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Verspätungen Bei Deutscher Bahn kann man Entschädigungen bald online beantragen

Deutschland will die Fahrgastrechte bei der Bahn und im Luftverkehr stärken. Ein erster Schritt: Die Deutsche Bahn macht es möglich, Entschädigungen bei verspäteten Zügen bald online zu beantragen.

2017 zahlte die Deutsche Bahn 53,6 Millionen Euro an Entschädigung
2017 zahlte die Deutsche Bahn 53,6 Millionen Euro an Entschädigung © APA
 

In Deutschland sollen Bahnreisende bei Verspätungen oder Zugausfällen künftig leichter eine Entschädigung erhalten. Die Bahn wolle "den Entschädigungsprozess vereinfachen", so dass die Kunden ihre Ansprüche auch per Internet geltend machen können, bestätigte ein Bahnsprecher am Samstag.

Die Digitalisierung des Fahrgastrechteprozesses sei aber "komplex und erfordert daher noch etwas Zeit", fügte er hinzu. Die Bahn stehe dabei in Kontakt sowohl mit dem Verkehrs- als auch mit dem Verbraucherschutzministerium.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Samstag: "Wir werden die Fahrgastrechte stärken müssen - bei der Bahn, aber auch im Luftverkehr. Das wäre ein Anreiz für mehr Pünktlichkeit."

Entschädigungssumme: 53,6 Millionen Euro

Der Bahnsprecher räumte ein, dass das derzeitige Entschädigungsverfahren von den Kunden als nicht mehr zeitgemäß empfunden werde und diese sich einfache Lösungen wünschen. Die Deutsche Bahn habe sich mit einer Digitalisierungsoffensive zum Ziel gesetzt, ihre Serviceprozesse und Angebote für die Kunden nachhaltig zu verbessern.

2018 zahlte die Deutsche Bahn dem Sprecher zufolge an 2,7 Millionen Reisende eine Entschädigungssumme von insgesamt 53,6 Millionen Euro für Kunden im Nah- und Fernverkehr. Darin enthalten waren auch die Aufwendungen für Hotelübernachtungen und Taxifahrten. Die Entschädigungen lagen deutlich höher als im Jahr zuvor: 2017 zahlte die Bahn 34,6 Millionen Euro an 1,8 Millionen Reisende.

Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller forderte eine gesetzliche Regelung für ein digitales Verfahren. Dieses müsse "zügig kommen, am besten deutlich vor dem nächsten Weihnachtsurlaub", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) dem "Handelsblatt". Umständliche Anträge per Post, Intransparenz bei den Regeln und oft lange Wartezeiten bis zur Auszahlung einer Entschädigung seien schon lange inakzeptabel.

Vereinfachung auch im Flugverkehr

Scheuer lobte gegenüber dem RND, "dass die Menschen auf die Schiene umsteigen wollen". Die Bahn müsse dafür aber ausreichende Kapazitäten schaffen und für Pünktlichkeit sorgen. Dafür stellte der Minister auch mehr Bundesmittel in Aussicht. "Auf der einen Seite wollen wir sparsam sein und das Geld intelligent ausgeben" - andererseits dürften wichtige Zukunftsinvestitionen nicht abgewürgt werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Matthias von Randow, sagte dem "Handelsblatt" mit Blick auf Flugreisende: "Wir sind uns mit dem Bundesverkehrsminister einig, dass die Information der Kunden und die Abwicklung von Reklamationen vereinfacht werden soll und möglichst unbürokratisch möglich ist." Dafür sollten technische Mittel wie SMS, Emails und spezielle Apps genutzt werden.

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