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120 Jobs betroffenVorarlberger Wäschehersteller Huber ist insolvent

Das traditionsreiche Unternehmen war schon länger in fianziellen Schwierigkeiten. Nun sind Gespräche über eine weitere Finanzierung geplatzt. Wäschehersteller Huber ist insolvent.

© KK
 

Der Vorarlberger Wäschehersteller Huber ist insolvent. Am Donnerstag hat man für vier der Gesellschaften einen Antrag auf Einleitung eines Sanierungsverfahrens in Eigenverantwortung am Landesgericht Feldkirch eingereicht. 120 Mitarbeiter sind davon betroffen, alle in Vorarlberg. Dass weitere, die in den Huber-Shops arbeiten, dazu kämen, sei nicht ausgeschlossen. Schon länger war bekannt, dass Huber über eine weitere Finanzierung verhandelte, die Gespräche sind nun offenbar gescheitert.

Keine Finanzspritze mehr

Seit Monaten wurde über finanzielle Schwierigkeiten des Unternehmens gemunkelt. Eine der Hausbanken hat sich nun offenbar gegen eine weitere Finanzspritze gewehrt, die Gespräche mit dem Bankenkonsortium scheiterten.

Bei den Gesellschaften, für die ein Sanierungsverfahren eingeleitet wurde, handelt es sich um die Huber Holding AG, Arula GmbH, Huber Shop GmbH und Huber Tricot GmbH. Daneben seien keine weiteren Gesellschaften des Konzerns betroffen, hieß es. Der Betrieb in allen Gesellschaften der Gruppe laufe unverändert weiter, die Liquidität sei in Abstimmung mit den finanzierenden Banken gesichert. Eine andere Überbrückung, der durch die Coronakrise verursachten Umsatz- und Liquiditätslücken von unter 20 Millionen Euro sei bedauerlicherweise trotz aller Bemühungen bisher nicht möglich gewesen, trotz einer "äußerst positiven Geschäftsentwicklung nach Wiedereröffnung des Handels". Die Restrukturierungsmaßnahmen würden gemeinsam mit den Sanierungsverwaltern umgesetzt, "sodass die Huber Gruppe gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen wird".

Wäsche mit Tradition

1908 gründete Josef Huber in Götzis sein eigenes Wäsche-Unternehmen.

Der Umsatz betrug nach Angaben des Unternehmens im vergangenen Jahr 141 Millionen Euro. 900 Mitarbeiter arbeiten für die Gruppe, rund die Hälfte davon in Vorarlberg.

Das traditionsreiche Unternehmen, das seit 2017 der malaysisch-chinesische Textilindustrielle Robert Ng besitzt und führt, strebt demnach nun ein gerichtliches Sanierungsverfahren an und soll in kleinerem Rahmen weitergeführt werden. Das bedeutet den Abbau von 120 Mitarbeitern in allen Bereichen des Unternehmens, mehrere Huber-Shops stehen zur Disposition. Der Gang zum Insolvenzrichter soll noch am Donnerstag oder am Freitag erfolgen.

Kommentare (3)

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TrailandError
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Dachte

Das ist ein österreichisches Unternehmen, aber seit 2017 malaysisch!!! Unglaublich hatte immer versucht Huber Ware zu kaufen. So enttäuschend, und jetzt saniert sich dieser Investor auf Kosten vieler österreichischer Gläubiger!

joe1406
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Gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen

Muss man sich immer auf der Zunge zergehen lassen diesen Satz. Der Pleitier geht gestärkt in die Zukunft, da die Gläubiger mindestens 80% ihrer "Federn" verlieren werden.

Bodensee
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ich hab auch einen Bekannten,......

.......der nach seiner Insolvenz und der "Abspeisung" seiner Gläubiger mit einem Bruchteil der Forderungen trotzdem drei Autos im Gesamtwert von 180.000 Euro vor seiner Villa stehen hat, die Firma personell abgespeckt ganz normal weiterführen darf und in seinem Freundeskreis den erfolgreichen Unternehmer spielt. Einfach nur ekelhaft so ein Verhalten.