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TauziehenKoalition ringt in einer „Task Force“ um Standortmarketing

Landesregierung setzte Siebener-Gruppe ein. SPÖ und ÖVP in einem Tauziehen, wie Kärnten künftig vermarktet wird

LH-Stv. Gaby Schaunig, LH Peter Kaiser (beide SPÖ) und Landesrat Ulrich Zafoschnig (ÖVP)
LH-Stv. Gaby Schaunig, LH Peter Kaiser (beide SPÖ) und Landesrat Ulrich Zafoschnig (ÖVP) © KLZ/Markus Traussnig
 

Es wird eine harte Probe für die Kärntner Koalition. Dass SPÖ und ÖVP sie in der Landesregierung einig bestehen, ist wichtig für das Land. Denn Kärnten hat keine eigene schlagkräftige Standortmarketing-Agentur, um den Lebens-, Bildungs-, Industrie- und Tourismus-Standort Kärnten als einen Wirtschaftsstandort nach außen zu präsentieren. „Das brauchen wir aber unbedingt“, sind sich LH. Peter Kaiser, LH-Stv. Gaby Schaunig und Landesrat Ulrich Zafoschnig einig.

Die Frage der Kleinen Zeitung, wie und wo die Agentur organisiert sein und wer politisch zuständig sein soll, ließen sie jüngst am Rande einer gemeinsamen Pressekonferenz zur Digitalisierung offen. Fest steht nur: „Es muss mit allen Beteiligten in einem Guss sein. Ich kann mir vorstellen, dass sie beim Landeshauptmann andockt, damit sie außer Streit steht“, will Kaiser das Standortmarketing als Chefthema an sich ziehen. Für die operativen Details, bei denen es für die Parteien auch um Einfluss und Positionen bei Landesfirmen und öffentliche Bühne geht, wurde eine „Task Force“ eingerichtet, der neben den Genannten noch zwei weitere Landesräte angehören: ÖVP-Chef Martin Guber und Gemeindereferent Daniel Fellner (SPÖ), außerdem Gilbert Isep als Aufsichtsratschef der Kärntner Beteiligungs Gesellschaft KBG sowie Markus Bliem, Leiter Strategieentwicklung im Amt der Landesregierung. Bei Bliem könnte die entscheiden Schnittstelle entstehen, mit der dann andere Landesfirmen ihre Beiträge zum gemeinsamen Standortmarketing abstimmen und leisten.

Babeg-Nachfolge

Industriellenpräsident Timo Springer berief am Pyramidenkogel extra einen „Soundingboard“ zum Thema ein. Aus Kreisen der Industrie kann man sich die Betriebsansiedlungsgesellschaft Babeg als Basis für das Standortmarketing vorstellen. Vor wenigen Tagen wurde für den 63-jährigen Babeg-Chef Hans Schönegger, dessen Vertrag bis 2020 läuft die Nachfolge ausgeschrieben, mit geforderter Erfahrung im Standortmarketing.

Kompetenz und Markenrechte

Die Babeg hat Ansiedlungserfahrung, die Marketing-Erfahrung liegt hingegen in der Kärnten Werbung, die für ihre Aufgabe und Zahler – sie wird nicht aus dem Landesbudget, sondern aus der Tourismusabgabe finanziert – voll auf die Tourismuswerbung fokussiert. Zudem liegen bei ihr die Rechte für die Marke Kärnten mit unzähligen Markenverträgen. Christian Kresse hat auch das wichtigste Marketinginstrument: die Fülle von Kundendaten auf dem Adserver der Kärnten Werbung.

Da die Industrie schon jetzt (ungern) Tourismusabgabe mitbezahlt, könnte das lohnend werden, wenn Knowhow der Kärnten Werbung in das Standortmarketing voll einfließt. Kresse und Tourismusreferent Zafoschnig verweisen auf Bundesländer wie Tirol oder Oberösterreich, wo sich Tourismus und Industrie für das Standortmarketing gerade verbünden. Zafoschnig: „Wir brauchen sicher keine neue Gesellschaft erfinden.“ Wichtig sei zunächst die Zielsetzung, betonen er und ebenso Technologiereferentin Schaunig, der naturgemäß die die Landesparks von Lakeside bis HTC Villach nahe liegen.

Die Präsidenten von Wirtschafts- und Arbeiterkammer, Jürgen Mandl und Günther Goach, wollen ihr gemeinsames Standortprogramm berücksichtigt sehen. Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte mit Präsidenten Hans Hueter forcierte diese Woche die Diskussion mit einer Veranstaltung mit starker Erwartung an das Land. „Standortpolitik ist keine Insellösung, sondern ressortübergreifend, von Sozialem und Bildung bis Raumplanung und Wirtschaft. Da verzahnt sich alles“, zog dort Zafoschnig den Aktionshorizont weit, „um in knallharten Wettbewerb der Regionen zu bestehen.“ Dazu gehöre auch „positiver Mindset für das Unternehmertum“. Heute legt der von Gottfried Wulz geführte management club mit Zafoschnig nach.

Offen ist auch, wie sich das Welcome Center mit Margit Heissenberger sowie der aktive Carinthia International Club mit Rosalia Kopeinig einfügen. Einig sind sich alle. „Das Standortmarketing soll 2019 fliegen.“

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