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Bahlsen sucht ChefErben wollen Keksfirma nicht führen

Die Keks-Dynastie sucht einen neuen, familienfremden Firmenchef. Werner Bahlsen hatte sich 2018 an die Spitze des Verwaltungsrats zurückgezogen. Von seinen vier Kindern winken alle ab.

Werner Bahlsen
Werner Bahlsen (2013) © EPA
 

Der Kekshersteller Bahlsen wird künftig von familienfremden Managern geleitet. "Kein Familienmitglied der nächsten Generation wird in die operative Führung des Unternehmens einsteigen", sagt der 70-jährige Werner Bahlsen, Vater von vier Kindern, dem "Handelsblatt". Also auch nicht seine Tochter Verena Bahlsen, der zueletzt die meisten Ambitionen unterstellt wurden. Werner Bahlsen hatte sich 2018 an die Spitze des Verwaltungsrats zurückgezogen. Die Firma sucht nun extern einen neuen Chef.

"Auch mal Tränen"

Die Entscheidungen habe die Familie gemeinsam getroffen, sagt Bahlsen. "Das ist auch unsere Stärke, wenngleich es da natürlich ab und zu rumpelt, auch mal Tränen fließen. Das müssen wir aushalten."

1999 war das Unternehmen nach einem Familienstreit aufgespalten worden. "Für meinen Vater war selbstverständlich, dass seine Kinder das Unternehmen weiterführen. Auch das wollte ich in meinem eigenen Fall besser machen", so Bahlsen weiter.

Von Cakes zu Keks

Hermann Bahlsen (1859 bis 1919), der Unternehmensgründer nannte 1891 seine Kekse mit Buttergeschmack (Butter Cakes) nach dem langjährigen hannoverschen Hofbibliothekar und Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz. Dieser hatte seinerzeit nach einem haltbaren Produkt zur Verpflegung der Soldaten gesucht und war auf Zwieback gestoßen.

Der Werbeslogan für die Butterkekse lautete 1898: „Was ißt die Menschheit unterwegs? Na selbstverständlich Leibniz Cakes!“ Aufgrund fehlender Englischkenntnisse sprachen viele Kunden das Wort Cakes jedoch deutsch („Ka-kes“) aus, sodass Bahlsen die Schreibweise später in Keks änderte. Im Jahr 1911 wurde der Begriff “Keks” in den Duden aufgenommen.

Der Süßgebäckhersteller beschäftigt weltweit 2730 Mitarbeiter. Der Umsatz sank laut "Handelsblatt" 2018 auf 545 Millionen Euro. Verluste jedoch wurden nach Angaben von Bahlsen nicht mehr geschrieben.

Die Gründe für die zuletzt schlechten Zahlen sehen Insider unter anderem darin, dass Bahlsen wichtige Handelsmarken lange vernachlässigt habe. Nun will die Gruppe auf neue Produkte, neue Verpackungskonzepte und ein frischeres Design setzen. Und verstärkt auch auf Markeninszenierung in der Werbung.

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