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Geplantes GesetzKritik an "Tagesbegrenzung" im Homeoffice

Schon im April will die Regierung das neue Homeoffice-Gesetz beschließen. Für steuerliche Vorteile muss man damnach "mindestens 42 Tage" im Heimbüro arbeiten. Laut Arbeiterkammer unzulässig. Arbeitsminister Kocher: "Änderungen sind noch möglich."

© APA/dpa/Julian Stratenschulte
 

Die Arbeiterkammer ist in die Detailkritik am geplanten Homeoffice-Gesetz, das im April beschlossen werden soll, eingestiegen. So kritisiert AK-Direktor Christoph Klein "die  nötigen Anzahl der Tage, die man für Steuervorteile im Homeoffice sein muss". Für steuerliche Vorteile bei Anschaffungen fürs Homeoffice soll man den derzeitigen Plan zufolge 42 Tage im Jahr im Heimbüro arbeiten, um diese zu genießen. Aber das könne sich schwer ausgehen mit Feiertagen und Urlaubszeiten, so die Kritik der Arbeitnehmerseite. "Vereinbart war zwischen Sozialpartnern und Regierung eigentlich gar keine Tagesbegrenzung", so Klein.

"Schon an der Grenze"

Die 42 Tage entsprächen zwar einem Heimbüro-Tag pro Woche. Es gibt aber ein großes "Aber", rechnet Klein anhand eines Arbeitnehmers vor, der jeweils Montags im Homeoffice arbeitet: 52 Montage minus fünf bis sechs, die man im Urlaub verbringt und vier die zufällig Montag-Feiertage sind, dann sei man "schon an der Grenze". Kämen dann Krankenstände und Fortbildungen oder vielleicht ein Mutterschutz dazu, seien die 42 Wochen nicht zu erreichen und der Steuervorteil verloren. "Wir brauchen eine weniger starre Regelung", fordert Klein.

Gekommen, um zu bleiben

Auch nach Corona werden die Österreicher mehr im Homeoffice arbeiten, zeigt eine aktuelle Umfrage von Integral. Auch international gehen Unternehmensberater davon aus, dass sich die Art zu Arbeiten für viele Menschen stark verändern wird. Die Pandemie habe vorhandene Trends beschleunigt.

Laut der Umfrage arbeitet jeder zweite Berufstätige gelegentlich von daheim. Sieben Prozent sagten, sie arbeiten nur noch im Homeoffice, bei weiteren 12 Prozent überwiegt das Arbeiten von zuhause. Von jenen, die bereits im Homeoffice arbeiten, gaben über 70 Prozent an, dies auch 2021 beizubehalten.

Berater von McKinsey erwarten indes, dass die Pandemie starke und nachhaltige Auswirkungen auf die Zukunft der Arbeit haben wird. So werde sich Remote Work - also das Arbeiten nicht nur von zuhause, sondern von überall - durchsetzen, gleichzeitig nehme selbstständiges und auftragsbezogenen Arbeiten - "Gig work" - zu.

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) sagte am Rande des Ministerrats am Mittwoch, dass man sich die Stellungnahmen aus der Begutachtung anschauen und gegebenenfalls berücksichtigen werde. "Die Begutachtung läuft gerade, Änderungen sind noch möglich." Den Vorwurf, dass die Begutachtungsfrist zu kurz gewesen sei, wies er zurück. Es sei darum gegangen, das Gesetz möglichst schnell auf Schiene zu bringen. Man habe aber im Vorfeld zahlreiche Gespräche mit den Sozialpartnern geführt und werde auch die Stellungnahme berücksichtigen.

Nachbesserung bei Datenschutz

Auch die SPÖ verlangt "Nachbesserungen" beim Gesetzesplan von ÖVP und Grünen. "Wichtige Vorschläge" der Sozialpartner beim Steuerrecht seien "beiseitegeschoben" worden, so SPÖ-Politiker Christian Drobits. Der Datenschutzsprecher verwies auch auf fehlende Regelungen zum Schutz von Daten im Homeoffice. Es gelte eine gemeinsame Verantwortlichkeit von Dienstgeber und -nehmer. "Entsteht ein Schaden dadurch, dass sensible Daten auf einem Mobiltelefon oder Laptop verloren gehen oder gehackt werden, kann auch der Dienstnehmer anteilig zur Kasse gebeten werden", so Drobits.

Homeoffice-Tage der Mitarbeiter erfassen müssen, komme es zu einem Mehraufwand in der Lohnverrechnung.

Arbeitsminister Martin Kocher sagte am Rande des Ministerrats am Mittwoch, dass man sich die Stellungnahmen aus der Begutachtung anschauen und gegebenenfalls berücksichtigen werde. "Die Begutachtung läuft gerade, Änderungen sind noch möglich." Den Vorwurf, dass die Begutachtungsfrist zu kurz gewesen sei, weist er zurück. 

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