Schwieriger ProzessAlitalia-Verkauf: Air France sagt ab, Lufthansa bremst

Air France-KLM hat dementiert, ein Übernahmeangebot für die italienische Krisen-Airline Alitalia abgegeben zu haben. Die Lufthansa stieg zuletzt auf die Bremse.

© (c) AP (Antonio Calanni)
 

Air France-KLM hat nach eigenen Angaben kein Übernahmeangebot für abgegeben. Das teilte die französische Fluglinie am Samstag mit. Der italienische Minister Carlo Calenda hatte am Freitag gesagt, neben der US-Beteiligungsgesellschaft Cerberus und der Lufthansa gebe es eine gemeinsame Offerte von Air France-KLM mit dem britischen Billigflieger Easyjet. Laut italienischen Medien will auch Delta Airlines ein eigenes Angebot einreichen.

Die AUA-Mutter Lufthansa hatte bei den Gesprächen zur Übernahme eines Großteils der insolventen Alitalia zuletzt auf die Bremse getreten. "Alitalia müsste vor einem Kauf durch die Lufthansa gründlich restrukturiert werden", schrieb Vorstandschef Carsten Spohr in einem Brief an Calenda. Die chronisch defizitäre Airline müsse von der Personal- und auch von der Flottenstärke her kleiner und fokussierter werden.

Verkauf soll vor den Wahlen über die Bühne gehen

Alitalia mit insgesamt rund 11.000 Mitarbeitern schreibt seit Jahren Verluste. Die Airline war im Mai unter kommissarische Aufsicht gestellt worden, nachdem ein Sanierungsplan gescheitert war, der Lohnkürzungen und Stellenstreichungen vorsah. Seither stützt die Regierung in Rom das Unternehmen mit einem Überbrückungskredit von 900 Millionen Euro.

Der Verkehrsminister des Landes hatte Anfang Dezember angekündigt, die Airline noch vor den Parlamentswahlen am 4. März in neue Hände geben zu wollen.

Kommentare (1)

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dalvero
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Lesenswert?

Für ALITALIA zu bieten, ja sich überhaupt zu interessieren wäre verrückt.

Wer legt sich freiwillig mit den Staat und mit Gewerkschaft UND mit den Angestellten dort an?
Nur ein Verrückter der wieder Millionen verlieren will.

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