Corona, Halbleitermangel, Krieg in der Ukraine, Lieferkettenprobleme, steigende Kosten: Der Stuttgarter Autozulieferer Mahle, der auch mit einem Werk in St. Michael ob Bleiburg in Kärnten vertreten ist, erwartet zunehmende Probleme für die globale Autobranche und verzichtet daher auf Prognosen für das laufende Jahr. 2021 konnte trotz der schwierigen Rahmenbedingungen der Umsatz gesteigert werden: um knapp zwölf Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) fiel mit 169 Millionen Euro wieder positiv aus (2020 betrug es minus 192 Millionen Euro). Das Eigenkapital blieb 2021 mit 2,05 Milliarden Euro nahezu stabil, berichtet Finanzchef Michael Frick, der ab Mai den Vorsitz der Mahle-Konzern-Geschäftsführung übernehmen wird, auf der Bilanzpressekonferenz am Montag.

Michael Frick: "Es geht darum, unsere Position in den drei strategischen Feldern Elektromobilität, Thermomanagement und klassische Antriebe neu zu definieren.“
© Mahle

Auf Transformationskurs

Der Veränderungsdruck für das 71.000-Mitarbeiter-Unternehmen ist groß: Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierte Mahle 666 Millionen Euro (das sind sechs Prozent vom Umsatz) in die Forschung und Entwicklung klimafreundlicher Mobilität. Dabei geht es unter anderem um Kühltechnologien für Batterien, Schnellladelösungen und Elektromotoren, die ohne seltene Erden auskommen, und E-Bikes. "Der Weg in Richtung klimaneutraler Mobilität ist für uns gesetzt", so Frick.

Der Schwerpunkt des Geschäfts werde sich in den kommenden Jahren immer stärker in Richtung E-Mobilität verlagern. "Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Entwicklung – weg vom mit konventionellen Kraftstoffen betriebenen Verbrennungsmotor, hin zu alternativen Antrieben – bei Pkw deutlich schneller als bei Nutzfahrzeugen voranschreiten wird", heißt es von Mahle. Bis 2030 plant der Konzern, den vom Pkw-Verbrennungsmotor unabhängigen Umsatzanteil von zuletzt 60 Prozent auf 75 Prozent zu steigern. Der Ausbau klimaneutraler Mobilität kommt aber nicht überall auf der Welt gleich schnell voran. Das Entwicklungstempo der E-Mobilität ist unterschiedlich. Daher betont Frick: „Solange es Verbrennungsmotoren gibt, wird Mahle in diesem Bereich ein verlässlicher Partner für Markt und Kunden bleiben.“