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LuftfahrtsymposiumFlugchaos soll sich nicht wiederholen

Es war ein Sommer der massiven Flugverspätungen und Ausfälle. Die Systeme waren am Limit, räumen Airline-Vertreter und der Chef der Austrocontrol Heinz Sommerbauer in Wien ein.

© (c) Andrey Burmakin - Fotolia (Andrey Burmakin)
 

Der 30. Juni 2018 war ein besonderer Tag. Zumindest geht er als solcher in die europäischen Flugstatistiken ein. 37.000 Flüge gab es in diesen 24 Stunden im europäischen Luftraum. So viele, wie noch nie zuvor. Und es  sollten in diesem Sommer noch viele Tage mit ähnlichen Zahlen folgen.

War das nicht absehbar? "Das war so nicht prognostiziert", sagt Austrocontrol-Chef Herbert Somerbauer beim Luftfahrtsymposium in Wien. "Es hat noch nie so viel Flugverkehr in Europa und in Österreich gegeben wie heuer." Er schiebt aber sofort nach: "Das ist nur die halbe Wahrheit. Es hat Warnungen vor allem aus Deutschland, Frankreich, den Benelux-Staaten und London gegeben, dass sie das Aufkommen nicht bewältigen können." Dann bewußt trotzdem den ganzen Verkehr aufzunehmen sei die intelligentere Lösung gewesen, erklärt Sommerbauer. Statt die  Netzwerkprobleme noch zu vergrößern, habe man lieber die Verspätungen in Kauf genommen. "Da ist jetzt Europas Netzwerkmanager gefordert," so Sommerbauer. "Der Ball liegt bei der Eurocontrol."

Hinzu komme, dass sich Gewitter inzwischen über den Alpen so hoch auftürmen, dass sie nicht mehr wie früher überflogen werden können, so Sommerbauer.

"Die Nachfrage wird weiter wachsen"

"Wir haben ein echtes Industrie-Problem," sieht der neue AUA-Chef Alexis von Hoensbroech akuten Handlungsbedarf. Die Airlines seinen "ausoptimiert", nun stoße man an Systemgrenzen. Aufgrund der großflächigen Verspätungen sei man nicht einmal mehr an Ersatzflugzeuge herangekommen. Zudem seien auch noch die Folgen der Air Berlin Pleite zu bewältigen gewesen. Für ihn stelle sich auch die Frage, wie viele zusätzliche Flüge noch in das System hineingelassen werden dürften.

Um Kettenreaktionen wie in diesem Sommer zu verhindern, verspricht Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger für 2019 die Planung von größeren Pufferzeiten bei den Bodendiensten. Kapazitätsgrenzen in Wien seien jedenfalls kein Thema. Jäger: "Wir hatten vor zehn Jahren in Wien schon mehr Flugbewegungen." 

Easyjet-Europa-Chef Thomas Haagensen rechnet damit, dass auch die nächsten Sommer eine Herausforderung werden. Easyjet selbst arbeite massiv an eigenen Strategien, investiere in Data-Experten, verbessere die vorausschauende Wartung und habe einen "Simulator" entwickelt, der täglich jeden der 1900 Flüge vom Ablauf durchchecke. "Die Nachfrage wird weiter wachsen," so Haagensen. Die IATA, die weltweite Dachorganisation der Airline-Verbände, geht derzeit von einem jährlichen Wachstum der Airline-Industrie von vier bis fünf Prozent aus.

 

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