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Zwischenausschüttung Heta-Abbau: Heuer noch Milliardenzahlung an Gläubiger

Bei der Heta, der staatlichen Abbaueinheit der einstigen Hypo Alpe Adria Bank, geht der Abbau besser voran als veranschlagt.

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THEMENBILD: FINANZMARKTAUFSICHT (FMA) © (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
 

Die Heta, Abbauvehikel der einstigen Pleitebank Hypo Alpe Adria, hat aus ihrer Abwicklung bis zur heurigen Jahresmitte 10,4 Milliarden Euro erlöst. Eine solche Summe war noch zu Jahresbeginn für 2023 erwartet worden. Weil der Abbau besser läuft, gab es schon zwei Vorab-Ausschüttungen an die Gläubiger von 7,8 Milliarden Euro. Eine weitere Zwischenausschüttung wird von der FMA noch für 2019 in Aussicht gestellt.

In der Finanzmarktaufsicht (FMA), die als Abwicklungsbehörde fungiert, war in einer Aussendung am Freitag von einer "substanziellen" Ausschüttung noch vor Jahresende die Rede. Vonseiten der Heta Asset Resolution hieß es auf APA-Anfrage, dass von einer Summe zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro ausgegangen werden kann.

Davor hat die FMA heute per Bescheid die sogenannte Erfüllungsquote für die zu berücksichtigenden Verbindlichkeiten auf 86,32 Prozent erhöht. Die Quoten stellen auf den erwarteten Abbauerlös ab.

So viele Milliarden gehen Gläubigern verloren

Vor drei Jahren hatte es einen milliardenschweren behördlichen Schuldenschnitt bei der staatlichen Hypo-"Bad Bank" Heta gegeben. Die zu verteilenden Quoten für die (vorrangigen) Gläubiger der einstigen Hypo wurden von der Behörde seither schon mehrfach nach oben gesetzt. Mit einem sogenannten Vorstellungsbescheid (Nummer III) hat die FMA diese Quote heute, Freitag, auf 86,32 Prozent hinausgesetzt. Heuer im Frühjahr hatte die Vorgabe auf rund 85 Prozent gelautet. Im Vorstellungsbescheid II hatte sie erst 64,4 Prozent betragen.

Die Behörde hat am Freitag auch hochgerechnet, wieviele Milliarden die Gläubiger der einstigen Hypo Alpe Adria verlieren dürften: Nach derzeitigem Stand werden die nachrangigen Gläubiger ihre gesamte Forderung von 1,9 Milliarden Euro verlieren, die berücksichtigungsfähigen Forderungen von Gläubigern - hauptsächlich Senior Bonds - werden um 1,7 Milliarden geschnitten. Damit werde die Gläubigerbeteiligung bei der Abwicklung zusammen in etwa 3,6 Milliarden  Euro betragen.

In den Genuss einer Ausschüttung kommen vorrangige Papiere, für Inhaber nachrangiger Papiere gibt es keine Ausschüttung. Sollte die Quote allerdings über 100 Prozent gehen, könnten theoretisch auch Nachranggläubiger bedient werden. Das wird voraussichtlich aber nicht passieren.

Erfolgreiche Bewährungsprobe für Abwicklungsregime

Die FMA-Chefs sehen im Fall Heta auch eine erfolgreiche Bewährungsprobe für das neue europäische Abwicklungsregime. "So schmerzhaft und kostspielig das Scheitern der Hypo Alpe Adria als Bankengruppe war, ihre geordnete Abwicklung als Heta unter dem neuen europäischen Regime hat die Belastung des Steuerzahlers so gering wie möglich gehalten", schrieben die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller.

"Bewerteten die 2015 beim Beschluss der Abwicklung der Heta erstellten Gutachten die vorhandenen Assets mit 7,1 Milliarden Euro, so konnten durch die geordnete Abwicklung unter dem Dach der FMA bisher bereits mehr als 10 Milliarden erlöst werden", unterstrichen die FMA-Chefs. Derzeit seien bereits rund 85 Prozent aller Vermögenswerte abgebaut und bar realisiert. Ende 2020 sollen es laut Plan 99 Prozent sein.

Seit März 2015 wurden 115 der 168 Konzerngesellschaften abgewickelt und liquidiert. In der Heta AG wurde der Personalstand in der Zeit von rund 550 auf 190 reduziert, im gesamten Heta-Netzwerk von 1.800 auf rund 400. Vor der Abwicklung, noch als Hypo Alpe Adria, hatte die Gruppe 7.200 Mitarbeiter; 4.200 davon in ihrem Bankennetzwerk in Süd- und Südosteuropa.

Die Südosteuropabanken ("Balkanbank") waren Mitte 2015 im Paket an den US-Fonds Advent und die EBRD verkauft worden. Heuer haben sich diese Aktionäre von einem Teil ihrer Aktien über den Börsengang der mittlerweile auf "Addiko" umgetauften Balkan-Bankengruppe getrennt. Die Addiko Bank notiert seit 12. Juli an der Wiener Börse.

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