Branche in GefahrSporthandel und Skiindustrie appellieren: "Lasst die Grenzen offen"

Eine weitere Wintersaison wie die vorige gefährde den österreichischen Sportartikelhandel und dessen Verleihnetzwerke in Tourismusregionen. Fehlen die Skiurlauber aus anderen Ländern, werde es "existenzbedrohend", klagen die Branchenvertreter.

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SKI ALPIN: MEDIENTAG ATOMIC 2017: MAYRHOFER
Atomic-Chef Wolfgang Mayrhofer: "... auch Folgeurlaube nicht mehr in Österreich" © APA/BARBARA GINDL
 

Vertreter des heimischen Sporthandels und der Skiindustrie appellieren an die Politik, alles dafür zu tun, dass die Grenzen diesen Winter offen bleiben, nachdem die Einreiseregeln aktuell schon verschärft wurden. Sie fürchten eine weitere schwache Wintersaison, nachdem die vorige de facto ausgefallen ist. Das trifft nicht nur den Tourismus, sondern eben auch die Skihersteller und den Fachhandel in den Tourismusregionen.

Die Coronakrise hat für die Branche einen recht stabilen, stetigen Aufschwung aus den vergangene Jahren jäh gestoppt, beklagen der Präsident des Verbands der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster, Gernot Kellermayr, und der Sprecher der österreichischen Skiindustrie sowie Atomic-Chef Wolfgang Mayrhofer. In den Jahren davor waren sowohl der Ski- und Outdoorabsatz als auch die Ersteinstiege bei den Bergbahnen gestiegen. Die Ski-Verkaufs- und Verleihzahlen gingen voriges Jahr aber stark zurück – in Österreich um ein Drittel.

Die 2G-Regel mit FFP2-Maske und gegebenenfalls Abstandsregeln in den Geschäften seien umsetzbar Foto © APA/GEORG HOCHMUTH

Die Skikurszahlen hatten sich dank einiger Bemühungen wieder verbessert. Nach einem Tiefststand vor etwa zehn Jahren mit 110.000 Kindern auf Skikurs waren es unmittelbar vor Corona immerhin wieder 180.000 Kinder, sagt Kellermayr.

"Grenzen zu, Touristen weg"

"Jetzt besteht aber die Gefahr – wenn es noch einen Winter gibt wie in der vorigen Saison – dass der touristische Sportartikelhandel und deren Verleihnetzwerke in Gefahr sind". Zur Hälfte sei die Grenze durch die verschärften Einreiseregeln nun schon geschlossen. "Es muss aber allen am Herzen liegen, dass das nicht passiert. Wenn wir wieder die Grenzen schließen und etwa Südtirol lässt offen, dann sieht man die Touristen dort." Es bestehe die Gefahr, dass dann auch Folgeurlaube nicht mehr in Österreich, sondern in anderen Regionen stattfinden.

Die 2G-Regel mit FFP2-Maske und gegebenenfalls Abstandsregeln in den Geschäften seien umsetzbar. In der Schweiz gebe es beispielsweise eine 6-Quadratmeter-Regel für Kunden.

In Österreich gibt es vor allem in den westlichen Bundesländern Sporthändler in Tourismusgebieten. Insgesamt sind es rund 750. Die Umsätze aus den touristischen Herkunftsländern Deutschland, Niederlande und England machen dort mehr als 70 Prozent der Umsätze aus.

Falls erneut die Urlaubsgäste fehlen, werde dies existenzbedrohend für die Sportfachhändler. Damit drohe ein negativer Dominoeffekt auf die heimische Skiindustrie.

Laut einer Umfrage vom November 2022 von befürchten 86 Prozent der Sporthändler in Tourismusgebieten abermals Umsatz- und Gewinnrückgänge. 77 Prozent der touristischen Sportgeschäfte haben den Fixkostenzuschuss beantragt. 74 Prozent mussten die Corona-Kurzarbeit nutzen. Knapp 70 Prozent zählten auf den Umsatzersatz und den Ausfallbonus.

Kommentare (12)
C
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Urlaub machen per se ...

.... ist nicht das Problem, auch nicht Skifahren, solange das alles isoliert stattfindet und man sich mit niemandem trifft. Aber das Reiseaufkommen kreuz und quer über den Erdball bringt halt blöderweise genau den Austausch mit sich, der dann irgendwann doch zur Virusverbreitung führt.

isogs
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Was euch lieber ist

Mit Personen die in Österreich wohnen den ganzen Winter, oder mit allen Ausländern direkt in den Lockdown. In London warten ja schon die Flugzeuge.

gallerherbert65
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Ganz deiner Meinung

aber manche habens leider nach 20 Monaten Pandemie noch immer nicht kapiert. Die fetten Jahre der Abzocke sind vorbei. Vielleicht rettet die Pandemie unser Klima :))

JohannAmbros
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Hört endlich zum Jammern auf !!

Es sind auch andere Branchen in Gefahr und nicht immer eure!!

ronin1234
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Es ist interessant zuzusehen wie alle Unternehmer alles geöffnet haben will. Spielen wir ein bischen russisches Roulette mit den Kunden. Hauptsache das eigene Geldbörserl ist gut gefüllt. Wenn die Unternehmer die Covidkranken die in ihrem Unternehmen auftreten selbst behandeln müßten .... ....

herwag
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!!!

kein wundeer dass platner geöffnet hat trotz höchster zahlen - sind ja 7 flieger engländer nach tirol gekommen - im letzten abdruck noch samsatag und sonntag - ischgl hat gezeigt dass niemand etwas zu befürchten hat !

herwag
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:-(((

selbstverständlich - auf alle grenzen damit sich omikron besser verbreiten - die industrie und gastronomie sowie oberliftler Hörl hätten ihre freude !
der kommentar von ronin ist offensichtlich eine ausnahme - war im sommer in der obersteiermark und wurde im hotel nicht mal gefragt betreffend status

herwag
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:-(((

eintragung in eine anwesenheitsliste bzw. elektron. registrierung war sowieso ein fremdwort für die betreiber

ronin1234
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War in Tirol und Vorarlberg, Also dort wo ich hinging wurde genau kontrolliert.

herwag
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:-(((

... die bezik liezener nehmens hier offensichtlich nicht so genau ---

ronin1234
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Die Schweizer,Franzosen und Italiener haben das gleiche Problem obwohl ich sagen muß das ich mich in einem Hotel sicher fühle. Man kommt in der Regel nicht mit anderen Hotelgästen in Kontakt wenn das Sitzplatzmangement funktioniert.

ronin1234
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Die Schweizer,Franzosen und Italiener haben das gleiche Problem obwohl ich sagen muß das ich mich in einem Hotel sicher fühle. Man kommt in der Regel nicht mit anderen Hotelgästen in Kontakt wenn das Sitzplatzmangement funktioniert.