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ProtestaktionenHeißer Advent auch im Kärntner Handel

Streit um Handels-KV sorgt für Betriebsversammlungen. In Kärnten sind diese Woche von der Gewerkschaft über 20 geplant. Beschwerde gegen Amazon.

Protestaktionen von Gewerkschaftern vor Einkaufszentren
Protestaktionen von Gewerkschaftern vor Einkaufszentren © APA/Georg Hochmuth
 

Die Gewerkschaft GPA-djp hat nach der gescheiterten vierten Runde in dieser Woche bis einschließlich Freitag „Hunderte Betriebsversammlungen“ in allen Bundesländern angesetzt. In Kärnten seien diese Woche über 20 Betriebsversammlungen geplant, so GPA-Regionalsekretär Günther Granegger. Am Montag demonstrierten Betriebsräte in Klagenfurt mit Flugblättern, die an Beschäftigte und Kunden der City Arkaden verteilt wurden. Wie berichtet, fordert die Gewerkschaft 3,5 Prozent Lohnerhöhung, die Arbeitgeber bieten 2,35. Granegger: "Die Stimmung bei den Beschäftigten ist gut. Ein Dreier muss vorne stehen."

Die Arbeitgeberseite kritisiert Aktionen "auf dem Rücken der Kunden": "Ich hoffe, dass die Auswirkungen möglichst klein sind und der Kunde wenig davon verspürt und hoffe, dass die Gewerkschaft die Jobs der Mitarbeiter nicht aufs Spiel setzt", so Arbeitgeber-Verhandler Peter Buchmüller. Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Beschwerde gegen Amazon

Für weiteres Aufsehen sorgt der Handelsverband, der eine Beschwerde gegen den Online-Riesen Amazon bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eingebracht hat. Konkret wird kritisiert, dass Amazon sowohl Online-Versand als auch Marktplatz ist, sprich Händlern die Möglichkeit bietet via Amazon Waren zu verkaufen. 690 Millionen Euro setzt der US-Konzern in Österreich online selbst um, 700 Millionen Euro über den Marktplatz. "Theoretisch kann Amazon die Daten der Händler einsehen, deren Preise unterbieten und das Geschäft an sich binden", sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Darüber hinaus seien die Geschäftsbedingungen des "Marketplace" mit erheblichen Unklarheiten und Vorbehalten zugunsten Amazons verbunden. Bereits 2015 wurde auf die Problematik aufmerksam gemacht. "Drei Jahre sind seither vergangen, doch die Politik hat den Markt nicht sinnvoll regulieren können."

Will baut nun auf die Wettbewerbshüter. Diese prüfen, ob Ermittlungen eingeleitet werden sollen. Dabei sind sie im engen Austausch mit der EU-Kommission, denn auch in Deutschland gibt es aus denselben Gründen Beschwerden gegen den Online-Giganten. Der Handelsverband hofft, dass nach den Untersuchungen das Kartellgericht "Amazon den Auftrag erteilt, wettbewerbswidrige Klauseln aus dem Vertrag zu nehmen".

Über diese Umwälzungen und die "strukturellen Probleme in der Branche" ist man sich auch seitens der Gewerkschaft im Klaren. Es sei jedoch falsch zu glauben, dass sich das durch "niedrige Gehälter" lösen lasse, wurde im Rahmen der heuer besonders umstrittenen KV-Verhandlungen mehrmals betont.

 

Kommentare (1)

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woelffchen
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Lesenswert?

Die Löhne im Handel haben den grössten Aufholbedarf

Wenn man sich die Arbeitszeiten und Bedingungen der Handelsangestellten ansieht, wäre ich sogar für einen Mindestlohn. Die Fleißigsten verdienen am wenigsten, das kann und soll nicht sein.

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