EinkaufssonntagWer am 19.12. geöffnet hat und was die Angestellten verdienen

Am heutigen Sonntag dürfen ausschließlich jene Geschäfte öffnen, die während der Zeit des letzten Lockdowns geschlossen hatten.

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Die einmalige Sonntagsöffnung am 19. Dezember wird nur einen Bruchteil der lockdownbedingten Umsatzausfälle der heimischen Händler ausgleichen können. Laut einer Umfrage der Uni Linz werden österreichweit 15 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten den verkaufsoffenen Sonntag für Einkäufe im stationären Einzelhandel nutzen. Der Umsatz sei mit einem Freitag, aber nicht mit einem Samstag in der Adventzeit vergleichbar, erwartet der Linzer Handelsforscher Ernst Gittenberger.

Die Ausnahmeregelung am heutigen Sonntag gilt nicht für Supermärkte und Drogerien, die auch im Lockdown offen hatten. Die Sonntagsöffnung werde dem "Non-Food"-Einzelhandel Zusatzumsätze in Höhe von rund 150 Mio. brutto bescheren, so Gittenberger vom Institut für Handel, Absatz und Marketing an der Johannes Kepler Universität Linz. Da nicht alle Geschäfte geöffnet hätten, würden die Sonntagsumsätze nicht an die saisonal bedingt hohen Umsätze des vierten Advent-Einkaufssamstags im gesamten Einzelhandel mit rund 400 Mio. Euro heranreichen. Der Handelsforscher rechnet damit, dass die Kundenfrequenz österreichweit diesen Sonntag um rund ein Viertel geringer als am Samstag davor ausfallen wird. Weiterhin gilt für Kunden die 2G-Pflicht - geimpft oder genesen - im Handel. In Geschäften des täglichen Bedarfs ist aber kein 2G-Nachweis nötig.

Nur die Hälfte der Händler sperrt auf 

Laut einer Umfrage des Handelsverbands wird voraussichtlich nur rund die Hälfte aller befragten kleinen und mittleren Händler am 19. Dezember aufsperren.  Beschäftigte, die sich freiwillig für diesen Tag melden, verdienen das Doppelte und bekommen einen extra freien Tag. Die Wiener Wirtschaftskammer rechnet damit, dass in der Bundeshauptstadt rund 220.000 Einkaufswillige unterwegs sein werden.

Für Beschäftigte gilt Sonderkollektivvertrag 

Die Gewerkschaft GPA erinnert daran, dass ausschließlich jene Geschäfte am vierten Adventsonntag offen haben dürfen, die während der Zeit des letzten Lockdowns geschlossen hatten. "Wir gehen davon aus, dass sich ausnahmslos alle Handelsunternehmen an die gesetzlichen Vorgaben halten. Hier sind die zuständigen Behörden gefordert, die Einhaltung der Gesetze sicherzustellen" so die GPA.

Die GPA erinnerte auch an die im Sonderkollektivvertag für die Beschäftigten, die am Sonntag arbeiten: Für die Überstunden an diesem Sonntag ist ein Zuschlag von 100 Prozent zu bezahlen, es gibt einen zusätzlichen freien Tag, Lehrlinge dürfen nicht beschäftigt werden. Weiters muss absolute Freiwilligkeit gewährleistet sein und anfallende Kosten für Kinderbetreuung müssen vom Arbeitgeber übernommen werden.

Die Sozialpartner haben sich Ende November erstmals auf eine Sonntagsöffnung-Sonderregelung geeinigt. Alle Landeshauptleute haben Verordnungen für die einmalige Öffnung erlassen. "Ich bedanke mich bei allen Landeshauptleuten und den Sozialpartnern, dass diese Ausnahmeregelung gelungen ist", so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Freitag in einer Aussendung. "Unsere Wirtschaftshilfen können zwar einen Teil des Verlusts ausgleichen, dennoch ist unseren Händlerinnen und Händlern in dieser einkaufsstarken Zeit Geschäft entgangen." Aufgrund des Lockdowns ist der stationäre Handel heuer um drei Einkaufssamstage im Advent und den traditionell starken Marienfeiertag am 8. Dezember umgefallen.

Keine Fortsetzung des Einkaufssonntags geplant

Ein Türöffner für die generelle Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten soll der Ausnahmesonntag nicht werden. Die Gewerkschaft betonte mehrfach, dass eine Öffnung des Handels am Sonntag abseits der Ausnahmeregelung am 19. Dezember "strikt abgelehnt" wird. Die GPA erinnerte am Donnerstag daran, dass ausschließlich jene Geschäfte am vierten Adventsonntag offen haben dürfen, die während der Zeit des letzten Lockdowns geschlossen hatten. "Wir gehen davon aus, dass sich ausnahmslos alle Handelsunternehmen an die gesetzlichen Vorgaben halten. Hier sind die zuständigen Behörden gefordert, die Einhaltung der Gesetze sicherzustellen", so die GPA.

Kommentare (29)
Hawkeye2209
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300 Prozent?!

Ich war am Freitag in einer Tedi Filiale in KLGFT ein bisl Tschatsch kaufen und durfte mithören wie ein Kunde die Verkäuferin bedauern wollte, weil sie am Sonntag arbeiten muss. Sie allerdings tönte durch das ganze Geschäft schallend lachend „um 300 Prozent gehe ich gerne einen Sonntag arbeiten! Ich war ja lange genug zu Hause!“
Hm, als Pflegehelferin in der mobilen Pflege, die schon vor Corona mit 2 kleinen Kindern, als alleinerziehende Mana zwischen 24.12. und 02.01. 6-8 Dienste schieben musste, weil plötzlich alle Kolleginnen kollektiv erkrankten, hält sich momentan mein Mitleid in Grenzen.
Wo waren meine 300 Prozent?
Irgendwas läuft falsch…

oetti68
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Ja

Glauben Sie denn alles.
Fakten stehen dann schwarz auf weis auf der Lohnabrechnung und die zeigt Ihnen bestimmt niemand.Also seien Sie nicht so gut gläubig.

erstdenkendannsprechen
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die zuschläge sind geregelt. die 300 prozent nicht korrekt.

wenn sie dem einzelhandel was neidig sind, schulen sie um.
"tschatsch" beim tedi ist umweltverschmutzung und ausbeutung von der erzeugng bis zur entsorgung.

Hawkeye2209
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@melahide und @edds

Sogar im Artikel steht:“Beschäftigte, die sich freiwillig für diesen Tag melden, verdienen das Doppelte und bekommen einen extra freien Tag.“
Sind das dreifache…
Ich bin niemandem was neidig. Aber die Relation muss passen. Und @ erst denken, dann… warum soll ich den Tschatsch woanders teuer kaufen, wenn ich ihn beim Tedi günstiger bekomme? Damit erhalte ich ebenso Arbeitsplätze… vlt nicht all zuviel mit 7,75 Euro, aber egal… und ja - manchmal braucht man Tschatsch!
Wieso gehen Sie überhaupt auf, wie ein Germteig? Die Angestellte selbst war ja voll happy über die Möglichkeit heute zu arbeiten…

melahide
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300 %

sind wohl ein Gerücht. Die 100 % Zuschlag für Sonntagsarbeit sind aber nach 68/1 EStG steuerfrei. In der Pflege/Sozialbereich sind diese Stunden nicht gut bezahlt, schon allein wegen der Rucksackregelung … Der beste Fall war übrigens in einem Betrieb in der Obersteiermark. Dort hat die Gewerkschaft regulären Wochenendienst verhandelt. Samstag/Sonntag je 12 Stunden. Mit Zuschlag ist es so, als arbeitete man Vollzeit, bei zwei Tagen Arbeit…

zill1
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Offen

Die Geschäfte hatten im lockdown zu ! Die Angestellten bekammen aber fürs daheimbleiben trotzdem bezahlt ! Und sich dann wegen 8 Stunden arbeiten aufregen! Und das bestens bezahlt ! Ich bin seit 40 Jahren im Handel, aber so eine Ausnahme ist ja nur einmal! Die größten sich Aufreger über heute sind die ersten die bei Amazon bestellen ! Jeder der bei Amazon bestellt sollte einfach nur leise sein !

Alfa166
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Ich hab genügend im Bekanntenkreis die jammern, dass sie heute eingeteilt wurden

Wenn ich da mit denen mit dem Stichwort "Freiwilligkeit" komme, verdrehen sie ihre Augen, weil wenn sie sich heute nicht einteilen lassen, dürfen sie "freiwillig" die beidseitige Kündigung unterschreiben nächste Woche.

madermax
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Arbeitsmoral à la Österreich…

Nach 3 Wochen bezahlten Lockdown Urlaub würde ich auch „jammern“, wenn ich einen Tag für doppelten Lohn arbeiten müsste, und als Geschenk noch einen Gratis Urlaubstag on-Top bekomme…

Ragnar Lodbrok
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Nichteinmal wenn man mir etwas zahlt

oder mir die Sachen schenkt würde ich heute einkaufen gehen. Natürlich verstehe ich die Wirtschaftstreibenden - für die ist es hart zur Zeit. Sie sollen sich bei den Ungeimpften bedanken und am besten den Verdienstentgang dort einfordern.

wollanig
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Ewiges Gejammer,

es gibt genug, die liebend gerne am Sonntag für doppelten Lohn arbeiten gehen würden.

Lepus52
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Wir schenken uns Gesundheit!

Niemand in unserer Familie macht Geschenkseinkäufe. Jeder hat ohnehin alles was er braucht und was man nicht braucht, braucht man auch nicht geschenkt. Wir investieren in gutes, sehr gutes Weihnachtsessen und viel Gemütlichkeit.

Zeitgenosse
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Nächstes Jahr , sollten alle im August

die Weihnachtseinkäufe machen, man weiß ja nie was uns noch erwarten wird.

ragu
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Freie Fahrt

für Lockdown Nr.5 und Impfung Nr.4 und wenn wir uns weiter so spielen Impfung Nr.5!

Zeitgenosse
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Gastgewerbe-Angestellte arbeiten ihr

ganzes Leben Sonntags und haben noch nie einen Sonntagszuschlag bekommen.

hk1976
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Ich hoffe!

Das nix los ist, dann wird es das nicht mehr geben 👌

tscherni
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Sonntag

Sonntag! Tag des ???? Bitte alle Sklaven im Handel unterstützen!!! Geht nicht einkaufen auch nicht im Internet. Lohnerhöhung 2,8 Prozent erhält der Handel mehr, 12 Prozent Inflation. Auch im Handel gibt es Familien und nicht nur die Wirtschaftskammer. Der Sonntag bringt nicht mehr Umsatz😭. Armer Kastn.. und Geldgeile. Ah, gerade eingefallen , wie schaut es mit dem Dach aus. Seit einigen Jahren kein Kommentar.

livius
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Stillste zeit des Jahres?

Ich gehe sonn- und feiertags prinzipiell nicht einkaufen. Diese Tage gehören der Familie.

SeCCi
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"Diese Tage gehören der Familie"

und dennoch darf man akzeptieren, dass es (einen großen teil) der bevölkerung gibt, bei denen es nicht so ist. weil sie zB keine familie haben (zumindest nicht in der gleichen stadt/land) oder weil sie beruflich sowieso gänzlich andere arbeitszeiten und damit einen wochenablauf haben

FartMaster3000
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Andererseits

.. bestellt man bei Amazon auch sonntags.

melahide
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Bin gestern

beim Murpark vorbei gefahren. Autoschlangen bis weit nach hinten. Alles voll. Die Menschen sind gierig darauf ihr Geld los zu werden ..,

Meister Proper
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Fortsetzung

Und im nächsten Jahr das selbe Spiel.

checker43
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Alles

ist möglich und nix is fix (R. Fendrich).

martinx.x
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super "Studie"!

100 Hanseln befragen! vor allem soo wichtig.

satiricus
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Jamern, jammern, jammern.....

... ist die neue Hauptbeschäftigung vieler Wirtschaftstreibender und deren Interessenvertretungen.
Fürchterlich, diese ewige Jammerei - es kann halt nicht jedes Jahr neue Umsatzrekorde geben.
Und manchmal "ist weniger mehr", besonders dann, wenn von staatlicher Seite eh alle möglichen Unterstützungen gewährt werden - Fixkostenersatz, Umsatzersatz, Kurzarbeitsregelung usw......

eisenwillibald
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Zu Hause bleiben

Alle sollten sie zuhause bleiben und sich auf das wesentliche im Advent vorbereiten, auf Weihnachten 🎄

kukuro05
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Ich geh nicht einkaufen!

Ich mache bei diesem Konsumrausch nicht mit. Das Essenzielle habe ich heute besorgt .

 
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