Die BKS Bank mit Sitz in Klagenfurt wurde in Kroatien, wo das Geldhaus in Zagreb, Rijeka und Split vertreten ist, zum Opfer krimineller Machenschaften. Ein Mitarbeiter soll Bankgarantien gefälscht haben. Die mutmaßliche Schadenshöhe ist enorm, im Kreditinstitut geht man von einem Maximalwert von 15 Millionen Euro aus.

In einer knappen Ad-hoc-Meldung wies die börsennotierte Bank vergangenen Mittwoch um 23.10 Uhr auf der eigenen Website auf "Malversationen in der EU-Zweigstelle Kroatien" hin. Recherchen der Kleinen Zeitung zufolge erkundet derzeit ein Team aus Spezialisten der Bank vor Ort die mutmaßlich kriminelle Aktion im Detail. "Derzeit sind noch viele Fragen offen", erklärt BKS-Vorstandsvorsitzende Herta Stockbauer auf Nachfrage der Kleinen Zeitung. Man gehe davon aus, dass ein einzelner Mitarbeiter für die Tat verantwortlich ist. Dieser wurde bereits suspendiert.

Offenbar fälschte dieser Mitarbeiter Bankgarantien für Kunden, nähere Auskünfte zur genauen Vorgangsweise werden derzeit noch zurückgehalten, "um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden", erklärt Stockbauer. In einem nächsten Schritt wolle man auf die betroffenen Empfänger der Bankgarantien zukommen und mit diesen "individuell die weitere Vorgangsweise besprechen".

Das genaue Schadensausmaß sei noch Gegenstand von weiteren Untersuchungen und Berechnungen.

Prüfsysteme entlarvten Täter

Entdeckt wurde der Vorfall im Zuge interner Prüfsysteme der BKS Bank. "Wir haben viele Prüfmechanismen im Einsatz, die solche Vorfälle so gut wie möglich verhindern sollen", erklärt Stockbauer. Dazu gehörten Prüfungen durch die interne Revision, vollautomatisierte Transaktionsprüfungen, Funktionstrennungen, Kompetenzsysteme und interne Kontrollsysteme. Zudem lege man Wert auf die Schaffung von Aufmerksamkeit ("Awareness") bei den Mitarbeitern für Compliance und Betrugs-Prävention. Die Maßnahmen hätten dazu geführt, dass man dem mutmaßlichen Täter auf die Spur kam.

Seit 2002 in Kroatien tätig

Die BKS Bank ist seit 20 Jahren in Kroatien tätig, damals erfolgte der Markteintritt mit der Gründung der BKS-Leasing Croatia d.o.o.. 2007 erwarb die BKS Bank die damalige Kvarner Banka d.d., die in BKS Bank d.d. umbenannt wurde und 2016 in die BKS Bank AG fusionierte. Die Direktion in Kroatien betreute mit Stand Ende 2020 5720 Privat- und Firmenkunden und verwaltet ein Kreditvolumen von 285 Millionen Euro. BKS-Leasing und BKS Bank beschäftigen 79 Mitarbeiter.

Schaden "sehr unerfreulich"

Der aus dem "Vorfall" resultierende Schaden ist für die BKS Bank "sehr unerfreulich", meint Stockbauer, auch weil dadurch ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Jahr beeinträchtigt werde. Mit Ende des dritten Quartals erzielte die Bank einen Periodenüberschuss von 66 Millionen Euro, die Bilanzsumme lag bei rund 10,4 Milliarden Euro. Für die finanzielle Bewältigung des Schadens werde die Bank im Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2021, falls erforderlich, notwendige Rückstellungen vornehmen. Die Geschäftstätigkeit der BKS Bank in Kroatien laufe derzeit ohne Beeinträchtigung weiter, heißt es.