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InterviewWK-Präsident: "Messe am Flughafen, warum nicht?"

Eine Verlegung der Messe ist für Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl kein Tabu. Im Interview erklärt er, dass er bei Plänen davon ausgehe, dass Investor Orasch "auf uns zukommt".

Für Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl ist die Verlegung der Messe kein Tabu © Weichselbraun
 

Der vorläufige Zuschlag für Franz Peter Orasch am Klagenfurter Flughafen nährt Pläne, die Messe dorthin zu verlegen. Ist das denkbar für Sie?

JÜRGEN MANDL: Die Messe am Flughafen – warum nicht? Kategorisch nein zu sagen, kann nie Ziel eines Unternehmers sein. Man muss sich die Langfristperspektive ansehen. Da ich Detailpläne nicht kenne, habe ich noch keine Antwort darauf.

Also grundsätzlich möglich, wie auch die Entwicklung des Geländes in der Innenstadt?

MANDL: Natürlich. Wenn man eine Infrastruktur wie die Messe dorthin verlegt, muss man sehen, ob es für die Stadt passt. Das ist zuerst ein Thema, wohin sich Klagenfurt entwickeln will. Die Diskussion muss man zuerst in Gang setzen. Auch ist zu überlegen, wie die Zukunft der Kärntner Messen aussehen kann.

Der wirtschaftliche Erfolg der Messe ist bemerkenswert.

MANDL: Ja, ich glaube, es ist sogar die einzige Messe in Österreich, die positive Ergebnisse macht.

Die Wirtschaftskammer hat Anteile an der Messe, wollte zuerst auch beim Flughafen als Partner dabei sein. Ein Thema?

MANDL: Hier geht es nicht um meine persönliche Position, sondern um Eigentum und Interessen der Kärntner Wirtschaft. Wenn es Pläne gibt, gehe ich davon aus, dass Investor Orasch auf uns zukommen wird.

Für die Mission nach Mexiko und Kolumbien musste man noch in Graz starten. Ihr Resümee?

MANDL: Zwei wirtschaftlich spannende Länder, wo die Exporte zweistellig wachsen. Firmen können sich große Chancen erwarten.

Die Sozialpartner waren in der letzten Periode jedes Quartal in der Regierungssitzung. Bürokratieabbau blieb ungenügend.

MANDL: Die neue Regierung bekennt sich eindeutig zum Abbau von Hemmnissen. AK, IV und WK ziehen jetzt monatlich intern eine Schleife für die Themen.

Die ÖVP hat zwei Regierungssitze. Im Straßenbau, bei Parteichef Martin Gruber, gibt es zehn Millionen mehr im Jahr. Der B100-Ausbau im Drautal allein kostet aber schon 50 Millionen.

MANDL: Gruber macht vom Start weg einen guten Job. Den Straßenbau hat man mit der Ausrede, es sei kein Geld da, schleifen lassen. Man wird mit dem Bund verhandeln müssen, um das Tempo zu erhöhen. Für Kärnten muss die Infrastruktur passen. Das gilt ganz besonders auch für die digitalen Netze. Da muss das Land Vollgas geben. Wir brauchen 100-prozentigen Glasfaserausbau in Kärnten.

Landesrat Ulrich Zafoschnig erhält im Tourismus mehr Kompetenzen. Er muss auch die Regionen straffen, 13 sind zu viel.

MANDL: Zafoschnig bewies, dass er Dinge umsetzt. Es gibt ein Bekenntnis aller, dass es weniger Regionen geben soll, vier bis sechs.

Die Regionen sollen Anteile an der Kärnten Werbung übernehmen. Auch jene der Kammer?

MANDL: Das war nie Thema, weil die Stimmrechte nicht die Kammer wahrnimmt, sondern die Unternehmer. Es geht um ein Gesamtpaket auch für Einhebung und Aufteilung der Abgaben.

Der Ausbau am Mölltaler Gletscher flammt auf. Ihre Position?

MANDL: Es geht nicht darum, Naturschutzgebiete aufzubrechen, sondern wie wir Regionen vom Mölltal bis Metnitztal mit Tourismus beleben. Es geht um Lebensbedingungen, deshalb bin ich für das Projekt. Wir sehen, wie sich Kals entwickelt hat.

Kommentare (1)

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fwf
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Messe am Flughafen?

Als langjähriger Nutzer des Flughafens habe ich mich immer gewundert über den verschlafenen Betrieb dieser wichtigen Verkehrsinfrastruktur. Ich war mehrmals auf der Messe in Lyon/Frankreich - hier liegt das Messeareal unmittelbar angrenzend an den Flughafen. Für ausländische Besucher ideal.
Alleine die Zufahrt und Parksituation bei großen Messeereignissen ist beim derzeitigen Messegelände eine Zumutung. Das zu modernisieren wird schon wegen der begrenzten Flache und der damit entstehenden hohen Kosten nicht leicht sein. Eine Messe mit perfekter Verkehrsanbindung (Bahn, Autobahn, Flughafen) und unmittelbar daneben liegendem Parkraum (München!) hat ein großes Potential, das sich in beengten Innenstadtlagen nie verwirklichen lässt.
Die Idee der Flughafen - Messe Kombination ist jedenfalls sehr positiv zu bewerten.

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