Kärntens Tourismus hat seine Sommerjobbörse erstmals in ukrainischer Sprache beworben. Mit Erfolg: Etliche ukrainische Bewerber kamen am Montag zur Veranstaltung ins Wifi Kärnten in Klagenfurt.

Gerade die Beschäftigung in der Sommersaison stößt bei Ukrainerinnen und Ukrainern auf Interesse. Da auf eine baldige Rückkehr in die Heimat gehofft wird, suchen viele nach zeitlich befristeten Arbeitsstellen. Die Betriebe seien aber auch zu längerfristigen Arbeitsverträgen bereit. "Die Flexibilität unserer Branche ist ein Vorteil für alle Beteiligten. Es werden auch Teilzeitmodelle angeboten, damit Deutschkurse und Weiterbildungsangebote besucht werden können", sagt Stefan Sternad, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer.

Fachkräfte und Quereinsteiger waren auf der Jobbörse ebenso anzutreffen wie Wirte, Hoteliers und Personalverantwortliche aus den Betrieben. Etliche sind Stammgäste, berichten Sigi Moerisch, Obmann der WK-Fachgruppe Hotellerie, und Melanie Jann, stellvertretende Geschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Kärnten.

Moerisch und Sternad fordern von der Politik dennoch Maßnahmen. Und zwar einerseits die "Erweiterung" der Rot-Weiß-Rot-Karte. Derzeit kann die Rot-Weiß-Rot-Karte nur von Schlüsselkräften und Hochqualifizierten in speziellen Branchen genutzt werden. Der Fachkräftemangel ist aber auch in anderen Bereichen so groß, dass ein niederschwelliger Zugang nötig sei.
 
Weiters wird eine Erhöhung des Saisonierkontingents gefordert. Das Drittstaatenkontingent für Saisoniers wurde in Kärnten von 82 auf 139 Plätze angehoben. "Das ist nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Schon jetzt gibt es mehr Anträge als Kontingentplätze", sagt Sternad. Aktuell dürfen Saisoniers, die eine Bewilligung aufgrund des Drittstaatenkontingents erhalten, innerhalb eines Zeitraumes von zwölf Monaten maximal neun Monate arbeiten. Danach muss es eine Unterbrechung der Beschäftigung von drei Monaten geben. Aufgrund der immer länger dauernden Saisonen ist dies aber mit großen Schwierigkeiten für die Betriebe verbunden. Gefordert wird eine maximale Beschäftigungsdauer von zwölf Monaten innerhalb eines Zeitraumes von 14 Monaten mit einer zweimonatigen – statt dreimonatigen – Unterbrechung.