Im Möbelhandel ist es ähnlich wie in der Medienbranche oder in der Autoindustrie. Alle acht bis zehn Jahre ist ein Relaunch nötig  - eine Strategie zur Verlängerung des Lebenszyklus des Produktes durch "zielgruppenspezifische Anpassungen im Angebot".

Jetzt ist es in der Villacher Filiale des Eberndorfer Möbelhändlers Rutar soweit. Eine Million Euro steckt Rutar in das Geschäft in der Dreschnigstraße - es ist nach dem Headquarter im Jauntal die zweite, gewissermaßen die Ur-Filiale des Lokalmatadors. Sie existiert seit 1987. Sämtliche Details des Ladenbaus werden ausgetauscht, in Etappen, Stock für Stock. Unterdessen geschieht eine Totalräumung und parallel ein ungestörter Verkauf. "Noch im Juni wollen wir neu eröffnen", sagt Gerhard Gutovnik, Rutar-Vertriebsleiter für Österreich.

Rutar-Vertriebschef Gerhard Gutovnik
© Rutar

Der Total-Umbau wurde möglich, weil die Geschäfte gut gehen. "Während Corona haben wir bzw. hat der Möbelhandel generell zugelegt. Das eigene Heim ist den Menschen wichtiger geworden", sagt Gutovnik. Und er wurde nötig, weil sich die Wohntrends stark ändern. Produkte wie der "Wandverbau" sind obsolet geworden, dafür wächst der Mut zu Freiraum. Weiße Lackküchen  - gerade noch der letzte Schrei - weichen zunehmend natürlichen Farbtönen und Betonoptik. "Man hat heutzutage weniger Möbel, die aber besser in Szene gesetzt werden", sagt Gutovnik. Und: "Wir als Möbelhändler geben ja auch Trends und Visionen vor, wie man wohnt  - und letztlich wie man lebt."

© Rutar

Eiche bzw. überhaupt Echtholz ist wieder im Kommen - gerne kombiniert mit Schwarz. Bei Polstermöbeln sind Farben wie Senf und "Curry" up to date. Das Berufsfeld des Möbelverkäufers hat laut Gutovnik keineswegs ausgedient, ebensowenig wie der niedergelassene Möbelhandel. Man kann nicht digital wahrnehmen, wie eine Küchenlade schließt, wie sich ein Polsterstoff anfühlt.

In Villach beschäftigt Rutar derzeit 60 Mitarbeiter - und braucht weitere. In Österreich hat Rutar insgesamt 280 Mitarbeiter, mit Italien und Slowenien 750. In Slowenien wird noch in diesem Jahr eine weitere Rutar-Filiale eröffnen - die 18.