Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Dauer-Lockdown drohtWirtschaftsforscher warnt vor zu frühen Lockerungen

Deutschland solle den Lockdown "lieber jetzt ein paar Wochen länger durchhalten", bevor ein "Dauer-Lockdown von November bis Frühling 2022" drohe. Sagt Wirtschaftsforscher Andreas Peichl vom Ifo-Institut in München.

© APA/MARTIN FICHTER-WÖSS
 

In der Debatte über das weitere Vorgehen in der Coronakrise warnt  Wirtschaftsforscher Andreas Peichl vom deutschen Ifo-Institut in München vor möglichen Schäden für die Wirtschaft durch zu frühe Lockerungen. "Das Virus ist es, das die die Gefahr darstellt - auch für die Wirtschaft. Und nicht die Maßnahmen gegen das Virus", so Peichl in der "Süddeutschen Zeitung".

"Wenn wir morgen alles öffnen, glaube ich nicht, dass die Leute wieder in die Restaurants rennen", fügte der Ökonom hinzu. Der Inzidenzwert - die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in der Woche - müsse deutlich unter zehn fallen. Sonst könnte sich das Virus rasch erneut ausbreiten. Deutschland solle den Lockdown daher "lieber jetzt ein paar Wochen länger durchhalten", sagt Peichl.

IFO/KK
Ökonom Andreas Peichl zählt zur "No Covid"-Initiative, die null Neuinfektionen als Ziel hat. © IFO/KK

"Eiertanz aus Öffnen und Schließen"

Der Impfstoff allein werde die Unternehmen nicht retten, sagte der Wirtschaftsforscher. "Mit der Geschwindigkeit, mit der das voran geht, dauert der Eiertanz aus Öffnen und Schließen noch bis Herbst". "Und dann haben wir immer noch keine Herdenimmunität, und es droht wieder ein Dauer-Lockdown von November bis Frühjahr 2022."

In Österreich hat die Regierung Anfang der Woche entschieden trotz hoher Infektionszahlen den Handel und die Schulen zu öffnen. In Deutschland beraten nächste Woche Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Kanzlerin Angela Merkel hat am Dienstag eine Lockerung des Lockdowns abgelehnt. Sie bitte alle Menschen, "noch eine Weile durchzuhalten", so Merkel. Zwar gebe es jetzt deutschlandweit eine Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. "Das ist eine gute Leistung, da waren wir lange nicht. Aber damit haben wir noch nicht wieder die Kontrolle über das Virus durch die Gesundheitsämter."

Kommentare (8)
Kommentieren
Immerkritisch
1
2
Lesenswert?

Dass endlich gelockert werden muss,

ist sonnenklar. Doch wir werden das mit einem hohen Preis bezahlen.

Ich denke an die Dummheit der Menschen im Bezirk Südoststeiermark, der seit geraumer Zeit hinsichtlich Infektionen im Spitzenfeld bzw. Spitzenreiter ist.

Vielen Dank an alle, die die Vorschriften umgehen, sich in Hinterzimmern, Garagen, Wohnungen usw. treffen und zu diesem Spitzenplatz beitragen, denn sie wird es ja nicht erwischen.....und wen kümmert das wirklich? Niemanden!

ronin1234
2
13
Lesenswert?

Reaktion

Es muß sowieso ein Umdenken stattfinden denn es wird nicht der letzte Virus sein der uns ereilt. Denn die Seuchen kommen in immer kürzeren Abständen.

scionescio
13
15
Lesenswert?

Die Gesundheit, das Leben, die Wirtschaft und die Schuldenlast für unsere Enkel sind der Faustpfand im Hasardspiel des Herrn Kurz ...

... der mögliche Gewinn für ihn sind ein paar Wählerstimmen, die Österreicher werden auf alle Fälle wieder einmal die Verlierer sein!

lapinkultaIII
7
11
Lesenswert?

Angrennt?

Ein deutscher Wirtschaftsforscher schreibt über Maßnahmen in Deutschland, aber du startest mal wieder dein allwissendes Kurz-Bashing.

Hausverstand100
2
5
Lesenswert?

Der

Kann nicht anders!
Ist pazhologisch.....

scionescio
6
13
Lesenswert?

@Lapi: "Wirtschaftsforscher warnt vor zu frühen Lockerungen"

... und wir haben schlechtere Zahlen als Deutschland und sperren auf?
Was verstehst du daran nicht - oder glaubst du, dass wir ein anderes Virus haben, die Österreicher sich anders als die Deutschen verhalten, unsere Wirtschaft robuster ist, ....?

rehlein
3
11
Lesenswert?

Lieber scionescio,

ich freue mich sehr, dass Sie eine 360 Grad Wandlung mit Ihrer Meinung in bezug zu Covid 19 durchgemacht haben;)

Ich erinnere mich noch gut an Ende Sommer - Beginn Herbst 2020, als ich schon immer von immer stärker steigenden Zahlen, und der kommenden Problematik geschrieben habe, und Sie damals noch etwas anderer Meinung waren - dass unser Gesundheitssystem das alles locker packen muß, dass wir nie an Kapazitätsgrenzen stoßen werden, und noch bei so einigen Kommentaren haben Sie mich sehr lächerlich gemacht, und keine netten Kommentare abgegeben, wenn ich was schrieb, was damals bei guten Zahlen so unwahrscheinlich schien.

Umso mehr freut es mich jetzt, dass Sie es so wie ich sehen, dass Lockerungen nur möglich sind, wenn für das Gesundheitssystem KEINE Gefahr besteht, und das ist jetzt NICHT der Fall.

Und dass alles Hand in Hand geht - Wirtschaft und Gesundheit.

Deutschland handelt dzt. eindeutig klüger und vorausschauender, auch wenn die Bevölkerung "sudert".

Wir sind in wenigen Wochen im nächsten lockdown, und der Preis werden noch mehr Tote und wieder viel mehr Intensivpatienten sein.
Wirtschaftlich holen wir in den jetzigen paar Wochen auch nicht das raus, was der folgende lockdown kosten wird.

Man wird einsehen müssen, dass trotz lockdown-Müdigkeit, es die dzt. einzige Möglichkeit ist, die Zahlen solange in Grenzen zu halten, bis sie wieder nachverfolgbar werden, und die Impfung fortschreitet.

Ohne Kurz-bashing: grüner Daumen von mir.

scionescio
1
2
Lesenswert?

@Rehlein: der Mathematiker in mir muss wieder schmunzeln, weil ich zwar weiß, was gemeint war, aber eine 360 Grad Wandlung (im Gegensatz zu 180 ...) bedeutet, dass ich nach wie vor derselben Meinung bin ;-)

... und tatsächlich glaube ich das auch - mit folgender Begründung:

Es ist richtig, dass ich der Meinung war, dass unser Gesundheitssystem das locker packen muss und die Kapazitätsgrenze weit weg ist.
Wenn man sich die Kurven der Toten oder Intensivbetten von Jänner 2020 bis Jänner2021 anschaut (qualitativ ist da wenig Unterschied) sieht man folgenden Verlauf sehr deutlich:
einen exponentiellen Verlauf im März/April 2020 (mit einem relativ kleinen Peak von 1,7 Toten/100.000 Einwohner Mitte April) und einen exponentiellen Verlauf von Ende Oktober 2020/Mitte Jänner 2021 (mit einem starken Peak von 10 Toten/100.000 EW um Weihnachten herum) und einen linearen Verlauf dazwischen (0 - 0,1 Tote/100.000EW) ... im Standard kann man sich leicht selbst davon überzeugen.

Wenn sie jetzt die zeitliche Komponente berücksichtigen, werden sie anerkennen müssen, dass sich meine Aussagen ausschließlich auf die lineare Phase bezogen haben, wo wir den ganzen Sommer über weniger Tote gehabt haben, als an einem einzigen Tag im Dezember!
Sie können sich sicher auch erinnern, dass ich immer der Überzeugung war, dass uns im April die warme Jahreszeit gerettet hat und ich deshalb vor der zweiten Welle im nächsten Winter gewarnt habe und kein Verständnis dafür gehabt habe, warum unsere Bundesregierung lieber die Bevölkerung mit unsinnigen Reisebeschränkungen schikaniert als sich auf die zweite Welle vorzubereiten (zB Contact Tracing ausbauen) und die Risikogruppen besser zu schützen (zB FFP2 Masken)