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KV-VerhandlungenWarum es bei den Metallern brodelt

Nach dem Abbruch der Lohnverhandlungen sollen ab Montag Warnstreiks folgen. Die Fronten scheinen verhärtet wie lange nicht.

Pro-Ge-Chef Rainer Wimmer
Pro-Ge-Chef Rainer Wimmer © APA/Robert Jäger
 

Die einen sehen sich "nicht ernst genommen und sogar "verarscht, die anderen bemängeln den "aggressiven Ton. Es geht über die üblichen Streitrituale hinaus, was sich Vertreter von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in dieser Metaller-Lohnrunde an die Köpfe werden. Nach dem nächtlichen Abbruch der fünften Verhandlungsrunde für die Metalltechnische Industrie und ihre 130.000 Beschäftigten scheinen die Fronten so verhärtet wie lange nicht, die Erzählungen der Involvierten weichen weit voneinander ab.

"Wir haben 2,7 Prozent Lohnzuwachs geboten, lässt etwa Christian Knill, Sprecher der Arbeitgeberverhandler, wissen. Samt erzieltem Übereinkommen im Rahmenrecht, wo es etwa um Zuschläge für Überstunden geht – "nur ein Punkt war hier nach dem Nachmittag offen, den wollten wir am Abend diskutieren (Knill) –, wäre das "faire Angebot bei mehr als drei Prozent gelegen.

Politische Dimension

Die vorläufig gescheiterten KV-Verhandlungen in der Metalltechnischen Industrie sorgen für zahlreiche Reaktionen, viele davon politisch konnotiert. "Es ist ein Elchtest für die Sozialpartnerschaft selbst", lässt etwa der Politologe Peter Filzmaier wissen. In Österreich stelle sich durch die neue Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ eine "Grundsatzfrage: Welches Modell der Interessenvertretung wollen wir eigentlich?" Es gehe darum, ob man ein konsensuales oder ein pluralistisches Modell mit einem freien Interessenwettbewerb haben wolle.

Aktuell seien die großen Streitthemen zwischen der Regierung und der Opposition laut Filzmaier auch in den Metaller-Verhandlungen zu sehen. Der Arbeitgeberseite bei den Metallern könne man vorwerfen, von der wirtschaftsliberalen Gesinnung der Regierung zu wissen und den gegebenen Spielraum nutzen zu wollen. Umgekehrt könne man der Gewerkschaft vorwerfen, in die Oppositionsrolle zu schlüpfen. Hier könnte es auch innerhalb der SPÖ darum gehen zu zeigen, wie wichtig man innerhalb der Sozialdemokratischen Partei sei, mutmaßt Filzmaier.

Bei den Gewerkschaften, in die Verhandlungen gingen sie mit einem geforderten Lohnplus von fünf Prozent, vernimmt man eine gänzlich andere Wahrheit. Im Rahmenrecht etwa wären Zugeständnisse zu späterer Stunde von den Arbeitgeberverhandlern einfach wieder aufgehoben worden. Außerdem sei das grundsätzliche Angebot erst nach Abbruch der Verhandlungen von zwei auf 2,7 Prozent erhöht worden. Telefonisch.

Warten auf weitere Branchen

"Die Augenhöhe ist nicht gegeben, sagt der steirische Spitzengewerkschafter Norbert Schunko (GPA-djp) wütend. Ab Montagmittag sollen in steirischen Betrieben deswegen Versammlungen der Belegschaft stattfinden. In die Fläche werden die Warnstreiks erst gehen, wenn die ausstehenden Verhandlungen für Teilbranchen wie "Fahrzeugindustrie (Montag) oder "Bergbau-Stahl (Dienstag) ebenfalls erfolglos enden.

 

Metaller streiken ab Montag

"Was auch immer für die kommende Woche geplant ist, Streiks verursachen enorme Kosten und sind eine Gefahr für hochwertige und gut bezahlte Arbeitsplätze in Österreich, heißt es dazu von Gernot Pagger, dem Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Steiermark. Ein voller Streiktag würde in der Metalltechnischen Industrie einen "Schaden von 30 bis 50 Millionen Euro verursachen. Kosten, die laut Christian Knill dann übrigens in die "weiteren Verhandlungen mit einfließen sollten.

Überlegt wird von Fachverbandsseite außerdem, den Mitgliedsbetrieben zu empfehlen, eine "freiwillige Erhöhung der Löhne und Gehälter in Höhe von 2,7 Prozent rückwirkend per 1. November durchzuführen.
Das freilich würde den endgültigen Bruch zwischen den Verhandlern bedeuten.

Kommentare (3)

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duerni
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Arbeitnehmervertreter, welche sich von den Arbeitgebern.......

. nicht ernst genommen fühlen? Erwachsene Menschen sollten es schaffen, Vorstellungen so zu definieren, dass der Gesprächspartner sie versteht. Dass die Vorstellungen von Arbeitgeber und - nehmer kaum bis nie konform sein werden, ist klar. Die Geber- und die Nehmerseite müssen aber ein Ergebnis anstreben, dass ein Miteinander NACH dem üblichen Poker um Geld möglich macht. DAS MUSS von erwachsenen Menschen zu erbringen sein. Wer die aktuelle Lage der Weltwirtschaft ernst nimmt, muss es auch schaffen selbst ernst genommen zu werden.

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Geerdeter Steirer
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Korrekt @duerni, DAS MUSS von erwachsenen Menschen zu erbringen sein

Das Benehmen und die Handlungen sind vergleichbar mit pubertierenden und trotzigen welche am Sinn und dem was es betrifft vorübergehen.
Es gibt anscheinend nahezu niemanden der es diesen Personen mit Nachdruck in Erinnerung ruft !!

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UHBP
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Wer war der Telefonjoker!

Vielleicht war es ja der Bundesbasti und gesagt, dass er die Erhöhung mit Steuergeldern ausgleicht.

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