Traumstart der Österreichischen PostDank des Paketbooms geht jetzt die Post ab

Kräftiger Anstieg bei Ertrag und Umsatz dank boomenden Paketgeschäftes. Sortierkapazität wird weiter ausgebaut, Dividende soll "attraktiv" bleiben.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Postverteilerzentrum in Wernberg Post Pakete
Paketboom beschert der Post einen Tramstart ins erste Halbjahr © Weichselbraum
 

Die teilstaatliche Österreichische Post hat ein sehr starkes erstes Halbjahr 2021 hingelegt. Das Betriebsergebnis (Ebit) verbesserte sich um 114,5 Prozent auf 103,4 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 64,3 Prozent auf 184,5 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 28,4 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro zu. Treiber des Geschäftes war der starke Anstieg bei den Paketen, beim Brief gab es ein leichtes Minus. "Es war ein gutes Halbjahr für die Post", sagt Vorstands-Chef Georg Pölzl. "Vor allem im Vergleich zum schwierigen 1. Halbjahr 2020"

Mit der Übernahme des Privatkundengeschäftes der ING Österreich durch die konzerneigene Bank99 sei ein "wichtiger Meilenstein" gewesen, so die börsennotierte Post AG heute in einer Aussendung. Zum Ausblick meint Postchef Georg Pölzl, es werde ein Umsatzanstieg von etwa 15 Prozent erwartet, beim Ebit wird ein Anstieg von zumindest 20 Prozent angepeilt.

"Attraktive Dividendenpolitik"

Ziel der Österreichischen Post sei es auch weiterhin, Wachstum und Dividendenstärke zu vereinen. Pölzl kündigte an, auch künftig eine "attraktive Dividendenpolitik" zu gewährleisten. Das Investitionsprogramm der Post wird weiter forciert, die Sortierkapazität wird um weitere 50 Prozent von 2020 bis 2022 ausgebaut.

Das starke Plus gab es im Paketbereich. Das Ergebnis hat sich um stark erhöht. Das spiegle einerseits die Erholung der Wirtschaft wider, sagt Pölzl. Ein großer Teil komme jedoch von auch der türkischen Tochter Aras. "Diese war im Vorjahr noch nicht in den Zahlen enthalten." Das Briefgeschäft habe sich zwar erholt, das ändere aber nichts am Megatrend, der ein rückläufiges Brief- und Werbegeschäft zeigt. Deshalb konzentriere sich der Konzern beim Wachstum primär auf den Paket- und Logistikbereich.

Auch die Investitionen seien daher primär in die Logistikzentren geflossen. "Bis ins Jahr 2023 werden noch signifikante Kapazitätserweiterungen stattfinden", sagt Pölzl. Die Übernahme der ING Österreich bringe Digitalkompetenz in die Bank99, sagt Pölzl. "Eine wirklich tolle Ergänzung", erklärt Pölzl. Dazu komme ein Kreditportfolio, das die starke Einlagenseite der Bank99 ergänze. Bei Schöpping solle die Zahl der Händler von 2000 auf 3000 gesteigert werden.

Plus in allen Bereichen

Aufgeschlüsselt auf die einzelnen Bereiche sieht die Halbjahresbilanz der Post wie folgt aus: Paketvolumen in Österreich plus 20 Prozent (Türkei +24 %, CEE +21 %), plus 2,0 Prozent bei den Werbesendungen und minus 3 Prozent beim Briefvolumen. In Cash ausgedrückt gab es in der Division Brief & Werbepost einen Zuwachs von 3 Prozent auf 608,2 Mio. Euro, bei Paket & Logistik ein Plus von 70,7 Prozent auf 628,1 Mio. Euro und bei Filiale & Bank einen Anstieg von 18,9 Prozent auf 34,0 Mio. Euro.

Der Personalaufwand der teilstaatlichen Post - 53 Prozent hält der Staat - belief sich im ersten Halbjahr 2021 auf 587,6 Millionen Euro, was einem Anstieg von 18,8 Prozent bzw. 92,9 Millionen Euro entspricht. Hier ist aber auch die Übernahme des türkischen Paketanbieters Aras Kargo miteingerechnet. Auf vergleichbarer Basis lag der Personalaufwand in Summe um 11,5 Prozent bzw. 56,7 Millionen Euro über dem Niveau des Vorjahres, größtenteils bedingt durch den höheren Personalbedarf aufgrund der gestiegenen Paketmengen, so die Post.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!