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Zölle drohenUSA: Autos aus Europa als Bedrohung für nationale Sicherheit

Das US-Handelsministerium könnte Autoimporte aus Europa als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA einstufen. Harsche Kritik der deutschen Kanzlerin. Ökonom warnt vor Halbierung der deutschen Autoexporte.

© AP/Erik Schelzig
 

Das US-Handelsministerium will die Autoimporte aus Europa nach Angaben aus Branchenkreisen als Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten einstufen. Diese Feststellung sei in dem Bericht enthalten, den das Ministerium für das Weiße Haus erstellt habe, berichten Insider.

Der Bericht könnte möglicherweise als Grundlage für die Verhängung von Strafzöllen auf Autos dienen, wie sie Präsident Donald Trump immer wieder angedroht hat. Am Sonntag läuft jedenfalls eine 270-Tage-Frist ab, die das Handelsministerium für die Vorlage seines Berichts über die Auto-Einfuhren hat. Danach beginnt eine weitere Frist von 90 Tagen, innerhalb derer der Präsident über mögliche Konsequenzen aus dem Bericht entscheiden muss.

" . . . dann erschreckt uns das"

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat scharfe Kritik an den Plänen der USA geübt, Importautos als Bedrohung für die nationale Sicherheit einzustufen und mit Strafzöllen zu belegen. In ihrer Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz wies Merkel am Samstag darauf hin, dass viele deutsche Konzerne ihre Autos in den USA bauen ließen - etwa im BMW-Werk im US-Bundesstaat South Carolina.

"Wenn diese Autos, die in South Carolina gebaut werden, plötzlich eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten sind, dann erschreckt uns das", sagte die Kanzlerin.

US-Handelsrecht

Schon die Verhängung der Strafzölle auf Einfuhren von Stahl und Aluminium im vergangenen Jahr hatte US-Präsident Donald Trump damit begründet, dass sie die nationale Sicherheit gefährdeten.

Grundlage dieses Vorgehens ist ein in den vergangenen Jahrzehnten selten angewendeter Paragraf von 1962 aus dem US-Handelsrecht. Er soll die Vereinigten Staaten gegen übermäßige Abhängigkeit von einzelnen Importwaren schützen.


Trump sind besonders die Auto-Importe aus Deutschland seit langem ein Dorn im Auge. Er hat mit 25-prozentigen Aufschlägen auf die Auto-Importe aus Europa gedroht. Seit Monaten verhandeln die USA und die EU über ein mögliches Abkommen zur Neujustierung ihrer Handelsbeziehungen.

Ifo: Deutsche Auto-Exporte könnten fast halbiert werden

Sollten die USA die Importzölle dauerhaft um 25 Prozent erhöhen, könnten sich die deutschen Autoexporte in die USA langfristig fast halbieren, wie aus Berechnungen des Instituts hervorgeht. "Diese Zölle würden die gesamten Auto-Exporte aus Deutschland um 7,7 Prozent verringern, was einem Wert von 18,4 Milliarden Euro entspräche", sagt ifo-Experte Gabriel Felbermayr.

Exporte in andere Länder und Sektoren könnten diesen Effekt zwar etwas abfedern, es bleibe aber bei einem Rückgang der gesamten deutschen Exporte um 11,6 Milliarden Euro, so Felbermayr.

Sollte Trump ernst machen, dürfte dies laut Felbermayr die Wertschöpfung der deutschen Autoindustrie um rund fünf Prozent beziehungsweise um sieben Milliarden Euro senken. Innerhalb der EU würden etwa 60 Prozent des Schadens für die Wirtschaftskraft auf die Bundesrepublik entfallen. Die Wertschöpfung in der US-Autoindustrie dürfte dagegen um rund 25 Milliarden Euro steigen.

Noch im Dezember hatte eine Delegation deutscher Automanager von VW, Daimler und BMW Trump getroffen, um ihn von Sonderzöllen abzubringen - doch wie viel das brachte, bleibt unklar.

Deutsche Autoindustrie

Die deutsche Autoindustrie warnt vor Abschottung und verweist auf die Bedeutung der deutschen Autobauer und Zulieferer für den US-Arbeitsmarkt. "2018 waren rund 118.000 Mitarbeiter in ihren Werken direkt beschäftigt, rund 8000 mehr als ein Jahr zuvor", heißt es vom Verband der Automobilindustrie (VDA).

Während wir 2018 rund 750.000 Fahrzeuge in den deutschen US-Werken produziert haben, wurden nur 470.000 Neuwagen aus Deutschland in die USA exportiert.

Kommentare (5)

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Anndrea
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Kostet Arbeitsplätze

in Österreich, wenn die USA Extra-Zölle auf Autos einhebt. Das scheint jenem Typen, der Trumps Außenpolitik lobt egal zu sein.

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duerni
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Trump ist nicht Amerika - aber diese Person könnte uns noch ...

länger erhalten bleiben als uns lieb ist. Ein zweite Legislatur? Why not? Es gibt nicht nur intelligente Amerikaner/innen - auch solche, die diese dumme Politik gutheißen!
Europa täte gut daran, sich von Amerika abzunabeln - militärisch, wirtschaftlich und politisch. Das wird leider nicht klappen, denn dazu bräuchten wir die geballte Wirtschaftsmacht Europas - die haben wir leider auf absehbare Zeit nicht.
Was ich von unseren Politikern und Frau Merkel vermisse: Hört auf mit der Hofierung dieses Herrn Trump und sagt ihm, was ihr von seinen Ideen haltet.
By the way:
a) Europa hört am Ural auf - wenn wir das verinnerlichen, ist Europa tatsächlich eine ernstzunehmende Macht.
b) Putin ist nicht Russland u.u..

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karinatrost
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Bedrohung

Größe Bedrohung der nationalen Sicherheit dürfte wohl Trump im seiner Funktion sein.

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tannenbaum
1
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Also,

ich verstehe nicht, was im Kopf dieses Menschen vorgeht! Aber vielleicht versteht‘s Kurz!

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Kapazundo
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Autos = Magna = Österreich

Eventuell sollte man überlegen, welche Auswirkungen das für uns hat und wie wir das kompensieren können. Wir sollten sofort alle Schleusen in den Osten öffnen, Sondermodell Moskau wäre eine Maßnahme. Wenn wir nichts machen, werden wir unter Trampel untergehen und wieder einen Wirtschaftskrise erleiden.
Wenn meine Freund einen Fehler macht muss ich nicht mitmachen und wenn mir mein Freund sagt, wir sind keine Freunde mehr, kann ich mir doch auch neue Freunde suchen.

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