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SteueroasenSo viel Geld verliert Österreich durch Steuerflucht

Ganz legal verschieben internationale Konzerne seit Jahren ihre Gewinne in Steueroasen. Alleine im Jahr 2015 hat Österreich so rund 900 Millionen Euro verloren.

Die Steuerflucht kostet den Staaten Milliarden
Die Steuerflucht kostet den Staaten Milliarden © Trueffelpix - Fotolia
 

620 Milliarden Euro weltweit und bis zu 900 Millionen Euro aus Österreich sollen einer Studie zufolge jährlich am Fiskus vorbei in Steueroasen fließen. Das hat laut einem Bericht des "Standard" eine Gruppe von Ökonomen unter Leitung des Berkeley-Ökonomen Gabriel Zucman bezogen aufs Jahr 2015 errechnet.

Demnach fließen 40 Prozent der erwirtschafteten Konzerngewinne in Niedrigsteuerländer und Steueroasen, wo die Unternehmen keine oder nur sehr geringe Abgaben bezahlen müssen. Der größte Einnahmenverlust durch Steueroasen entsteht der Studie zufolge in der EU, den USA, gefolgt von Entwicklungsländern.

Fast eine Milliarde Euro

Auf die 900 Millionen Euro, die dem Austro-Fiskus 2015 entgangen sein sollen, kommen die Studienautoren auf Basis von rund 3,6 Milliarden Euro an unversteuerten Gewinnen, die multinationale Firmen ins Ausland transferiert hätten.

Die Untersuchung mit dem Titel "The Missing Profits of Nations" verfolgte laut Zeitung einen neuen Ansatz. Anstatt wie bisher nur auf Daten zu einzelnen Unternehmen zurückzugreifen und daraus hochzurechnen, wie viel Geld in Steueroasen abfließt, nutzen Zucman und Co. neue volkswirtschaftliche Datenbanken. Als Steueroasen gelten laut ihrer Definition nicht nur Karibikinseln wie die Caymans, sondern auch die Schweiz, Luxemburg und Irland.

Das Vorgehen der Konzerne gilt nicht als illegal. Gerne werden konzernintern hohe Lizenzgebühren für die Nutzung von geistigem Eigentum verrechnet, um Gewinne rechtmäßig aus einem Hochsteuerland in eine ausländische Steueroase zu schaffen.

 

Kommentare (4)

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kollerado
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Steuerwüsten wie Österreich

müssen dann eben Begrünen:
Steuerwettbewerb der Länder, Steuerhoheit für Gemeinden, Steuer senken für EPU und KMU.
Förderung
Ein weltweites einheitliches steuersong Stempel wird kaum möglich sein.
Und das ist auch gut so.

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Kristianjarnig
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Das Perverse an der Sache EU ist ja vielmehr.....

....das die sich sogar die Steueroasen SELBST ins eigene Boot holen damit es die Unternehmer noch leichter haben.

Beispiel wären das natürlich an erster Stelle Malta(welches ja nebenbei noch ein Tummelplatz für die Onlinekasinos der Mafia ist, super EU, scheint die haben wir wirklich gebraucht die Malteser), dann Zypern, man vergesse natürlich nicht das Vereinigte Königreich das ja wenig zu bieten hat für die EU aber im Gegensatz doch recht fleissig selbst eine Steueroase(Marktplatz London, Channel Islands, etc.) für das ungeliebte EU Festland war.
Wenigstens sind wir die bald mal los(wobei ich mir schon vorstellen kann an welchen "Deals" hier in Brüssel "gebastelt" wird.

Aber sich wundern warum Gelder so leicht abfließen können. Man kann sich nur an den Kopf greifen.

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dude
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Und genau diese globalen Konzerne, ...

... die eigentlich nirgends ihre gerechten Steuern abliefern, werden durch diese internationalen Handelsabkommen - wie CETA - weiter gestärkt und gefördert. Und der österreichische Nationalrat macht heute bei diesem grausamen Spiel mit! Und die FPÖ schaut nicht nur tatenlos zu, sondern macht ebenfalls aktiv mit! Eine Schande!

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Kristianjarnig
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Fairerweise muß man schreiben...

....das auch die Vorgängerregierungen recht wenig gegen die Steuerflucht getan haben.
Man will es sich halt nicht mit den Konzernen verscherzen, da fällt mir z.b. Irland ein das sich ja regelrecht gegen Steuer(nach-)zahlungen der Konzerne wehrt. Gegen den Willen der EU....

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