Der vor zwei Wochen entlassene italienische Generali-Manager Luciano Cirina, der die Generali Zentral- und Osteuropa-Holding mit Sitz in Prag leitete, zu der auch Österreich gehört, hat eine Klage gegen seinen früheren Arbeitgeber, den Triester Generali-Konzern eingebracht. Cirina war von Minderheitsaktionären als neuer Generali-Vorstandschef vorgeschlagen worden. Diese vorstandskritischen Aktionäre der Generali wollen Vorstandschef Philippe Donnet auf der Hauptversammlung am 29. April stürzen.

"Im Falle einer Niederlage wäre ich zurückgetreten, ich tue nichts gegen Generali, ich bin und bleibe ein Generali-Mann", betont Cirina laut Medienberichten. "Aber jetzt muss ich mich vor Gericht verteidigen. Ich hatte um unbezahlten Urlaub gebeten, der abgelehnt wurde. Dann wurde ich vom Dienst suspendiert und erhielt einen Kündigungsbescheid, der in den Zeitungen veröffentlicht wurde, bevor ich benachrichtigt wurde. Meine Anwälte prüfen derzeit Schritte zur Anfechtung. Darüber hinaus habe ich ihnen das Mandat erteilt, eine Klage wegen erheblicher Rufschädigung einzubringen."

Was die Zukunft des Unternehmens im Bereich der Digital- und Informationstechnologie betrifft, war der Plan von Donnet laut Cirina nicht ausreichend. "In Italien ist das Betriebsergebnis seit vier Jahren nicht mehr gewachsen. Wir verlieren Marktanteile und es gibt eine erhebliche Rentabilitätslücke im Vergleich zur Allianz", so der entlassene Manager. Seit 2013 leitete der 56-jährige Cirina die CEE-Holding, davor war er ab 2007 Generali-Österreich-Chef in Wien. Ersetzt wurde Cirina, der seit 30 Jahren beim Versicherungskonzern unter Vertrag stand, interimistisch durch den CEO von Generali Deutschland, Giovanni Liverani.

Cirina war von Minderheitsaktionären um den römischen Bauunternehmer Francesco Gaetano Caltagirone und den Brillenproduzenten Leonardo Del Vecchio als neuer Generali-CEO vorgeschlagen worden. Die Minderheitsaktionäre wollen sieben Milliarden Euro für Übernahmen ausgeben - weniger, aber dafür größere Deals als Donnet sie plant, um die Position von Generali zu stärken.

Derzeit hat Generali drei Milliarden Euro dafür reserviert. Auch dadurch könne der Versicherungsriese den Gewinn bis 2024 um 14 Prozent pro Jahr steigern, doppelt so stark wie der amtierender Vorstand, erklärte der ehemalige Goldman-Sachs-Banker Claudio Costamagna, den die oppositionelle Aktionärsgruppe als Verwaltungsratschef vorgesehen haben.

Generali reagiert verärgert auf Cirinas Klage. Der Konzern brachte selbst eine Klage bei der Börsenaufsichtsbehörde Consob ein, in der Cirinas Aussagen als "haltlos und diffamierend" bezeichnet werden. "Angesichts der Schwere der Verstöße gegen die Pflicht zur korrekten Information zum Schutz der Aktionäre, der Anleger und des Marktes hat der Verwaltungsrat der Gesellschaft beschlossen, auch rechtliche Schritte einzuleiten", heißt es in einer Presseaussendung.