143 Prozent über VorjahrGroßhandelspreise für Strom auf Rekordhöhe

Anstieg nochmals beschleunigt. Binnen Monatsfrist kletterte der Index um mehr als ein Fünftel. Freiheitliche Wirtschaft verlangt gegen Energiepreis-Explosion Aus für geplante CO2-Steuer.

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Die Strompreise legen weiter rasant zu
Die Strompreise legen weiter rasant zu © Gina Sanders - stock.adobe.com (Erwin Wodicka)
 

Die Strompreise im Großhandel haben noch einmal kräftig zugelegt und ein neues Rekordniveau erreicht. Der von der Österreichischen Energieagentur errechnete Index ÖSPI für Februar liegt mit plus 143 Prozent zweieinhalb Mal so hoch wie vor einem Jahr und um 20,9 Prozent höher als für den Jänner ermittelt. Der Jänner-Index stand erst 105 Prozent über Vorjahr bzw. 11 Prozent über dem Vormonat.

Sowohl Grundlast als auch Spitzenlast verteuerten sich für Feber im Jahresabstand um 143,3 Prozent, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Im Monatsabstand kletterte der Grundlastpreis 20,5 Prozent, der Spitzenlastpreis 22,1 Prozent. Der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) erfasst nur das Energieprodukt Strom auf Großhandelsbasis und berücksichtigt keine Netzgebühren, Steuern oder Abgaben. Für Endkunden teilt sich der Gesamtpreis zu knapp 40 Prozent auf die Energiekomponente und zu 60 Prozent auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf.

Die Freiheitliche Wirtschaft warnte am Donnerstag vor möglichen "katastrophalen Folgen" für Unternehmen und Privathaushalte in Österreich durch die Energiepreis-Explosion. Aktuell hätten sich die Kosten für Strom um 200 Prozent und die für Gas um 500 Prozent verteuert. Dadurch werde die Produktion von Gütern und Dienstleistungen teurer und die Kaufkraft der Privathaushalte geschmälert. Die FW forderte in einer Aussendung eine ersatzlose Abkehr von der geplanten CO2-Steuer, die lediglich dazu beitragen würde, die Energiepreis-Explosion weiter zu befeuern. "Das wäre das Dümmste, was ein Staat in der aktuellen Situation machen könnte", heißt es.

 

Kommentare (9)
Nüchternbetrachtet
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143 Prozent

Knapp sieben Cent/kwh gegenüber aktuellen 43,7 Cent/kwH in eineinhalb Jahren (Mai2020 zu Jänner 2021, Preisbeispiel Tarif …flex eines regionalen, nachhaltigen Anbieters der hier natürlich nicht verunglimpft werden soll) kommt mir mehr vor als 143 Prozent. Aber ich bemühe mich um Nachhilfe in Mathematik.

scionescio
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Da werden die eAuto Besitzer jetzt aber langsam unruhig werden ...

... schon bisher war individuelle Mobilität mit einem BEV sauteuer, aber jetzt wird es absurd und nur mehr was für die Reichen - die beschleunigen brav mit dem angeblich grünen Strom und der Pöbel wäscht und kocht dafür mit sauteurem Atom- und Kohlestrom.

Danke für nichts, Frau Gewessler!

user1234
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Toll das wir vom deutschen Strommarkt ohne Not "abgekoppelt" wurden

und Schüler in der Schule von "erneubaren Energien" lernen. Die es gemäß Energiesatz nicht geben kann -> Regenerative Energien wären korrekt.

Warum ich keinen Stromanbieter aus dem gesamten EU-Raum auswählen darf, weiß auch nur die E-Control.

Jahcity 1
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Vor 14 Jahren

2008 war der Stromgroßhandelspreis auf € 150 dies entspricht ziemlich genau den jetzigen Werten (Inflationsbereinigt) Die KlZ ist auch hier sehr ungenau in der Recherche, wie bei der Wasserkraft, wo einzig Lobbyistenfakten zählen.
https://www.energyagency.at/fakten-service/energiepreise/strompreisindex.html

Robinhood
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Spekulation

Vom Erzeuger bis zum Verbraucher wird der Strom bis zu 40x gehandelt. Das gehört verboten bzw. reguliert.

Jahcity 1
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Ich stimme ihnen voll zu.

Stromhändler sind wahrscheinlich die einzig Branche, welche noch schlimmer und manipulativer arbeiten als die Medien...

Patriot
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Willkür, nichts anderes als Willkür!

Gewinnmaximierung ist seitens der Produzenten ist angesagt, sonst nichts!

Hapi67
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Angebot und Nachfrage

regeln den Preis.

Nachdem die Nachrage bekanntermaßen nicht um 143% gestiegen ist, bleibt die Konsequenz, dass wie mittlerweile üblich in der Finanzwelt 80% der Steigerung auf Spekulation zurückzuführen sind.

Gratulation an die Gewinner und keine Sorge an die Endkunden-die oberste Schuldenkämpferin der EZB Lagarde versichert sicher noch dieser Tage, die Inflation und Preissteigerungen sind bis auf die Lohnabschlüsse ab 2% kein Problem und demnächst vorbei.

Vielen Dank

Robinhood
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Mathematik

Wenn dich die Energiekosten beim Strom um+143% erhöhen bedeutet das dass die Gesamtstromkosten sich um ca 60% erhöhen. Die Inflationsberechnungen der Wirtschaftsforscher spiegeln schon länger nicht mehr die realen Preissteigerungen.