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Strategien der WirtschaftWie die Wohnungsnot den Mangel an Fachkräften verschärft

Da Fachkräfte ebenso knapp sind wie Wohnraum, rücken Dienstwohnungen bei Personalchefs zunehmend in den Fokus.

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ARCHIVBILD: THEMENBILD: MIETE / WOHNUNGEN / WOHNBAU / MIETPREISE / EIGENTUM / IMMOBILIEN © (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
 

Wer einen neuen Job sucht, braucht oft auch eine neue Wohnung. Da Fachkräfte ebenso knapp sind wie Wohnraum, rücken Dienstwohnungen bei Personalchefs zunehmend in den Fokus. Die Deutsche Bahn etwa bietet Lokführern im Raum München leistbare Bleiben an. "Günstiges Wohnen ist natürlich auch bei uns im Rekrutierungsprozess ein wichtiges Argument", sagte ÖBB-Sprecher Robert Lechner zur APA.

"Wir haben große Pensionierungswellen in den nächsten drei bis fünf Jahren - wir suchen rund 10.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", umriss Lechner die Problematik. Freilich wird nicht jeder, der bei der "Eisenbahn" beginnt, gleich mit einer Wohnung ausgestattet. Aber es gibt Unterstützung bei der Beschaffung: Über alle Bundesländer verstreut stehen etwa 6000 Wohnungen in knapp 540 Gebäuden direkt im Besitz der ÖBB Immobilien. Diese werden allerdings "zu marktkonformen Preisen" vermietet. Zusätzlich gibt es Wohnungen, bei denen die ÖBB über das Wohnungsservice ein Zuweisungsrecht hat, wie es aus dem Unternehmen hieß.

"Ausbau der überregionalen Vermittlung wesentlich"

Auch in der Wirtschaftskammer Österreich ist die Wohnungsnot angesichts des Fachkräftemangels ein Thema. "Um vor allem die regionalen Ungleichgewichte im Bereich Fachkräftebedarf auszugleichen, ist der Ausbau der überregionalen Vermittlung ganz wesentlich", heißt es dazu aus der Kammer. In diesem Bereich sei das Wohnungsthema - neben den zur Verfügung stehenden flexible Verkehrsanbindungen - "eine zentrale Herausforderung". Im Tourismus stünden oft Unterkünfte zur Verfügung. Bei anderen Branchen sei die Situation "meist schwieriger, vor allem im ländlichen Raum".

Zu Zeiten der verstaatlichten Industrie gab es bei der damaligen Voest noch Werkswohnungen für die Mitarbeiter. Jetzt besitzt der Stahlkonzern keine eigenen Wohnungen mehr. Allerdings helfe die voestalpine bei der Vermittlung und kooperiere dabei mit Wohnbaugesellschaften, vor allem wenn die Mitarbeiter aus dem Ausland kommen oder aus anderen Bundesländern zuziehen. Die Werkswohnungen in Linz verwalte die voestalpine-Tochter "vivo Wohnen", sagte Konzernsprecher Peter Felsbach zur APA. Es stünden rund 6.000 Wohnungen der gemeinnützigen Wohnbauträger WAG, GIWOG und Neue Heimat zur Verfügung. Die Wohnungsgrößen bewegen sich zwischen 30 und 80 Quadratmetern.

Die Post wiederum hat bereits all ihre Bedienstetenwohnungen an gemeinnützige Wohnbaugesellschaften abgestoßen. "Wir haben aktuell keine Wohnungen und es gibt keine konkreten Pläne, dass wir in nächster Zeit welche anbieten", so Unternehmenssprecher Michael Homola zur APA. "Bis vor 15 oder 20 Jahren hatten wir noch sogenannte Postdarlehenswohnungen mit niedrigen Quadratmeterpreisen." Dabei handelte es sich um Kleinwohnungen. "Das ist verkauft, weil das Interesse nicht mehr da war", erklärte Homola.

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