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Neue StrategieAUA stellt Bundesländer-Flüge nach Deutschland ein

Die AUA will sich künftig stärker auf Wien als Drehscheibe konzentrieren und übergibt Flüge aus den Bundesländerflughäfen nach Deutschland an die Lufthansa.

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Symbolbild
Symbolbild © APA/ROBERT JAEGER
 

Die AUA gibt sich wieder eine neue Strategie, vor allem als Antwort auf die Billigflieger-Konkurrenz. Das Streckennetz aus Österreich heraus wird umgebaut, der Flugverkehr mehr auf die Drehscheibe Wien konzentriert. Die AUA fliegt zwar von Wien aus selber noch die Flughäfen in den Landeshauptstädten an - ins benachbarte Ausland fliegt die AUA von dort aber nicht mehr. Das übernehmen die Deutschen.

Die Linienflüge etwa von Salzburg nach Frankfurt oder Linz-Düsseldorf wird die AUA (Austrian Airlines) künftig nicht mehr selbst fliegen, dazu wird mit dem Mutterkonzern Lufthansa bzw. mit der Konzernschwester Eurowings verhandelt. Die AUA spricht von einer Neuordnung des "dezentralen Österreich-Deutschland-Verkehrs". Für die deutsche Mutter Lufthansa etwa sei es legistisch viel einfacher, aus ihrem zentralen Frankfurter Drehkreuz herauszufliegen als umgekehrt. Unter dezentralem Verkehr versteht Austrian Airlines alle Flüge, die nicht vom Flughafen Wien starten.

Wien-Flüge bleiben

Flüge zwischen Wien-Schwechat und den Bundesländerflughäfen seien von dieser Netzbereinigung "erstmal unberührt", heißt es bei der AUA, die heute Donnerstagvormittag die neue Strategie vorstellt. Und Charterflüge ins Ausland will die AUA weiterhin auch selber aus Bundesländerflughäfen anbieten.

Vorgesehen ist aber, die derzeit noch in Altenrhein, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz oder Salzburg bestehenden dezentralen Crew-Basen nach Wien zu verlegen. Davon sind dort rund 200 Beschäftigte betroffen. Sie sollen das Angebot kriegen, nach Wien zu kommen.

Dash werden ausgetauscht

Die AUA wird künftig mehr Maschinen im Einsatz haben. Vier Flugzeuge, die derzeit im Wet-Leasing für die Swiss in der Schweiz im Einsatz sind, werden in den nächsten Monaten nach Wien überstellt. Im Aufsichtsrat schon Ende November wurde auch beschlossen, die Airbus-Flotte für 200 Mio. Euro auszubauen, und zwar in den nächsten drei Jahren von 36 auf 46 Flugzeuge. Die derzeit 18 Dash-Turboprop-Maschinen werden "ausgeflottet". In Summe werde das Angebot in Wien dadurch um über 10 Prozent ausgebaut, weil die A320-Jets viel größer seien als die Turboprops. Der neue AUA-Chef Alexis von Hoensbroech sprach am Donnerstag von einer Kampfansage im schärfer werdenden Wettbewerb in Wien. "Wir sind bereit, noch weitere Schritte zu gehen, um unser Drehkreuz zu verteidigen." In einer Pressekonferenz erläutert der AUA-Chef Details.

Scharfe Kaiser-Kritik

Scharfe Kritik übt Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser, aktuell auch Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, an den Plänen der Austrian Airlines.    „Das kommt einem Wegfall an Arbeitsplätzen und einem schweren Schlag gegen die betroffenen Standort-Bundesländer gleich." „Offenbar reichen die Pläne der AUA und ihrer Muttergesellschaft Lufthansa ja noch viel weiter. Experten zufolge sollen wohl sämtliche Inlandsflüge der AUA gestrichen und damit die Regionalflughäfen scheibchenweise von der Bundeshauptstadt abgekoppelt werden“, so Kaiser.

Der Kärntner Landeshauptmann fordert die AUA auf, ihre heute präsentierten Arbeits- und Standortvernichtungs-Beschlüsse zu überdenken. „Jedenfalls haben die betroffenen Mitarbeiter, Flughäfen, ihre Eigentümer und Bundesländer sofortige Klarheit zu erhalten. Daher fordere ich, ebenso wie die Gewerkschaft, die unverzügliche Einberufung eines entsprechenden Gipfels mit allen Betroffenen, auch mit den Sozialpartnern. Und ich erwarte die volle Unterstützung der Bundesregierung, insbesondere von Verkehrs- und Infrastrukturminister Norbert Hofer. Es kann und darf nicht sein, dass Unternehmen wie die AUA von der Politik immer wieder Unterstützung einfordern, diese dann auch beispielsweise in Form der Halbierung der Ticketsteuer bekommen, und im Gegenzug Arbeitsplätze vernichten und regionale Wirtschaftsstandorte massiv gefährden“, macht Kaiser deutlich.

Kommentare (8)
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Luitpold
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5
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Toter Flughafen Klagenfurt

Man muss eben die Fakten sehen. Seit man die Billigairlines nicht mehr mit Millionensummen zum Anflug nach Klagenfurt bestechen darf, sind die Passagierzahlen eben um 50 % zurückgegangen. Flüge ab dem benachbarten Laibach oder Graz bieten viel mehr und bessere Verbindungen als ab Klagenfurt. Wenn erst mal die Koralmbahn fertig ist, sind die Flughäfe Graz und Wien noch viel schneller erreichbar. Spätestens dann werden wohl alle Flüge nach Wien mangels Kunden gestrichen werden. Da hilft das Gejammer des Landeshauptmannes auch nichts.

semperubique
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airport klagenfurt kann sich eh "bald" warm anziehen

mit dem koralmtunnel und dem ausbau der bahnstrecke graz - maribor wird graz zum drehkeuz des südens.

eston
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Klagenfurt wird zunehmend

verklagenfurtert

tom2
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Da stimmt was nicht...

Der Satz "Die AUA wird künftig mehr Maschinen im Einsatz haben. " ist doch völlig flasch. Wenn man 18 Dash verkauft und nur 10 Airbus hinzubekommt hat man um 8 Maschinen weniger im Einsatz... Man kann vielleicht insgesamt mehr Sitzplätze anbieten...

Natur56
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typisch Lufthansa...

Das Ganze ist ja nicht neu. Mit dem Verkauf der AUA an die Lufthansa wurde das Schicksal besiegelt. Scheibchen für Scheibchen wurde die AUA zerlegt. Das war die Strafe für eine Jahrelange staatlich abgesicherte Misswirtschaft. Rechtzeitig kümmert sich keiner von den zuständigen Verantwortlichen u.a. auch von den Flughafengeschäftsführern! Jetzt kommt das große Jammern und die Androhung mit der Gewerkschaft. Diese Drohungen sind Geschichte, das sollte man auch einmal den Roten mitteilen - die großen Unternehmen lassen sich nicht mehr erpressen und wandern von einem überregulierten Sozialstaat ab. Wir müssen erkennen das Österreich nur ein winzig kleiner Staat ist und es den großen und mächtigen völlig egal ist was mit uns passiert. vor allem einer Lufthansa die haben die AUA nur gekauft damit kein anderer Interessent hereinkommt und damit sie die mächtigsten in Europa sind. Danke EU!

bb65
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@natur

Warum "Danke EU"? Wenn ich mich recht erinnere war das unter Bundeskasperl Feymann als die AUA um 300.00 Euro an die LH verschenkt wurde .

Ich fliege relativ viel aus Graz und es wird mit der Aua echt immer krasser, beinahe eine 50% Chance das irgend ein Flug ausfaellt oder den Anschluss versäumt. Und wenn man sich beschwert dann hört man nur: jaja, Beschwerden sie sich nur bei der LH wir finden es auch eine Frechheit"

Schaut bitter aus für Graz. Preise sind eh schon doppelt so hoch wie aus Wien. Bald fliegen wir mit Eurowings zum Preis von der LH. Plus Aufpreis für jeden Koffer..

Natur56
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EU warum

Weil kein Einwand von der Seite der EU kommt wenn die Lufthansa eine Monopolstellung hat und somit den preis diktiert. Oder was glauben Sie warum die AUA sich zurückzieht. Die Lufthansa war es die die Styrien verdrängt hat - und zwar mit allen Mittel. Solange die Styrien geflogen ist war der preis nahezu gleich und sobald diese nicht mehr aktiv war verdoppelte sich der Preis schlagartig.

bb65
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@natur

die Aua gehört ja schon zur LH Gruppe, also könnte die LH einfach die Preise der Aua erhöhen auf diesen strecken, linksum oder rechtsum. Die Eu hätte damals bei der Übernahme der AUA durch LH Einspruch machen müssen konnte man argumentieren. Aber hier hat sie nichts mehr zusagen.