"Wird geprüft" Amazon bestätigt Ausbau-Pläne für Graz und Klagenfurt

Es ist längst ein offenes Geheimnis, dass Amazon in der Steiermark und Kärnten Versandzentren bauen will. Jetzt bestätigt der Versandriese zumindest, dass man den Ausbau "prüfe". 2020 investierte Amazon in Österreich 100 Millionen Euro.

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Amazon will seine Paket-Verteilstandorte in Österreich weiter ausbauen
Amazon will seine Paket-Verteilstandorte in Österreich weiter ausbauen © AFP
 

Der US-Onlinehändler Amazon will seine Paket-Verteilstandorte in Österreich weiter ausbauen. "Wir prüfen derzeit die Möglichkeiten, Verteilzentren in der Steiermark (Graz) und in Kärnten zu eröffnen", hieß es von Amazon auf APA-Anfrage. Gelten die beiden Standorte seit geraumer Zeit als fixiert – die Kleine Zeitung berichtete mehrfach – gab es zuletzt auch Medienberichte über einen möglichen Standort in Vorarlberg.

Nach dem im Oktober 2018 eröffneten Zustellzentrum im niederösterreichischen Großebersdorf eröffnete Amazon ein weiteres Paket-Umschlagslager in Wien-Liesing im August 2020 und in Wien-Simmering im Februar 2021. Statt mit den Logistikern Post, DHL und Co lässt Amazon von dort via lokalen Lieferpartnern zustellen. In den Paket-Verteilstandorten des US-Onlinehändlers arbeiten hierzulande bereits über 500 Mitarbeiter. Wie viele davon direkt bei Amazon angestellt sind und wie viele davon bei Leiharbeitsfirmen, wollte man auf Nachfrage nicht kommentieren. In der Hochsaison - etwa vor Weihnachten - stellt der Onlinehändler zusätzliche Aushilfskräfte ein. Bei Amazon-Zustellpartnern arbeiten in Österreich weitere 500 Personen.

Amazon ist der größte Kunde der Österreichischen Post und wird durch den Aufbau der Eigenzustellung auch ihr größter Wettbewerber werden. "Die wachsen weiter und sie nehmen uns Anteile weg", sagte Post-Chef Georg Pölzl kürzlich. "Trotzdem werden wir auch weiter wachsen, weil der Gesamtmarkt wächst."

Neben den Zustellzentren betreibt Amazon auch ein Forschungs- und Entwicklungs-Zentrum in Graz und eine Web-Services-Niederlassung in Wien.

Kaum Verstöße bei Zustellpartnern

Das Zustellzentrum in Großebersdorf war wegen Schwarzarbeit und Abgabenhinterziehung bei Amazon-Zustellpartnern im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten. Die Finanzpolizei hat am vergangenen Dienstag das Verteilzentrum in Großebersdorf erneut kontrolliert. Im Gegensatz zu der ersten Razzia Anfang 2020 mit 987 Beanstandungen sind dieses Mal laut Finanzministerium kaum Verstöße bei den Zustellpartnern des Onlinehändlers festgestellt worden. "Seit Februar 2020 haben wir alle elf Lieferpartner, mit denen wir direkte Verträge hatten, auditiert, was in zwei Fällen zur Auflösung der Zusammenarbeit mit ihnen geführt hat", hieß es von Amazon. Man habe das Auditverfahren verbessert, "um gegen weitere Arten von Verstößen vorgehen zu können".

Amazon zahlte keine Körperschaftssteuer

Amazon hat seine Europa-Zentrale in Luxemburg und keinen eigenen Firmensitz in Österreich. Laut Medienberichten musste Amazon im Coronajahr 2020, als der Onlinehandel boomte, keine Körperschaftssteuern in der EU zahlen, weil aufgrund von hohen Investitionen und geringen Margen Verluste anfielen.

100 Millionen Euro ins Österreich-Geschäft

Im vergangenen Jahr hat Amazon nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Euro in das Österreich-Geschäft gesteckt. Dies umfasst Investitionen in Verteilzentren und Büros sowie Ausgaben für Gehälter. Genauer schlüsselte der Onlinehändler die Zahlen nicht auf. Bisher hat Amazon hierzulande seit dem Österreich-Start im Jahr 2016 für Investitionen und Betriebsausgaben rund 170 Millionen Euro aufgewendet. Den Umsatz nach einzelnen Ländern gibt der US-Onlinehändler nicht bekannt. 2019 soll der Amazon-Umsatz in Österreich laut dem deutschen EHI Retail Institute und Statista rund 834 Millionen Euro betragen haben, 2020er-Zahlen sind noch nicht verfügbar. Nicht mitgezählt sind Umsätze von externen Händlern über den Amazon-Marktplatz und Medienangebote.

Kommentare (9)
calcit
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So viel ich weiß hat Amazon aber bereits bei der Anlagenbehörde Graz...

...eingereicht...

sakh2000
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Sollen sie ruhig bauen die distribution centers,

am besten gleich beide! Vielleicht kommen dann unsere Pakete noch schneller an. Wir sind seit 20 Jahren Amazon Kunden und genießen die Vorteile des Konzerns. Es muß nicht jeder mit dem PKW ins Einkaufszentrum fahren, die Luft verpesten, sinnlos Geld für überteuertes Essen nebenbei auszugeben um dann überteuerte Waren einzukaufen. Eine gebündelte Zustellung (ein Lieferdienst kann einige hundert Pakete beinhalten) spart jede Menge Co2 und vermindert das tägliche Chaos auf den Straßen. Ich verbringe lieber die Zeit mit der Familie um die schönen Seiten des Lebens zu genießen, anstatt von Shop zu Shop zu hecheln bis man endlich das gewünschte Produkt findet. Amazon - ja bitte!

gRADsFan
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Kann mir gestohlen bleiben

dieser Assi-Konzern

sakh2000
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Und was wollen Sie

eigentlich damit aussagen`? Man könnte jedes Unternehmen damit verbinden. Geht es auch konkreter?

bond007
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Bloß nicht

In Graz bauen. Sonst hat Amazon Klagen ohne Ende am Hals und darf sich von grünen Gutmenschen beschimpfen lassen was für ein böser Konzern er doch ist. Sollens wo anders die Millionen investieren und einen anderen Wirtschaftsstandort stärken. Wir haben genug Geld in Graz, wir leben nämlich demnächst wieder auf Bäumen und essen nur noch Gemüse. Wirtschaft und Arbeit.... nein Danke

melahide
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Ah geh

Hoffentlich baut Amazon. Dann verschwinden endlich die letzten kleinen Händler und hunderte Arbeitsplätze! Und erst die Verkehrsentlastung und die bessere Luft, wenn Amazon-Trucks dann für jedes Paket extra ausfahren! Alles Amazon!! Bitte auch die super Sachen von Nestle und Mondelez und die guten importierten Äpfel aus Bolivien!! Nur gut! Wer braucht schon regionale Wirtschaft wenn es ein US Konzern richten kann??! USA, USA!!

calcit
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Ob sie Äpfel aus Bolivien kaufen oder nicht oder Nestle oder was auch immer...

...ist ihre Entscheidung, wenn sie es nicht kaufen wirds auch nicht angeboten... ich kaufe es einfach nicht. Und Nestle etc... bekommen sie auch beim kleinen lokalen Händler...

steinpe
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bond007

wahrscheinlich ist bond006 Angestellter, oder beste Kunde bei Ama... Was sind 100Mill. bei einem wahrscheinlichen Umsatz von 3-4 Milliarden, für diesen Bezos, Taschengeld. Über China wird geschimpft, aber die Amis dürfen in Europa tun was sie wollen. Naja die lassen ja auch was springen.

calcit
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Und glaube sie den Arbeitnehmern und Arbeinehmerinnen bei all den anderen Verteilern geht es ach so besser?

All die anderen selbst die Post, Dpd, DLS, etc... haben ganz die gleichen Arbeitsbedingungen. Und was die Verkehrsbelastung betrifft, das Gesamtvollumen änder sich ja nicht ob jetzt die Pakete von Amazon oder den anderen transportiert werden, eher vermindet sich eher das Transportaufkommen wenn weiter Verteilzenteren errichtet werden. Und was die kleinen Händler betrifft - das ist ja der größte Lug und Trug - woher glaubt ihr denn holen die ihre Ware - die ist ja auch nicht lagern und muss bestellt werden...und die fahren dann auch für jedes noch so kleine Paket zu jedem kleine Laden in der Stadt.