des Problems“, meinte Müller heute, Dienstagvormittag, in Berlin. 20 Milliarden Euro fließen auch in die konventionellen Antriebstechnologien – und zwar noch heuer. Bis 2022 werden es über 90 Milliarden Euro sein.

Auch autonomes Fahren werde im VW-Konzern weiter forciert. Der vollautonome SEDRIC soll bei einer der Konzernmarken zur Serienreife weiterentwickelt werden.

"Für Wandel gerüstet"

Für den Wandel sieht man sich im VW-Konzern bestens gerüstet: Trotz hoher Milliardenaufwände im Zuge der Dieselkrise wurden bei nahezu allen Kennzahlen neue Rekordwerte erzielt. So lag die Nettoliquidität Ende 2017 bei 22,4 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz stieg auf 230,7 Milliarden Euro (+6,2 Prozent), das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen lag bei 17, nach Sondereinflüssen bei 13,8 Milliarden Euro. Die Dieselkrise belastete VW 2016 noch mit 6,4 Milliarden Euro, 2017 „nur“ mehr mit 3,2 Milliarden. Kosten, die auf höheren Aufwendungen für Rückkauf- bzw. Nachrüstprogramme in Nordamerika und höheren Rechtsrisiken beruhen. Das Ergebnis vor Steuern lag  13,9 Milliarden Euro, nach Steuern 11,6 Milliarden Euro.

Für 2018 erwartet der VW-Konzern weiteres Wachstum von Umsätzen und Ergebnis um zumindest fünf Prozent.

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