Ludwig BrandstätterKonkursantrag: Steirischer Metallbauer muss wohl zusperren

"Ruinöser Preisdruck" als Hauptgrund: Die Ludwig Brandstätter Betriebsgesellschaft mit Sitz in Frohnleiten bringt Konkursantrag ein. 61 Mitarbeiter betroffen.

© S. Ullrich
 

Es geht um 61 Dienstnehmer, die am Donnerstag in einer Betriebsversammlung informiert und bereits beim Arbeitsmarktservice gemeldet wurden - der traditionsreiche steirische Metall- und Stahlbaubetrieb Ludwig Brandstätter mit Sitz in Frohnleiten wird am Freitag einen Konkursantrag stellen. Eine Fortführung des 1902 gegründeten Familienbetriebs gilt als unwahrscheinlich.

Als Hauptgrund für die Turbulenzen gibt das Unternehmen den hohen Preisdruck an, die durch die Konkurrenz, die auch im Ausland produziert, entstanden ist. Der Betrieb wird bereits in vierter Generation geführt. 

„Aufgrund des hohen technischen Know-hows und der Ausbildung der Mitarbeiter war das Unternehmen in den letzten Jahrzehnten immer wieder bei architektonisch komplexen Bauvorhaben tätig und hat für seine Tätigkeit zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten“, wird Norbert Scherbaum von der Kanzlei ScherbaumSeebacher Rechtsanwälte in einer Aussendung zitiert.

"Ruinöse Anbotspreise"

Während im Jahresabschluss 2015 noch ein Gewinnvortrag aus den Vorjahren von 3,7 Millionen Euro ausgewiesen ist und bis heute das Eigenkapital weit positiv blieb, "wurden in den Jahren danach Verluste eingefahren, wobei auch verschiedenste Restrukturierungs- und Reorganisationsmaßnahmen nicht den gewünschten Erfolg brachten", heißt es in der Aussendung.

Ausschlaggebend für die Verluste sei nicht die Qualität der Werkleistungen, "sondern der Umstand, dass das Unternehmen nicht in der Lage ist, die ruinösen Anbotspreise seiner Mitbewerber, die weitestgehend im Ausland produzieren und fertigen (lassen), zu halten bzw. zu unterbieten". Der Hauptgrund dafür liege im Faktum, "dass die Brandstätter Betriebsgesellschaft m.b.H. im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern nur in Österreich fertigt und ausschließlich mit heimischem Personal arbeitet".

Scherbaum: „Dadurch unterlag die Brandstätter Betriebsgesellschaft m.b.H. in zahlreichen Ausschreibungen. Das Unternehmen ist nicht geschlossen. Wegen der Auftragslage muss davon ausgegangen werden, dass ab Juni 2018 nur mehr eine Teilauslastung gegeben ist und somit eine Fortführung des Unternehmens ohne weitere Verluste nicht möglich sein wird.“

Konsolidierungsversuche gescheitert

Sämtliche Versuche, die Firma zu konsolidieren blieben erfolglos. „Aufgrund der bestehenden Auftragslage und im Hinblick darauf, dass keine Verbesserung in Sicht ist, sieht sich die Geschäftsführung der Brandstätter Betriebsgesellschaft m.b.H. in Person von Ludwig Brandstätter jun. verpflichtet, den Insolvenzantrag zu stellen, obwohl derzeit noch keine Zahlungsunfähigkeit vorliegt“, so Scherbaum.

Das Unternehmen beschäftigt 61 Dienstnehmer, die am Donnerstag im Rahmen einer Betriebsversammlung über die bevorstehende Insolvenzeröffnung informiert wurden. Gegenüber dem zuständigen AMS wurde bereits eine Meldung für sämtliche Mitarbeiter abgegeben. Die Überschuldung des Unternehmens (berechnet auf Basis Liquidationswert) beträgt rund 2,6 Millionen Euro.

Kommentare (3)

Kommentieren
ami666
15
9
Lesenswert?

EU

Und alle haben die EU gewählt.......

Antworten
glashaus
36
9
Lesenswert?

4 Generationen

drei Generationen haben das wirtschaften eben verstanden, die vierte kam wohl aus der Gewinnmaximierer Dynastie.

Antworten
Carlo62
6
31
Lesenswert?

@glashaus

Nix Leseverständnis?

Antworten