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Branchenmesse IspoSportartikelbranche rüstet sich für Wintersport ohne Winter

Ab Sonntag treffen sich mehr als 2800 Aussteller aus 50 Ländern auf der Sport-Branchenmesse Ispo in München.

© ISPO/(c) Andreas Gebert
 

Der sich abzeichnende Klimawandel stellt auch die Branche der Sporthändler vor große Aufgaben. Doch die lässt sich nur wenig beeindrucken und begegnet ihnen auf zweierlei Weise. Zum einen gewinnen in der Wintersaison Ganzjahressportarten zunehmend an Bedeutung - und sorgen für Umsatz. Zum anderen reagiert die Branche auf den sich ändernden Zeitgeist und setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit.

Wenn sich ab Sonntag (26. bis 29. Jänner) mehr als 2800 Aussteller aus über 50 Ländern auf der Messe Ispo in München treffen, werde dies eines der zentralen Themen sein, sagt Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München: "Nachhaltigkeit ist ein Megatrend, der die Sportbranche immer mehr erfasst. Vor allem im Textilbereich werden dank innovativer Technologien, die die Outdoor-Bekleidung hochfunktional und dabei ökologisch-nachhaltig gestalten lassen, neue Wege beschritten."

Konkurrenz durch den Onlinehandel bereitet Sorgen

Die warme Witterung trifft auch Intersport. Die neben Sport 2000 zweite große Sporthandelskette in Deutschland verzeichnet in dieser Saison bisher ein schlechtes Wintersportgeschäft. "Mit Blick auf den Klimawandel sehen wir, dass dagegen Ganzjahressportarten wie Laufen und Fitness weiter zunehmen", sagt Unternehmenssprecher Michael Steinhauser. Was ebenfalls wachse, sei das Geschäft mit dem Verleih von Sportartikeln, wie etwa Skiern direkt im Skigebiet.

Mehr Sorgen als der Klimawandel bereitet den Fachhändlern die Konkurrenz durch den Onlinehandel - etwa durch Firmen wie Amazon oder Zalando. "Unsere Marktforschung zeigt, dass Branchenfremde wie Zalando weiter wachsen", sagt Steinhauser. Die Entwicklung müsse deshalb sein, die Vorteile von stationärem und Onlinehandel zusammenzubringen. Auch deshalb bieten die großen Händler längst beides an: Die Beratung in der Filiale und den Onlineshop mit Versand am nächsten Tag.

"Traditionelle Partnerschaften überdenken"

Eine Lösung, deren Wichtigkeit auch Peter Thürl vom Verband Deutscher Sportfachhandel betont. Die klassischen Fachhändler seien mit Blick auf den Onlinehandel bereits auf einem guten Weg. Dass nun aber vermehrt große Sportmarken dazu übergingen, ihre Produkte im Internet direkt an die Kunden zu verkaufen, erschwere diese Umstellung. Hier seien "deutliche Steigerungsraten" zu spüren. Diese zwängen die Fachhändler zunehmend dazu, "alte und traditionelle Partnerschaften zwischen Markenindustrie und klassischem Fachhandel neu zu überdenken", sagt Thürl.

Dass der Fitnessboom in der Gesellschaft weiter anhält, hilft der Branche dagegen. So hat heuer auch die Messe Ispo Gesundheit als eines der zentralen Themen ausgemacht. Die Sportbranche zähle nicht zuletzt deshalb zu den Wachstumstreibern, weil in der Gesellschaft mittlerweile Fitness als Synonym für Gesundheit stehe, sagt Messe-Chef Klaus Dittrich. "Sport wird zukünftig noch breiter und tiefer das Alltagsleben bestimmen." Und damit für gute Geschäfte der Sporthändler sorgen.

Beheiztes Skioutfit

Eine Innovation auf der Ispo beschäftigt sich noch mit der Kälte. Unter dem Namen Intellitex Heat hat der deutsche Sportbekleidungshersteller Schöffel ein beheiztes Skioutfit entwickelt, das heuer vorgestellt wird. Die Skijacke verfügt über dünne Carbon-Pads in den Schultern, bei der Hose befinden sich diese im Bereich der Oberschenkel.

"Wärme durch Bewegung reicht beim Wintersport oft nicht aus, um die Muskulatur warm genug zu halten", erkärt Henrik Vogel, Leiter des Innovationsmanagements. "Hier setzt unser Produkt an und trägt so auch wesentlich dazu bei, Verletzungen vorzubeugen." Bis zu fünf Stunden soll das Produkt, das zusammen mit dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) und dessen Profisportlern entwickelt wurde, Wärme spenden können. Dass klassischer Wintersport unter dem Klimawandel leidet, sieht man aber auch bei Schöffel. Es werde in ihrem Unternehmen ein Umdenken geben müssen, sagt Vogel. "Andere Produktsegmente gewinnen dadurch an Bedeutung."

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